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OTTO; OR, UP WITH DEAD PEOPLE

OTTO; OR, UP WITH DEAD PEOPLE

Regie Bruce LaBruce
Kinostart 18.09.2008

Kritiken • OTTO; OR, UP WITH DEAD PEOPLE

18. September 2008 | OTTO; OR, UP WITH DEAD PEOPLE • Kritik • Die Tageszeitung

Jan Kedves entdeckt Selbstsabotage: wenn "LaBruce hier also mit allem technischem Pipapo, mit profihaft gesetztem Licht und neuester HD-Technik auf Teufel komm raus zugleich den größtmöglichen Publikumscrossover und die gründlichste inhaltliche Verzettelung will. Wie er unbedingt noch, als Film im Film im Film, ein Restaging von Maya Derens "Meshes of the Afternoon" mit reinbringen muss. Wie das finale Entschwinden Ottos aus Berlin in Richtung Nordpol sowohl als rein privates Resignieren wie auch als große politische Geste deutbar sein soll. Und wie er über all diesem kopfigen Wust eben völlig die Dramaturgie vergisst."

18. September 2008 | OTTO; OR, UP WITH DEAD PEOPLE • Kritik • Jungle World

Jürgen Kiontke ist begeistert: "Der Betrachter mag sich selbst ein Urteil bilden, »Otto« ist ein bunter und schöner Film. Wie der traurige Jugendliche da im lila Flieder steht und aus den hohlen Augen eine Träne fließt, ist großes Independent-Kino wie alle Filme von Bruce LaBruce. Und natürlich strengstens verboten für Unter-18-Jährige. Die eleganteste Einstellung, die die Gleichzeitigkeit von Totem und Lebendigem zeigt, gelingt LaBruce allerdings nicht bei Otto, sondern bei seiner Frauengestalt Hella Bent. Wenn sie auftritt, tut sie dies grundsätzlich im Stumm­filmambiente."

17. September 2008 | OTTO; OR, UP WITH DEAD PEOPLE • Kritik • critic.de

Rochus Wolff entdeckt ein hübsch komplexes Spiel mit Bedeutungen und Bedeutungsebenen. "Obwohl das Medium Film selbst kein zentrales Thema von OTTO; OR, UP WITH DEAD PEOPLE ist, verfremdet LaBruce sein Filmmaterial in nachgerade Brechtscher Manier so weit, bis aller Anschein von Authentizität getilgt ist; seien es die Perspektivwechsel, der harte deutsche Akzent, mit dem seine Protagonisten ihre englischen Texte proklamieren oder die gelegentlich eingestreuten homoerotischen, zuweilen auch pornographischen Momente – alles arbeitet darauf hin, Brüche zu erzeugen und Seherwartungen zu konterkarieren."

10. September 2008 | OTTO; OR, UP WITH DEAD PEOPLE • Kritik • kino-zeit.de

Für Joachim Kurz ist OTTO "ein zutiefst verstörender und zugleich sehr schlau konstruierter Film, den man kaum jedem Kinobesucher guten Gewissens ans Herz legen darf – zu harsch sind die Bilder, zu krude die Story, zu enervierend die Geräuschkulisse, die Marcuse-Zitate neben Kopulationsgeräusche und organische Sounds montiert und so ein Hörspiel des unersättlichen Körper(Konsums) sinnlich erleb- und erleidbar macht. Zumindest einen guten Magen sollte man mitbringen sowie ein gewisses Interesse an Filmen weit abseits des Mainstream."

09. September 2008 | OTTO; OR, UP WITH DEAD PEOPLE • Kritik • film-dienst 19/2008

Wie Kathrin Häger schreibt, schwebt sich der Regisseur "seinen visuell provokant gemusterten Filmteppich aus ungezügelten Bildfasern zusammen, die sich nur abgehärteten Gemüter empfehlen und selbst von diesen wohl schwer zu goutieren sind: Es finden sich Verweise auf Faschismus, ansteckende Krankheiten inmitten gewalttätiger Sexualpraktiken, "immigrierte" Homophobie, jugendlich eingeklagte Hoffnungen an die Metropole Berlin und eine überspannte Kunstkultur – das alles ist beim Grenzgänger LaBruce extremes Statement, überzogenes Klischee und kritische Negierung zugleich. Kontroverse Lesarten oder gar eine Ablehnung scheinen bei dieser metaphernreichen Fülle an Interpretationsmöglichkeiten geradezu erwünscht."

15. Februar 2008 | OTTO; OR, UP WITH DEAD PEOPLE • Kritik • festivalblog.de

Für Dominik Walther hat der Film "zwar ein paar Längen, ist aber so ein durchgeknallter Quatsch, den anzuschauen einfach irrsinnig Spaß macht. Die Story ist dabei gar nicht wichtig, man kann die immer neuen, immer absurderen Ideen genießen, die sich auf der Leinwand entfalten. ... Viele witzige Einfälle gibt es: so tritt eine Darstellerin konsequent als Stummfilmdiva auf, in flackerigem Schwarzweiß mit Klaviergedudel im Hintergrund und eine Texttafel, nachdem sie die Lippen bewegt hat, irre Monologe der Darsteller, Bombembilder aus dem Golfkrieg und witzige Zwischenszenen (Otto der Zombie als Anhalter in Auto eines älteren Ehepaars bspw.). Muss man nicht gesehen haben, ist aber witzig."

14. Februar 2008 | OTTO; OR, UP WITH DEAD PEOPLE • Kritik • Die Tageszeitung

Einfach toll ist der Film für Kirsten Riesselmann. "Er baut erst eine geschachtelte Film-im-Film-Geschichte. Er spielt mit filmgeschichtlichen Referenzen wie ein Kind mit Bauklötzen - Horrorfilmklassiker, Stummfilm, Maya Deren. Er packt 55 Stücke in den Soundtrack (sehr erlesen: Neue Musik, Anthony and the Johnsons, CocoRosie, Throbbing Gristle). Er lässt nach Pollesch-Art viel wohlgefeilte Kapitalismuskritik abfeuern und dazu noch Marcuse lesen. Er macht über mannigfaltige Fleischkonkretionen das Feld auf zwischen Sex als rebellischer Geste und Sex als paradigmatischem Konsumakt."

12. Februar 2008 | OTTO; OR, UP WITH DEAD PEOPLE • Kritik • Der Spiegel

Der schräge Film hat Tim Stüttgen durch seine überraschend melancholischen Einsichten überzeugt. "Videoclipkunst und der frühe Expressionismus vermischen sich, wie auch die beiden Körpergenres Horror und Porno. Ein wahrer Eklektizismus zwischen langen stillen Einstellungen voller sinnlicher Farbe, wie man sie aus asiatischen Kunstfilmen oder Videoinstallationen kennt, und schwarz-weißen Abgrund-Bildern. Obwohl das Ergebnis verspielt ist, ist "Otto" ein melancholischer Film, der auch vom Altern handelt, und vom Verfall makelloser Körper und schöner filmischer Oberflächen."

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