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HAPPY-GO-LUCKY

HAPPY-GO-LUCKY

Regie Mike Leigh
Kinostart 03.07.2008

Kritiken • HAPPY-GO-LUCKY

05. Juli 2008 | HAPPY-GO-LUCKY • Kritik • Der Spiegel

Christian Buß bezeichnet den Film als Anti-"Amélie"-Meisterwerk. "Doch gibt es eben auch Momente in dieser ganz und gar unverlogenen Tragikomödie, in denen die Heldin durch den Panzer aus Wut und Verzweiflung zu den Menschen vordringt. Da wirkt ihr so unökonomisch ausgeschütteter Optimismus beinahe wie eine ausgefeilte Technik, vielleicht doch noch den einen oder anderen Halbtoten zurückzuholen in die Welt der Lebenden. Der Umstand, dass jemand wie Poppy dabei die sonst so sorgsam gepflegte Distanz zu anderen Menschen überwindet, wird in Mike Leighs Anti-"Amélie"-Meisterwerk durchaus zweischneidig in Szene gesetzt. Nähe gibt es eben nicht ohne Risiko, sie ist immer Bedrohung und Erlösung zugleich."

04. Juli 2008 | HAPPY-GO-LUCKY • Kritik • Die Zeit

Katja Nicodemus schreibt über Regisseur Mike Leigh, einen Meister fesselnder Sozialdramen. Jetzt hat er mit HAPPY-GO-LUCKY seinen heitersten Film gedreht. "Die Wahrhaftigkeit der Figuren, der Eindruck, dass jeder Blick, jede Geste und jeder Satz von Happy-Go-Lucky der Unmittelbarkeit des Lebens und keiner vorgefassten Idee entspringen, ist Leighs besonderer Arbeitsweise geschuldet. Wie immer gab es kein Drehbuch. Wieder entwickelte er Figuren, Handlung und Szenen über Monate hinweg mit seinen Schauspielern."

03. Juli 2008 | HAPPY-GO-LUCKY • Kritik • Der Spiegel

Daniel Sander porträtiert die Hauptdarstellerin Sally Hawkins, die ihn verzaubert hat.

03. Juli 2008 | HAPPY-GO-LUCKY • Kritik • Berliner Zeitung

Einen Film voller Charme, Witz und Weisheit sah Anke Westphal. "Jemand, der die Nöte seiner Schützlinge, die Furcht eines misshandelten Jungen etwa so genau wahrnimmt wie Poppy, kann gar nicht so dumm und oberflächlich sein, wie wir anfangs glaubten. Jemand, der einem psychotischen Fahrlehrer so professionell standhält - und Einhalt gebietet -, kann gar nicht kindisch sein. Und wir erkennen, dass so ein Mensch sehr erwachsen und dass seine Unbeschwertheit eine Entscheidung ist, die auch davon kündet, dass Poppy ihr Leben nicht von anderen bestimmen lässt."

03. Juli 2008 | HAPPY-GO-LUCKY • Kritik • Der Tagesspiegel

Für Christiane Peitz handelt der Film von der Kunst, glücklich zu sein. Sie lobt die präzisen Konturen der Nebenfiguren. "Die stille Geduld des Sozialarbeiters. Der Schwager, der so gern Computerspiele spielt, aber von Poppys schwangerer, schrecklich erwachsener Schwester um jede Freude gebracht wird. Die Lehrerkollegin, die den Wochenendbesuch der Mutter samt Tante mit der spanischen Inquisition vergleicht und auf dem Schulflur noch schnell eine Flamenco-Schrittfolge übt. Und immer wieder: die verunglückten Fahrstunden."

03. Juli 2008 | HAPPY-GO-LUCKY • Kritik • Frankfurter Rundschau

Das Gute, wie Poppy es sieht, ist überall, und es ist komisch, stellt Heike Kühn fest. "Das Gute im doppelten Sinn zu sehen, das verlangt auch nach anderen Film-Sehgewohnheiten. Mike Leigh setzt uns nicht die rosarote Brille auf, er lenkt unseren argwöhnischen Blick auf die Filmgeschichte. Angst, Schuld und Verderben gehen immer. Aber das Gute fliegt uns zu, mit Schirm und Charme. Wir müssen es nur landen lassen."

03. Juli 2008 | HAPPY-GO-LUCKY • Kritik • Der Freitag

Matthias Dell fiel das Schreiben über den Film nicht leicht. "Am besten kann man sich Happy-Go-Lucky vielleicht über die Motive nähern, durch die Leigh seinem Film so leichthändig eine Form gibt, dass man nie das Gefühl bekommt, es würden einem hier Probleme vorgesetzt. So könnte man etwa sagen: Happy-Go-Lucky ist ein Fortbewegungsfilm, der davon erzählt, wie man am besten durchs Leben geht. ... Man könnte aber genauso gut sagen, dass Happy-Go-Lucky ein Erziehungsfilm ist. Der würde davon erzählen, wie man sich den Anforderungen, die das Leben stellt, am besten anpasst."

03. Juli 2008 | HAPPY-GO-LUCKY • Kritik • Jungle World

Als Buttercremestück unter den Feelgood-Movies bezeichnet Jürgen Kiontke den Film. "Schon weil gute Laune ein extrem seltener Rohstoff ist. Konsequenterweise braucht Leigh nicht allzuviel Drehbuch und Plot – ein bunter Farbklecks braucht wenig Struktur. Zugunsten der Vorführung eines absolut intakten Seelenlebens und damit verbundener Authentizität kann alles andere ein wenig in den Hintergrund rücken. An Poppy exerziert der für düstere Arbeiterfilme gelobte und gepriesene Regisseur Mike Leigh ein Sprachspiel: Aus Gefühlskino wird Kino des Gefühls."

03. Juli 2008 | HAPPY-GO-LUCKY • Kritik • Neues Deutschland

Für Gunnar Decker ist Poppy die Gestalt des Idealismus als dreißigjährige Grundschullehrerin. "Gewiss, man könnte sagen, Poppy sei oberflächlich wie der Zeitgeist, mit dem die heute Dreißigjährigen aufwuchsen, sie müsse, um sich so unbeirrt durch den Film zu albern, schon recht unbedarft sein – doch nein, das stimmt nicht. Jedenfalls nicht ganz. Denn ihr Lachen ist virtuos, es hält ihr das vom Leibe, was sie nicht ernst nehmen mag. Und hat sie nicht Recht, verklemmte Fahrlehrer niemals ernst zu nehmen?"

03. Juli 2008 | HAPPY-GO-LUCKY • Kritik • Junge Welt

Eine britische Fernsehserie im Schnelldurchlauf und ohne Pointe sah Peer Schmitt. "Im Grunde funktioniert der Film nach dem Modell zeitgenössischer britischer TV-Serien, gönnt sich aber die Pointe, deren entscheidendes Element, einen schwer versoffenen Sarkasmus des Überlebens in höchster seelischer Not, außer Kraft zu setzen. HAPPY-GO-LUCKY ist also eine gute britische Alltags-TV-Serie auf normale Kinolänge eingedampft abzüglich genretypischer witziger Bosheit. Mike Leigh und das britische Kino finden zu ihren Wurzeln zurück – dem Fernsehen."

02. Juli 2008 | HAPPY-GO-LUCKY • Kritik • Die Tageszeitung

Cristina Nord spricht mit Regisseur Mike Leigh über seine Komödie HAPPY-GO-LUCKY, wie er Filmcharaktere entwickelt und warum Humorlosigkeit die lustigste Sache der Welt ist.

02. Juli 2008 | HAPPY-GO-LUCKY • Kritik • critic.de

Katharina Stumm betont, dass der Film sehr lustig ist. "Er mag mit leichter Hand gezeichnet sein und moderate Ambitionen in seinem dahinplätschernden Gestus haben, genau dieses Understatement macht ihn aber so ansprechend. Leigh erfordert eine Positionierung des Zuschauers zu Poppys gnadenlosem Optimismus. Natürlich ist ihre Art ein illusorischer, gar wenig salonfähiger Vorschlag für einen Umgang mit alltäglichen Widerständen, aber Skepsis und Zynismus beiseite, man kommt doch nicht umhin zu hoffen, ihm folgen zu können."

01. Juli 2008 | HAPPY-GO-LUCKY • Kritik • film-dienst 14/2008

Laut Stefan Volk weicht der Regisseur einem Sozialdrama ebenso aus wie einer Psychostudie. "Vielmehr feiert er das Menschsein mit seinen Höhen und Tiefen, seinen albernen und erhabenen, romantischen und grotesken Seiten in einem wunderschönen, vielseitigen Film."

26. Juni 2008 | HAPPY-GO-LUCKY • Kritik • epd-film 07/2008

Überraschend heiter findet Marli Feldvoß den Film. "Diese Poppy ist für sich schon eine Art Gesamtkunstwerk, das personifizierte Glück, das sich aus vielen angenehmen Eigenschaften und aus der Kompromisslosigkeit gegenüber allem, was Konvention heißt, speist, bei aller Feinfühligkeit gegenüber denen, die mit sich hadern, den Normalen. Eine charmantere Verbindung von Anarchie und Caritas hat man selten gesehen. 'Auf unser Leben und alle, die darin ertrinken!' An Poppys Trinkspruch ist nichts Zynisches. Ist sie eine Märchenfee oder die Summe aller positiven Eigenschaften, die sich nur ein Autor ausdenken kann? Für Mike Leigh ist es ein 'Liebesbrief an die Jugend und an Poppy'."

03. Juni 2008 | HAPPY-GO-LUCKY • Kritik • Die Tageszeitung

Der Film feiert laut Wilfried Hippen eine fast schon pathologische Optimistin. "Sally Hawkins, die schon lange mit Leigh zusammenarbeitet, hat für HAPPY-GO-LUCKY in sich diese ganz und gar unbritische Stimmungsbombe gefundenen, und das Vergnügen am Film besteht auch darin, dass wir mit ihr zusammen entdecken können, wie Poppy auf die Welt reagiert - und diese auf sie. So wird schnell klar, dass sie nicht etwa jeden Konflikt mit guter Laune zukleistert. Sie ist eine gute Lehrerin, die aufmerksam die Kinder beobachtet und auf einen kleinen Jungen, der andere auf dem Spielplatz schlägt, zugleich bestimmt und behutsam reagiert."

09. Mai 2008 | HAPPY-GO-LUCKY • Kritik • programmkino.de

Nicht bemüht pädagogisch, sondern durchweg herzhaft und ehrlich, wirkt die Hauptfigur für Gary Rohweder. "Die anmutende Handlungsarmut, kaschiert Leigh geschickt durch perfektes Timing, Wortwitz und Tiefgang. Eine mögliche Schwäche des Films, wird so zu seiner großen Stärke. Poppys Fahrstunden und das Zusammenspiel zweier großartig aufspielender Akteure (brillant: Eddie Marsan als Fahrlehrer Scott), ziehen sich wie ein roter Faden durch das Geschehen und sind eines der absoluten Highlights des Films. Das größte Highlight jedoch heißt Sally Hawkins."

15. Februar 2008 | HAPPY-GO-LUCKY • Kritik • kino-zeit.de

Joachim Kurz ist begeistert: "Dies alles ist dermaßen herzerfrischend und mit leichter Hand inszeniert, dass man sich immer wieder dabei ertappt, auf den großen Knall, auf irgendein schreckliches Geheimnis oder ein böses Erwachen zu warten – allein es bleibt aus, wenn man von den unschönen Gefühlsausbrüchen des Fahrlehrers einmal absieht. So viel Optimismus macht misstrauisch, zumal bei einem Regisseur wie Mike Leigh, doch am Ende weiß man, dass Glück zuallererst eine Frage der Lebenshaltung, der inneren Einstellung ist."

14. Februar 2008 | HAPPY-GO-LUCKY • Kritik • Die Zeit

HAPPY-GO-LUCKY ist für Markus Zinsmaier ein grellbunt überdrehtes Musical ohne Musik. "HAPPY-GO-LUCKY bleibt zwar jenem Milieu treu, dessen filmische Überhöhung Alfred Hitchcock einst als Spülstein-Realismus brandmarkte. Nur: Dieses Mal fehlt jegliche Schwere. Keine Depression, kein Drama in Sicht! Stattdessen Farbe, Bewegung und pointierte Dialoge. Es ist alles bekannt und doch neu. Die grellbunte und quietschfidele Polly führt das Kino von Mike Leigh auf den Rummelplatz. Kleidertechnisch ist sie eine Katastrophe, menschlich ein Juwel."

13. Februar 2008 | HAPPY-GO-LUCKY • Kritik • Berliner Zeitung

Eine tröstliche Einheit von Inhalt und Form hat Anke Westphal wahrgenommen. "Gewiss, manchmal nervt einen Poppys gnadenlos gute Laune, doch das geht schnell vorbei - bald schon steht man mit offenem Mund vor diesem Ereignis von einem Menschen, von einer Frau. Der Regisseur Mike Leigh hat diese Poppy der Berlinale zum Geschenk gemacht und dazu einen Film, dem man jedem ans Herz legen möchte, der zu versteinern droht in seinem Alltag. ... HAPPY-GO-LUCKY ist nun der seit langem verspielteste und heiterste Film von Leigh; es gibt unerwartet lustige Szenen darin."

13. Februar 2008 | HAPPY-GO-LUCKY • Kritik • Die Tageszeitung

David Denk mag den Film: "Mike Leigh erinnert sein Publikum mit HAPPY-GO-LUCKY daran, dass es häufig viel erwachsener ist, nicht immer so erwachsen zu tun. Wer verkrampft, hat schon verloren. Poppy ist ein bisschen so wie Pippi Langstrumpf, eine Frau, die sich von gesellschaftlichen Zwängen befreit hat. Doch im Gegensatz zu Astrid Lindgrens Kinderbuchfigur ist Mike Leighs Filmfigur nicht so bemüht pädagogisch. Und diese Leichtigkeit steht HAPPY-GO-LUCKY mindestens so gut wie Poppy ihre kunterbunten Klamotten."

13. Februar 2008 | HAPPY-GO-LUCKY • Kritik • Der Tagesspiegel

Ist diese Frau überhaupt auszuhalten, fragt sich Jan Schulz-Ojala. "Um der Welt so entgegenzutreten, braucht man vor allem eines: nie nachlassende Furchtlosigkeit. Sogar einen Riesen von brabbelndem Stadtstreicher verschafft sie nachts durch pure Menschenneugier und Nichtverjagbarkeit einen Augenblick des Zusichkommens – und es ist diese erratische, wie von sehr fern an IRINA PALM erinnernde Szene, die vielleicht eines Tages von diesem Film am eindrücklichsten in Erinnerung bleibt."

13. Februar 2008 | HAPPY-GO-LUCKY • Kritik • Der Tagesspiegel

Andreas Conrad berichtet von der Pressekonferenz, auf der Regisseur und Hauptdarstellerin gute Laune verbreitet haben.

13. Februar 2008 | HAPPY-GO-LUCKY • Kritik • festivalblog.de

Endlich mal wieder ein Film, der so richtig Spaß macht, lobt Tiziana Zugaro-Merimi. "Mike Leigh hat entgegen seiner Gewohnheit diesmal kein deprimierendes Sozialdrama auf die Leinwand gebracht, sondern ein beschwingtes Porträt einer wunderbar verrückten Frau, die mit einer schier unbegrenzten Lebensfreude durch London hüpft. ... Entgegen aller empirischer Gegenbeweise ist es in diesem Film so, dass eine nette Frau auch mal einen wirklich (!) netten Kerl abbekommt. Und das gönnen wir Poppy auf jeden Fall."

12. Februar 2008 | HAPPY-GO-LUCKY • Kritik • Der Spiegel

Was denn mit Mike Leigh los sei, fragt sich Leonie Wild. Eine Komödie? "Erwachsen werden macht keinen Spaß, verströmt Poppy mit jeder Pore ihres modeschmuckklimpernden Körpers. Sie packt sich Hühnerfilets in den BH und absolviert ihre erste Flamenco-Stunde mit Grimassen, als gelte es, den Preis als bester Mr.-Bean-Imitator abzugreifen - statt den Silbernen Bären als beste Darstellerin, auf den sich Hawkins Hoffnung machen darf. HAPPY-GO-LUCKY - der Name ist also Programm, und je länger es nicht den geringsten Zweifel gibt, dass es Poppy an nichts fehlt, desto mehr wünscht man ihr fast einen Zwischenfall, der ein wenig, nur ein wenig Ernst in ihr Dasein bringen möge."

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