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JULIA

JULIA

Regie Erick Zonca
Kinostart 19.06.2008

Kritiken • JULIA

19. Juni 2008 | JULIA • Kritik • Der Tagesspiegel

Zum Glück entsteht hier kein Betroffenheitsdrama, sondern ein gnadenloses Powerplay, ein Marathonlauf mit ungewissem Ausgang, schreibt Christina Tilmann. "Mag sein, dass Zonca Julia durch ein paar Genres zu viel jagt, durch Entführung, Erpressung, fast auch Mord – egal. Mag der mit 138 Minuten etwas überlange Film auch alle 20 Minuten Schauplatz, Ästhetik und Tempo wechseln und nebenbei John Cassavetes und Walter Salles, Fernando Meirelles und Quentin Tarantino kopieren – er bleibt doch immer ganz bei seiner nervösen, harten, unberechenbaren Protagonistin. Und vor allem verweigert der Regisseur ihr, was den Film unglaubwürdig machen würde: Läuterung. Einsicht. Happy End."

19. Juni 2008 | JULIA • Kritik • Frankfurter Rundschau

JULIA bleibt laut Daniel Kothenschulte eine abgefilmte Performance. "Die große Tilda Swinton ist sein einziges Ereignis, doch der schwache Film kann ihr Gewicht nicht tragen. Sie ist wirklich furchterregend echt als unberechenbar nervöse Alkoholikerin, so echt, dass man irgendwann keine Lust mehr hat, Julias so menschlich gezeichneter Unmenschlichkeit weiter zuzusehen. Alle dramaturgischen Entwicklungsmöglichkeiten hat sich Zonca mit dieser Figur verbaut, und so führt sein Road-Movie buchstäblich nirgendwo hin."

19. Juni 2008 | JULIA • Kritik • Die Tageszeitung

Da nichts relativiert wird, stellt sich Dietrich Kuhlbrodt den Film besser als eine endlose Kette von Hauptsätzen vor. "JULIA ist ein Film der radikalen Beiläufigkeit. Was passiert, wird gekontert. Dazu braucht es keinen Plan. Der würde nur den Körper daran hindern, den Instinkten zu gehorchen. Erick Zonca (Buch und Regie) hat deswegen dem gewohnten Linearen abgesagt. Wenn der kleine Junge im letzten Drittel des Films die Entführerin als Mutter nimmt, wird damit weder bei ihm noch bei ihr etwas gewandelt werden. Sperr dich nicht, lass es einfach geschehen."

19. Juni 2008 | JULIA • Kritik • Die Zeit

Für Frauen wie Julia ist im Olymp des Kinos eigentlich kein Platz, stellt Birgit Glombitza fest. "Dabei ist es eigentlich ganz allein Tilda Swintons Film. Ihrer schauspielerischen Tour de Force hat Zoncas Julia kaum etwas hinzuzufügen. Swinton weicht der hässlichen Körperlichkeit einer Alkoholikerin nicht aus. Im Gegenteil, mit jeder Faser ihres langen, schmalen Leibes spielt sie den Exzess aus – bis zum Erwachen in Gestank und Jämmerlichkeit."

19. Juni 2008 | JULIA • Kritik • Jungle World

Tilda Swinton spielt die Rolle, dass Jürgen Kiontke schwindlig wird. "Julia ist jedoch deshalb interessant, weil sich die Figur keinen Millimeter entwickelt. Julia-Darstellerin Tilda Swinton fühlt sich in ihrem Element. Die Figur der Julia, sagt Swinton, bringe das 'animalische Wesen' des Menschen zum Ausdruck, für sie als Schauspielerin sei das großer Sport: große Reden schwingen, Höschen im Auto vergessen, Betten durchwühlen, kotzen, würgen, nackt vor der Kamera herumlaufen."

01. Juni 2008 | JULIA • Kritik • epd-film 06/2008

Marli Feldvoß sah eine Reise in die seelischen Abgründe einer Frau. JULIA "verbraucht sich in der Leidenschaft seiner Protagonistin und scheitert letztlich an einer völlig unausgewogenen Erzählhaltung, die auf mehrere Schlüsse zusteuert, aber einfach kein Ende finden will. ... Für Tilda Swinton war es eine Wunschrolle und sie schwärmt von der Zusammenarbeit mit Zonca, der in seiner losen Regie sicher Ähnlichkeit mit dem unvergessenen Derek Jarman hat, dem allerdings kein vergleichweise utopisches Erzählpotenzial zur Verfügung steht. So bleibt JULIA ein Triumph für Tilda Swinton – ihretwegen ist der Film unbedingt sehenswert."

08. Mai 2008 | JULIA • Kritik • programmkino.de

Marcus Wessel lobt besonders die Hauptdarstellerin. "Tilda Swinton spielt die Rolle ihres Lebens. Die vor kurzem für ihren Part in dem Polit-Thriller MICHAEL CLAYTON mit dem Oscar ausgezeichnete Britin zeigt auf höchst eindrucksvolle Art, wieso sie zu den größten Schauspielern ihrer Generation gezählt werden darf. Kaum eine Szene in JULIA kommt ohne sie aus. Zuweilen scheint die Kamera förmlich an ihren Lippen zu kleben. Ihre unglaubliche Präsenz, ihre Fähigkeit, Julias Irrationalität, ihren Egoismus und Leichtsinn in jedem Moment spürbar werden zu lassen, hebt den Film auf ein Niveau, das dieser abseits seiner grandiosen Hauptdarstellerin nicht halten kann."

03. März 2008 | JULIA • Kritik • critic.de

Sascha Keilholz ist enttäuscht: "Wo Cassavetes die Stärken von Genre- und Autorenfilm verknüpfte, verliert sich Zonca völlig in seinem Mischwald. Um zu überraschen bleibt das Erzählte immer zu konventionell; um zu fesseln ist es viel zu sperrig. Es scheint, als gäbe sich der Regisseur irgendwann selbst der Begeisterung für das Spiel seines Stars hin, nur um darüber hinaus die Geschichte aus den Augen zu verlieren. Er findet kein Ende, bis Frau und Kind an einer mexikanischen Schnellstraße stehen. Was nun geschieht, bleibt Spekulation. Vielleicht das Beste, was diesem Film passieren konnte."

11. Februar 2008 | JULIA • Kritik • Berliner Zeitung

Laut Carmen Böker ist der Film trotz des hohen Tempos nicht ohne Längen. "Dank Swinton macht das fast gar nichts; dieses Wrack von einer Existenz auf Kurs zu bringen, ist ihr Triumph. Sie spielt Julia zuerst rein instinktgetrieben, bar jeder rationalen Entscheidung, so ohne jedes Gefühl von Fürsorglichkeit, dass man trotz der wie elektrifizierten Siebzigerjahre-Farbe und des Hitzeflirrens über dem Asphalt der Überlandstraßen fast zu frieren beginnt: Wer lässt denn ein Kind nachts allein in der Wüste oder fesselt es derart grausam ans Heizungsrohr? Später wird Julia Tom schlaftrunken in die Arme schließen, und er wird es geschehen lassen."

11. Februar 2008 | JULIA • Kritik • Die Zeit

Markus Zinsmaier ist begeistert von der Hauptdarstellerin. "So körperlich, so entblößt, so wund war Swinton noch nie zu sehen. 138 Minuten lang wankt sie durch einen Film, der im grellen Partylicht beginnt und auf einer mehrspurig befahrenen Straße im Niemandsland endet. Dazwischen spannt sich eine Geschichte zwischen Suff und Räuberpistole, zwischen One-Night-Stands und dem Kater danach. ... Der Star des Films ist der Motor der Geschichte: Wie Tilda Swinton als Julia in ihren viel zu hohen Schuhen durch diesen Film stakst, fahl, verschwitzt, übernächtigt und verkatert, trägt den Plot von San Diego bis in die Wüste an der mexikanischen Grenze."

10. Februar 2008 | JULIA • Kritik • Der Spiegel

Lars-Olav Beier ist etwas enttäuscht. "An Stelle von Gena Rowlands spielt Tilda Swinton eine Frau, die plötzlich für das Schicksal eines kleinen Jungen verantwortlich ist. Swinton stellt diese Figur mit großer Kraftanstregung dar, mit gewaltigem mimischen und gestischen Aufwand. Das ist, trotz aller Hysterie, zunächst mitreißend, wird aber zum Ende hin sehr ermüdend. 138 Minuten dauert Swintons emotionaler Marathon, doch man kann die Leistung eines Darstellers eben nicht am Verbrauch der Kalorien messen."

10. Februar 2008 | JULIA • Kritik • Der Tagesspiegel

Tilda Swinton in der Hauptrolle spielt Oscar-verdächtig, lobt Christiane Peitz. "So sehr Erick Zonca an den Nerven des Zuschauers zerrt, so sehr beutelt und zaust er auch seine Figuren, das Drehbuch, die Bilder. Sie alle werden vom Sog einer Zentrifugalkraft erfasst, die Julia heißt; mit ihr geraten sie außer Atem, um sie dreht sich alles. Die Wüstensonne, die wenigstens einmal ihr rotes Haar zum Leuchten bringt. Die Schäbigkeit der Motelzimmer als Kontrastmittel zum vergeblichen Traum vom besseren Leben."

10. Februar 2008 | JULIA • Kritik • Der Tagesspiegel

Christina Tilmann berichtet von der Pressekonferenz zum Film.

10. Februar 2008 | JULIA • Kritik • kino-zeit.de

Am Anfang dachte Joachim Kurz, dies sei eine knallharte Studie über eine Alkoholikerin, wurde aber schnell des Schlechteren belehrt. "Denn je mehr sich der Film zur rasanten Entführungsklamotte wandelt, in deren Verlauf die Protagonistin auch noch ihre Liebesfähigkeit entdecken und unter Beweis stellen muss, desto hektischer, lauter und nerviger gerät die Story. Irgendwann im Laufe des immer abstruser werdenden Films wird Julia dann auch noch trocken, greift nicht mehr bei jeder passenden oder unpassenden Gelegenheit zur Flasche. Doch zu diesem Zeitpunkt ist es dem Zuschauer bereits längst egal, was mit der Frau passiert."

10. Februar 2008 | JULIA • Kritik • festivalblog.de

Christian Westheide ist von den ersten 20 Minuten begeistert. "Was in den ersten 20 Minuten eine beeindruckende Charakterstudie war, wird zu einer Art Thriller aber zerfasert in eine viel zu langes (138 Minuten, 90 hätten gereicht!) Geschacher von Kind und Lösegeld und Muttergefühlen und Geldgier und und und. Ein bisschen JACKIE BROWN ohne den Style, ein bisschen missglückte Entführung a la FARGO aber ohne den Humor. Und nach der Hälfte (also mehr als einer Stunde) weiß man auch wie es enden wird."

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