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SELBSTGESPRÄCHE

SELBSTGESPRÄCHE

Regie Andre Erkau
Kinostart 31.07.2008

Kritiken • SELBSTGESPRÄCHE

01. August 2008 | SELBSTGESPRÄCHE • Kritik • Der Tagesspiegel

Christina Tilmann sagt es eindeutig: SELBSTGESPRÄCHE ist ein Fernsehfilm. "Und seine Typen sind Fernsehtypen. Glatt, vorhersehbar, ohne Entwicklung, ohne Ecken und Kanten. Und mit viel Vorlebensballast. ... Alle sitzen sie in ihren Telefonboxen und führen Selbstgespräche mit dem unsichtbaren Gegenüber. Ähnlich austauschbar wie diese Gespräche sind auch die Vorstellungen, wie das eigene Leben verlaufen sollte. Ein Job. Eine Freundin. Ein Kind. Das sind so die Träume. Wie schade, dass man beim Film nicht auflegen kann."

31. Juli 2008 | SELBSTGESPRÄCHE • Kritik • Die Tageszeitung

Wilfried Hippen entdeckt viel vom Regisseur Andre Erkau in den Figuren. Dies ist "liebevoll geschriebene und inszenierte Komödie, in der die Charaktere in ihren kleinen Telefonboxen mit den Headset auf den Köpfen ständig von der Geschäftsleitung unter Druck gehalten werden und sie sich nach Feierabend zuhause dann mit ihren persönlichen Problemen weiter abplagen müssen. ... Überhaupt ist die Unfähigkeit zur Kommunikation das versteckte Hauptthema des Films, und sein Witz beruht darauf, dass alle permanent aneinander vorbeireden. Dies tun sie nun aber äußerst ausgefeilt."

31. Juli 2008 | SELBSTGESPRÄCHE • Kritik • Der Spiegel

Für Daniel Sander zeichnet der Regisseur ein "ziemlich warmherziges Bild dieser Menschen, die sonst eigentlich niemand mag. Aus nervtötenden Schleimern ohne Gesicht macht er mal mehr, mal weniger sympathische echte Leute mit ihren Nöten und Sorgen, die nur Geld verdienen wollen und gar nichts Böses im Sinn haben. In seinem Herzen ist SELBSTGESPRÄCHE eine Komödie, schließlich ist der Berufsalltag in diesem Job mit seinen elektronisch erfassten Pinkelpausen und der verzweifelt aufgesetzten Freundlichkeit schon absurd genug. Aber Erkau nimmt sich auch Zeit für die melancholischen Momente; für die kleinen menschlichen Dramen, die sich eben ergeben, wenn man auf der Arbeit ein anderer Mensch sein muss, als man sein will."

30. Juli 2008 | SELBSTGESPRÄCHE • Kritik • Deutschlandradio

Anke Leweke findet die Ausgangsidee hübsch. "SELBSTGESPRÄCHE ist ein wortreicher Film über die Wortlosigkeit unserer modernen Kommunikationsgesellschaft geworden. Auch wenn man manchmal meint, das Drehbuch knirschen zu hören, die Figuren und ihre Probleme allzu stereotyp wirken, vermögen die Schauspieler die ihnen auferlegten Klischees zu überspielen. ... Es ist das überzeugende Schauspielerensemble, das über die eher fernsehhaften Bilder hinwegsehen lässt. Nur wenn die Kamera im Callcenter verweilt, verlässt sie die Perspektive der braven halbnahen Einstellung und schwingt sich auf in die Totale."

30. Juli 2008 | SELBSTGESPRÄCHE • Kritik • epd-film 08/2008

Keine schlechte Idee, einmal einen Film mit Figuren aus diesem gemeinhin als unseriös angesehenen Berufsfeld zu bevölkern, meint Rudolf Worschech. "Das Aneinandervorbeireden und Ignorieren ist das Erzählprinzip dieses Films, der bei aller Lakonie und Witz mehr und mehr auch die Tragik seiner Figuren enthüllt. ... Wie überhaupt das Darstellerensemble ein großes Plus dieses Films ist. Einmal tritt sogar Günter Wallraff mit Perücke auf; bei einer Feier macht er sich ein paar Notizen und verschwindet sofort. Aber da wissen wir schon längst und ohne ihn, dass auch im Callcenter jeder seine Chance haben wird. Denn das chinesische Schriftzeichen für Krise, sagt Harms, ist zusammengesetzt aus den Zeichen für Gefahr und Chance."

29. Juli 2008 | SELBSTGESPRÄCHE • Kritik • film-dienst

Horst Peter Koll lobt den jungen Regisseur. Er verdichtet "den authentischen Stoff durchweg überzeugend zu einem inszenatorisch geschickt gefächerten Reigen einfühlsamer, mal komischer, mal intimer Einzelporträts, die schon allein für sich überzeugen, in der Verzahnung aber einen besonderen Reiz entfalten, wenn die Figuren auf unterschiedliche Weise miteinander in Korrespondenz treten. Das ist, natürlich, primär ein Film der Sprache, und die Dialoge, besser gesagt die vielen SELBSTGESPRÄCHE, sind ebenso vorzüglich komponiert, wie sie punktgenau von den guten Darstellern vorgetragen werden."

28. Juli 2008 | SELBSTGESPRÄCHE • Kritik • critic.de

Ulrich Ziemons ist enttäuscht: Die Musik fügt "den kargen Bildern eine süßliche, romantisierende Ebene hinzu. Unter den maritimen Harmoniumklängen und traurigen Gitarrenmelodien verwässern alle vorhandenen Anlagen einer beißenden Satire auf prekäre Arbeitsverhältnisse in der Dienstleistungsgesellschaft. Das kritische Potenzial des Films verpufft zu emotionalisierender Musik in den Plotwindungen seichter Comedy und dem unbedingten Willen zum Happy End. Zwar erweist man mit Günter Wallraff, der einen kleinen Cameoauftritt absolviert, einem großen Anprangerer die Ehre. In SELBSTGESPRÄCHE bleibt die Welt der Callcenter jedoch bloße Folie für ästhetisierte Einsamkeit und Melancholie."

25. Juli 2008 | SELBSTGESPRÄCHE • Kritik • br-online.de

Durchaus geschickt werden die verschiedenen Schicksale der Zufallsgemeinschaft zu einem Ensemblefilm mit melancholischem Grundton und überzeugend spielenden Hauptdarstellern verwoben, lobt Tamara Danicic. "Allerdings schürft der Regisseur bei den Charakterzeichnungen in der Regel nicht sonderlich tief, sondern verlässt sich vor allem auf die Leistung seiner Schauspieler und den Unterhaltungswert seiner tragikomischen, letztlich aber doch eher harmlosen Geschichte."

14. Juli 2008 | SELBSTGESPRÄCHE • Kritik • br-online.de

Sympathisch nennt Margret Köhler die Geschichte. "Optisch erinnert SELBSTGESPRÄCHE weniger an Kino als an Fernsehen, das machen die durchweg guten Schauspieler wieder wett und das Spielen mit sehr realistisch scheinenden Situationen, die jegliche Klischees in den Schatten stellen. Erkau, der dicht an den Figuren bleibt, arbeitete selbst während des Studiums in einem Callcenter und lässt süffisant seine Erfahrungen einfließen."

05. Juli 2008 | SELBSTGESPRÄCHE • Kritik • kino-zeit.de

Trotz aller Treffsicherheit und gut aufgelegten Schauspielern hätte sich Joachim Kurz an mancher Stelle mehr Mut und mehr Giftigkeit gewünscht. "In Ansätzen sind bei allen Figuren zwar Ecken und Kanten vorhanden, doch zu selten werden diese ins Spiel gebracht, wirkt der Film an manchen Stellen geglättet und angesichts der vielen wichtigen Themen, die er anschneidet, einfach zu nett. Da bildet ein kurzer Cameo-Auftritt von Günter Wallraff, der vor kurzem undercover ein Callcenter heimsuchte, beinahe schon die Spitze des Satirischen - gerade August Zirner als Manager mit unbestreitbarem Charme und noch größeren beruflichen wie privaten Defiziten wäre noch für manche treffsichere Pointe wider die Dienstleistungsgesellschaft gut gewesen."

04. Juni 2008 | SELBSTGESPRÄCHE • Kritik • programmkino.de

Die Figuren bekommen ihre Chancen, entdeckt Thomas Volkmann. "An SELBSTGESPRÄCHE gefällt, wie sich die Menschen mit ihren ganz persönlichen Schicksalen arrangieren und mit welchem leicht ironischen und humorvollen Unterton André Erkau dies schildert, ohne seine Figuren hierbei jedoch zu verraten. ... Unterm Strich ist es in SELBSTGESPRÄCHE die Summe an sorgfältigen Beobachtungen und authentischen Erlebnissen, die aus dem im Allgemeinen verpönten Callcenter einen Ort mannigfaltiger Schicksale machen. Und es sind die überzeugenden Darsteller."

21. Januar 2008 | SELBSTGESPRÄCHE • Kritik • Begründung der Jury des Max Ophüls-Preises

"Der Regisseur verfolgt mit zärtlicher Ironie so genannte gescheiterte Existenzen, die sich nicht unterkriegen lassen wollen. In seinem Ensemble-Film wird ein Call-Center zum Mikrokosmos unserer Gesellschaft deren Sprachlosigkeit im Zeitalter der totalen Vernetzung immer offenkundiger wird. Nicht nur der Job der Figuren ist im Übergang, sondern auch ihr Leben. Ein verstummtes Ehepaar, eine allein erziehende Mutter, ein liebenswertes Großmaul und ein menschenscheuer,
junger Mann – in all diesen Existenzen finden wir uns wieder. Mit unseren Unsicherheiten und Ängsten, aber auch mit unseren Träumen und Sehnsüchten."

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