TRANSSIBERIAN

film-zeit Film: TRANSSIBERIAN
Regie Brad Anderson
Kinostart 11.12.2008

Inhalt • TRANSSIBERIAN

Nach einem Aufenthalt in Peking beschließt ein amerikanisches Ehepaar, die Reise nach Moskau mit der Transsibirischen Eisenbahn fortzusetzen. In der Ehe von Roy und Jessie kriselt es, die beiden sind deshalb ganz froh, als unterwegs zwei sympathische Reisebegleiter zusteigen. Carlos und Abby reisen durch die Welt und geben Sprachunterricht. Die Reise nimmt eine unangenehme Wendung, als Roy bei einem Zwi­schen­aufenthalt den Zug verpasst ...

Kritiken • TRANSSIBERIAN

12. Dezember 2008 | Kritik • Der Spiegel

So unmotiviert wie unterkühlt findet Christoph Cadenbach den Thriller. "Auch die verspätet einsetzende Spannung täuscht nicht darüber hinweg, dass in diesem seltsam unausgegorenen Thriller viele Chancen leichtfertig sausen gelassen wurden. Da wäre zum einen der Schauplatz: Anderson schickt sein amerikanisches Pärchen auf eine Reise mit der legendären Transsibirischen Eisenbahn, ein Trip, den der Regisseur zu Studentenzeiten selbst schon einmal unternommen hat. In TRANSSIBERIAN (2007) (film-zeit Trailer: TRANSSIBERIAN (2007)) dienen die ideologisch und politisch aufgeladenen Länder China und Russland allerdings nur als Platzhalter für eine diffus fremdartige, feindliche Umgebung."

11. Dezember 2008 | Kritik • Berliner Zeitung

Für Bert Rebhandl kombiniert Regiseur Brad Anderson "zurückhaltend dosierte Action mit klassischen Thriller-Elementen nach dem Vorbild von Alfred Hitchcock. Irgendwann wächst dann sogar der leicht einfältige Roy über sich hinaus und erinnert sich daran, dass er in einem Eisenbahnmuseum in Des Moines schon mal gesehen hat, wie man eine Lokomotive fährt. Die kleine Katastrophe, zu der das führt, ist nicht das letzte Wort in TRANSSIBERIAN (2007) (film-zeit Trailer: TRANSSIBERIAN (2007)), liefert aber zumindest gute Gründe dafür, die Transsib zweispurig auszubauen."

11. Dezember 2008 | Kritik • Der Tagesspiegel

Die Moral ist für Julian Hanich glasklar. "Ja, TRANSSIBERIAN (2007) (film-zeit Trailer: TRANSSIBERIAN (2007)) ist spannend. Zwar lässt Regisseur Brad Anderson seinen Film die ersten 55 Minuten recht gemächlich und auf einigen Umwegen dahinzuckeln. Der Film lebt dabei von seiner schmutzig-kalten Atmosphäre und einem gewissen erotischen Flair. Doch dann kommt das Thrillvehikel ordentlich ins Rollen. Die Spannungskurve steigt steil an. Wahr ist freilich auch, dass von diesem Zeitpunkt an der Plausibilitätsgraph rapide fällt – bis er sich am Ende dem Nullpunkt nähert. Womit Freunde des Genres freilich locker leben können."

11. Dezember 2008 | Kritik • Berliner Morgenpost

Brad Anderson lässt sich und seinen Darstellern sehr viel Zeit, schreibt Sascha Westphal. "Die Geschichte um Drogenschmuggel und Mord, Liebe und Vertrauen entwickelt sich in einem bedächtigen Tempo, das perfekt mit der schier unendlichen Weite der sibirischen Landschaft korrespondiert. Man kann in aller Ruhe den Blick schweifen lassen, über die schneebedeckten Felder und Wälder wie über die Gesichter der Menschen im Zug. Jenseits der zwischen klaustrophobischer Enge und verstörender Endlosigkeit hin und her springenden Einstellungen und der geradlinigen Genre-Erzählung entsteht ein Raum für Betrachtungen und Vermutungen, die diesen klassischen Thrillerstoff fest in der postsozialistischen Elendswelt der ehemaligen Sowjetrepubliken verankern."

11. Dezember 2008 | Kritik • Der Freitag

Mühsam schleppt sich die Geschichte voran, kritisiert Simon Rothöhler. "Für etwas Unterhaltung sorgen lediglich kurze Phasen, in denen sich eine gewisse Uneindeutigkeit breit macht. Weil das Erzähltempo für einen Thriller deutlich zu gemächlich ist, steht in diesen Momenten die Frage im Raum, ob es nicht doch um etwas ganz anderes geht, als um unprofessionell abgewickelte Drogentransfers. ... Die auch handwerklich auffällige Mittelmäßigkeit des Films zeigt sich beispielsweise daran, wie die Regie auf jeden Inszenierungseinfall verzichtet, der das Innenleben der Waggons in einen halbwegs unter Genredruck stehenden Erzählraum transformieren würde. Ein Panic Room sieht jedenfalls anders aus."

11. Dezember 2008 | Kritik • perlentaucher.de

Ekkehard Knörer ist enttäuscht: "TRANSSIBERIAN (2007) (film-zeit Trailer: TRANSSIBERIAN (2007)) ist ein Film mit Attention Deficit Hyperactivity Disorder, verbunden mit Größenwahn. Man darf sich sicher sein, dass Brad Anderson, Autor und Regisseur, irgendwie Alfred Hitchcock im Sinn hatte. Nur dass er alles, was an Hitchcock-Filmen unwichtig ist, wichtig nimmt: Plot, Psychologie, Gewalt und Haudrauf; und von allem, das Hitchcock so meisterlich beherrscht, keine Ahnung hat: Rhythmus, Ironie, Genauigkeit im Detail, Zurückhaltung im rechten Moment. (Lektion: Nicht aus allen, die sich maßlos übertreibend an Alfred Hitchcock abarbeiten, wird ein Brian De Palma.)"

07. Dezember 2008 | Kritik • Die Welt

Harald Peters sah einen eleganten, meisterlich konstruierten, fast altmodischen Thriller, "der immer neue, aber auch völlig logische Wendungen nimmt und dabei ganz auf Spezialeffekte verzichtet. Menschen verschwinden, Menschen tauchen wieder auf, Menschen sterben, Züge verfahren sich in den unendlichen Weiten Sibiriens. Mit voller Wucht appelliert Brad Anderson an die Urängste aller Touristen, die durch fremde Länder reisen, deren Sprache sie nicht kennen, von deren Spielregeln sie keine Ahnung haben, deren Sitten und Gebräuche allgemein nicht den besten Ruf genießen."

04. Dezember 2008 | Kritik • film-dienst 25/2008

Michael Kohler denkt, dass "sich auch Brad Anderson einer pornografischen Lust an der Gewalt hingibt, doch sind die zur Schau gestellten Wunden eines Folteropfers in TRANSSIBERIAN (2007) (film-zeit Trailer: TRANSSIBERIAN (2007)) gerade kein Selbstzweck, sondern dramaturgische Notwendigkeit. Schon Andersons außergewöhnlicher Thriller DER MASCHINIST (2005) wäre ohne das Motiv des geschundenen Leibs schlichtweg nicht vorstellbar gewesen. Dieses Mal zeigt sich, was Menschen einander antun können, um zu bekommen, was sie wollen. Und was sie andererseits dafür zu erdulden in der Lage sind."

01. Dezember 2008 | Kritik • br-online.de

TRANSSIBERIAN (2007) (film-zeit Trailer: TRANSSIBERIAN (2007)) ist ein Augenschmaus, lobt Doris Hueber. "Die Bilder der stillen Winterlandschaft und die düsteren Aufnahmen innerhalb des Zugs vermitteln eine fast schon gespenstische Atmosphäre. Russland erscheint als bedrohliches Land, das von allerlei finsteren Gestalten bevölkert und heimgesucht wird. Die Russen sind im Film ein dem Alkohol frönendes Volk und der Latino Carlos stellt sich als lüsterner Drogendealer heraus. Brad Anderson übertreibt es ein wenig mit den Stereotypen und spart dafür an Logik und Glaubwürdigkeit. Unterhaltsam ist TRANSSIBERIAN (2007) (film-zeit Trailer: TRANSSIBERIAN (2007)) trotzdem."

20. März 2008 | Kritik • programmkino.de

Von Logik will Michael Meyns hier nicht wirklich sprechen, aber die Atmosphäre des Films hat es ihm angetan: "Die Enge des Zuges, das "typisch" russische, dieses Erlebnisses, von maulfaulen Schaffnern, über verstopfte Toiletten, bis zu russischer Gastfreundschaft, ist mit großer Authentizität geschildert. Dass sich diese Qualität nicht auch in der eigentlichen Handlung findet ist bedauerlich, hätte TRANSSIBERIAN (2007) (film-zeit Trailer: TRANSSIBERIAN (2007)) andernfalls doch mehr sein können als eine von eindrucksvollen Landschaftsaufnahmen und einzelnen überzeugenden Sequenzen durchzogener Film."

05. März 2008 | Kritik • critic.de

Rochus Wolff ist enttäuscht: Die Spannung bleibt "mäßig, zumal sich die Wendungen des Geschehens schon frühzeitig ankündigen, nicht zuletzt auch in den fast platten Klischees, in denen Russland hier aus Sicht der amerikanischen Gäste zu sehen ist: lauter freundliche, trinkfeste Menschen, aber vor allem dann doch kalt, unwirtlich, korruptionsgeschüttelt und voller Krimineller. Und natürlich bietet auch die Miliz keinen Schutz: Milizionäre tauchen vor allem auf, um Verdächtige zu verprügeln. Angesichts des Umstands, dass Anderson als Inspiration für den Film eine eigene Zugfahrt auf der "Transsib" vor zwanzig Jahren angibt, erscheint es doch etwas befremdlich, wie feindlich das Land hier gezeichnet wird."

15. Februar 2008 | Kritik • Berliner Zeitung

Für Philipp Bühler fühlt sich der Film nicht so lang an wie eine Fahrt auf der Transsib. Er "hat nichts Romantisches, sondern Züge eines Albtraums und bedient eine menschliche Urangst: von Ben Kingsley auf der transsibirischen Eisenbahn mit Drogen erwischt zu werden. Dabei spielt es erstaunlicherweise gar keine Rolle, ob er diesmal zu den Guten oder Bösen gehört (als Schauspieler kann er bekanntlich beides, Gandhi oder Gangster, kein Problem). Kingsley killt dich, und sei es mit seinem Blick. Am schlimmsten ist er als Russe. TRANSSIBERIAN liefert nämlich nicht nur herrliche Panoramen des verschneiten Sibiriens, sondern auch kräftig Nahrung für die neumodische Russenangst."

12. Februar 2008 | Kritik • Die Tageszeitung

Dies ist Dirk Knipphals laut ein Eisenbahn-Thriller, der zu sehr unter Dampf steht. Er ist "ein düsterer Thriller, mit Drogenschmuggel, Russenmafia und Ben Kingsley als lange Zeit noch charmantem Oberbösen. Und TRANSSIBERIAN ist auch noch ein Film über ein modernes, gefährdetes amerikanisches Paar, das auf der langen Reise zu sich selbst finden will und auf dem Weg Versuchungen, Überraschungen und Abenteuern ausgesetzt ist (sehr überzeugend: Woody Harrelson und Emily Mortimer als Paar, den Verführer spielt Eduardo Noriega). Das ist dann doch etwas zu viel. Im Zweifel packt Anderson immer eine Schippe zu viel drauf - die einzelnen Bilder geraten zu groß, die ganze Dramaturgie ist überladen."

11. Februar 2008 | Kritik • Die Zeit

Der noch junge Ruhm des 44-jährigen Amerikaners gerät hier für Mark Stöhr ernstlich in Gefahr. Der Film "entpuppt sich rasch als gemächlich tuckernde Bummelbahn auf der Fahrt durch eine Klischeelandschaft menschlicher Makel. Was vordem als Zeitbombe in den brüchigen Stollen der Psyche seiner Figuren und des Zuschauers tickte, hat nun die Gefährlichkeit eines Silvesterknallers. Was filmsprachlich radikal und verstörend war, erschöpft sich jetzt im routinierten Abarbeiten von Genreregeln. Als habe Anderson plötzlich Angst vor seiner eigenen Courage bekommen."

09. Februar 2008 | Kritik • Berliner Morgenpost

Als mörderischen Eisenbahnthriller bezeichnet Jörg Peter Löblein den Film. "Im Grunde variiert dieser Film also die altbekannte Geschichte von den braven Amerikanern, die im rechtslosen, für gewöhnlich gleich hinter den Grenzen der USA beginnenden Niemandsland verloren gehen. Zugleich legt TRANSSIBERIAN - wie jüngst etwa auch David Cronenbergs TÖDLICHE VERSPRECHEN abermals im Gewand des Thrillers Zeugnis ab von einem neuen Unbehagen an Russland."

09. Februar 2008 | Kritik • kino-zeit.de

Katrin Knauth lobt den Film: "Mit TRANSSIBERIAN ist Anderson ein weiteres Meisterwerk gelungen. Mit perfekt eingesetzten Thriller-Elementen lässt er seine Zuschauer genauso an den Verfolgungsjagden teilnehmen wie seine Figuren selbst und zieht einen immer tiefer in ein eiskaltes Verwirrspiel. Und obwohl Xavier Giménez’ großartige Bilder uns in eiskalte, abgelegene Landschaften führen, lässt die fesselnde Handlung unseren Puls immer ein paar Takte schneller schlagen."

Aktueller Stand der Datenbank:
15653 Filme,
15390 Bücher & Artikel,
801 Biographien,
52 Themen & Listen
all: 0.41924