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STILLES CHAOS

STILLES CHAOS

Regie Antonello Grimaldi
Kinostart 29.01.2009

Kritiken • STILLES CHAOS

29. Januar 2009 | STILLES CHAOS • Kritik • Der Tagesspiegel

Dies ist laut Christina Tilmann zu schön, um wahr zu sein: "Zu sehr löst sich am Ende alles in Wohlgefallen auf, mit der so vernünftigen wie tapferen Tochter, die dem Vater klarmachen muss, dass das Leben weitergeht. Pietro auf der Parkbank hatte, um sich zu beschäftigen, im Kopf Listen erstellt: Fluglinien, mit denen ich schon einmal geflogen bin. Wohnungen, in denen ich schon einmal gewohnt habe. Da erkennt man den alten Nanni Moretti wieder, seinen manischen Redefluss, seine Ungeduld, seine überbordende Fantasie. Spielen wir das Spiel im Kopf ruhig noch etwas weiter: Filme, in denen wir Nanni Moretti einmal wunderbar fanden ..."

29. Januar 2009 | STILLES CHAOS • Kritik • Die Tageszeitung

Max Obexer lobt den Hauptdarsteller: "Nanni Moretti spielt den Verweigerer wunderbar unsentimental. In einer seltsam schönen, interesselosen Wachsamkeit verfolgt er die junge Frau mit dem Bernhardiner, die täglich zur selben Uhrzeit vorbeikommt. Einmal nur sie ansprechen, und er wäre neu involviert. Auch legen ihre Schönheit und die Weise, wie die Kamera sie fokussiert, ganz klar nahe, dass es sich hier um den klassischen Beginn einer Geschichte handeln könnte. Doch muss die sein? Die Frage scheint nicht nur Pietro mit Nein zu beantworten, sie zielt auch auf filmästhetische Überlegungen. Sollen Geschichten immer beschleunigt und vernetzt sein, um sie bestmöglich zu dramatisieren? Und ist dramatisch immer aufregend?"

29. Januar 2009 | STILLES CHAOS • Kritik • Die Tageszeitung

Wilfried Hippen ist vom Hauptdarsteller begeistert. "Wie sehr er unter dem Verlust leidet, zeigt Nanni Moretti in kleinen, verlorenen Gesten und leeren Blicken. Aber er nutzt auch wieder sein perfektes komisches Timing und schafft so einen kühleren Gegenstrom, durch den vermieden wird, dass die Geschichte etwa sentimental werden könnte. Stattdessen ist dies ein Loblied auf die Kontemplation, und statt eines eher beliebig wirkenden Stücks von Radiohead hätte "The Fool on the Hill" von den Beatles perfekt dazu gepasst."

29. Januar 2009 | STILLES CHAOS • Kritik • Frankfurter Rundschau

Für Heike Kühn steht fest: "Auch wenn wir aus Rollen und Funktionen fallen, sagt dieser liebevoll gedachte und gemachte Film, fallen wir nicht aus dem Menschsein und nicht aus der Zeit. Wenn es regnet, flüchtet sich Pietro in sein Auto und ähnelt noch mehr einem Diogenes in der Blech-Tonne. Auch zu ihm, der nichts will, als da sein, kommen die Rat- und Rastlosen. Heiter, weise und sehr melancholisch verzichtet der Film auf alle Wegweiser. Wozu auch. Sobald wir irgendwo bleiben, und sei es auf einer Parkbank, verändern wir die Welt."

29. Januar 2009 | STILLES CHAOS • Kritik • perlentaucher.de

Ekkehard Knörer erinnert sich an Vieles, als den Film vor fast einem Jahr auf der Berlinale gesehen hat.

25. Januar 2009 | STILLES CHAOS • Kritik • epd-film 02/2009

Kai Mihm ist von der Poetisierung des Alltäglichen angetan. "Trotz solcher Finessen setzt Antonello Grimaldi sich freilich der Gefahr einer gewissen Monotonie aus, indem er sich ganz auf seinen introvertierten Protagonisten und weitgehend einen Spielort konzentriert. So ist es denn auch der außerordentlichen Präsenz Morettis und einer klug dosierten Ironie zu verdanken, dass die Geschichte immer wieder die Kurve bekommt, nachdem man die Idee der Erzählung vom Schicksalsschlag als Möglichkeit des Perspektivwechsels begriffen hat und Pietros Verhalten in verkünstelte Ödnis zu kippen droht. Mit Pietros sanfter Erlösung aus seinem seelischen Chaos findet auch die Erzählung ein Ende. Die Stille des Films hallt indes noch lange nach."

08. Januar 2009 | STILLES CHAOS • Kritik • critic.de

Ein Panoptikum moderner Lebenswelten sah Thorsten Funke. Das Drehbuch scheut nicht "humoristische Inseln, die ja meist eingesetzt werden, um einem allzu ernsten Ton zu entfliehen, und die im Gefühlshaushalt des Zuschauers hinreichend bekannte Schalter umlegen. Auch der Einsatz von Musik ist alles andere als zurückhaltend. In direktem Vergleich zu derartig publikumsbeglückenden Mitteln wirkt Nanni Morettis Mimik angenehm kühl, die ungläubige Leere in seinem Gesicht lässt die entstehende Wärme, die Sorge um seine Umwelt nur langsam erahnen."

15. Februar 2008 | STILLES CHAOS • Kritik • kino-zeit.de

Stille Trauer und leise Komik hat Joachim Kurz ausgemacht, aber "mancher Winkelzug des Skripts unternimmt eine Wendung zu viel um die Geschichte um Trauer und die Rückkehr ins Leben wirklich glaubwürdig aufzuarbeiten. So sehr die Verbindung zwischen Vater und Tochter auch betont wird, über das Innenleben des Mädchens erfährt der Zuschauer bis zum Ende so gut wie nichts. Es bleibt für diesen Film unterm Strich vor allem eines anzumerken: Ohne einen glänzenden Nanni Moretti wäre Caos Calmo nichts weiter als eine drittklassige Fernsehschmonzette, die immerhin einigermaßen angenehm unterhält. Mehr aber auch nicht."

15. Februar 2008 | STILLES CHAOS • Kritik • festivalblog.de

Einen wirklich schöner Film über Trauer, Verlust und die Zeit sah Christian Westheide. "Das ist charmant, witzig und melancholisch in einer sehr gelungenen Mischung."

14. Februar 2008 | STILLES CHAOS • Kritik • Der Spiegel

Komisch herzerwärmend nennt Wolfgang Höbel den Film. "Klar ist Moretti hier zum x-ten Mal der Stadt- und Sexual- und Todesneurotiker, als der er berühmt und ein bisschen beliebig wurde. Aber anders als in seinen letzten, sehr viel schwächeren Filmen (einer blöden Berlusconi-Story zum Beispiel) funktioniert hier die Balance aus Trauer und Komik auf ergreifende Weise. Was auch an der großartig altklugen Kinderdarstellerin liegt, die seine Tochter Claudia spielt."

14. Februar 2008 | STILLES CHAOS • Kritik • Berliner Zeitung

Als Desaster bezeichnet Jens Balzer den Film. "Der Film enthält eine 10-minütige Analsex-Szene und einen Cameo-Auftritt von Roman Polanski, ansonsten hat er das Niveau eines Sat-1-TV-Ereignisses. Liebe Italiener, so wird das nichts! Vielleicht sollte sich dieses ja durchaus begabte Volk eine Weile auf Pastazubereitung und Fußballspielen beschränken und erst nach einer längeren Erholungspause zum Filmemachen zurückkehren."

14. Februar 2008 | STILLES CHAOS • Kritik • Der Tagesspiegel

Manchmal scheint es ein richtiger Nanni-Moretti-Film werden zu wollen, schreibt Kerstin Decker, denn viele bezwingend skurrile Unterideen tragen die Hauptidee von QUIET CHAOS. "Aber etwas ist anders. Das berückend Provisorische, die wunderbar moderierte Unvollkommenheit der Moretti-Filme fehlt. Diese Geschichte über die langsame Rückkehr eines Mannes ins Leben hätte solche Sprödigkeit gebraucht. So sieht QUIET CHAOS in der Regie von Antonello Grimaldi manchmal aus wie ein typisches Erzeugnis des Medienkonzerns, bei dem Paladini angestellt ist: eine Spur zu kalkuliert, zu glatt, zu konfektioniert."

14. Februar 2008 | STILLES CHAOS • Kritik • Neues Deutschland

Gunnar Decker lobt den Hauptdarsteller: "Natürlich ist es immer ein Erlebnis, Nanni Moretti zuzusehen. Aber am Ende muss man sich doch eingestehen, dass allein er es verhindert, dass QUIET CHAOS ins gänzlich Klischeehafte abrutscht. Immer, wenn der Film bei Moretti ist, dann ist er bei sich – und der Zuschauer auch. ... Und doch wird schnell spürbar, dass das nicht allein sein Film ist. Regisseur Grimaldi überfrachtet QUIET CHAOS mit konventionellen Zutaten."

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