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MEIN FREUND AUS FARO

MEIN FREUND AUS FARO

Regie Nana Neul
Kinostart 30.10.2008

Kritiken • MEIN FREUND AUS FARO

30. Oktober 2008 | MEIN FREUND AUS FARO • Kritik • Der Tagesspiegel

Eine große Stärke des Films ist es laut Nadine Lange, "dass man die Faszination, die von Miguel ausgeht, glaubt. Für Jenny stellt der portugiesische Junge eine perfekte Projektionsfläche dar. Sie arbeitet an seiner Erschaffung fast ebenso stark mit wie Mel selber. So ist MEIN FREUND AUS FARO im doppelten Sinne eine Coming-of-Age-Geschichte. Denn auch Jenny erkennt, dass sie ganz anders ist als ihre prolligen, provinziellen Freunde. Für Mel geht dieser Erkenntnisprozess jedoch um einiges schmerzvoller vonstatten."

30. Oktober 2008 | MEIN FREUND AUS FARO • Kritik • Frankfurter Rundschau

MEIN FREUND AUS FARO ist ein tief empfundener Versuch über die Romantik, schreibt Daniel Kothenschulte. "Das eigentliche Märchen, das Nana Neul hier wiedererzählt, ist natürlich "Die Schöne und das Tier". Sie hat das so klug getan und mit so zartfühlenden Dialogen, dass die Grenzen zwischen Märchen und Wirklichkeit fließend werden. Das gelingt nur bei den wirklichen Phantasten des Kinos, bei René Clair, Frank Borzage, Walt Disney, De Sica oder Jean Cocteau. Und es kann nur jemand erreichen, der sich nicht einfach eine Methode angeeignet hat sondern noch an die Wahrheit dieser Märchen glaubt."

30. Oktober 2008 | MEIN FREUND AUS FARO • Kritik • Neues Deutschland

Caroline M. Buck lobt die Hauptdarstellerin. "Für ihre erste Leinwandrolle – Strechel ist Ensemblemitglied am Theater in Osnabrück und hatte bisher nur für ein paar Fernsehkrimis vor der Kamera gestanden – fielen ihre langen Locken der Schere zum Opfer, aus Blond wurde Braun und die blauen wurden Augen hinter dunklen Kontaktlinsen versteckt. Aber nicht nur die äußere Verwandlung überzeugt: Strechels Mel ist ein (ziemlich) überzeugender Junge, vor allem aber ist sie ein sensibler Mensch mit großen Gefühlen, dem in der Enge der heimischen Lebensverhältnisse die Möglichkeit zur Entfaltung bisher abging. Bisher."

30. Oktober 2008 | MEIN FREUND AUS FARO • Kritik • critic.de

Rochus Wolff sah ein ruhiges, differenziertes Porträt. "Mel bleibt in Gestik und Mimik immer unterschwellig auf der Hut, stets ein wenig linkisch. Und zugleich gelingt es Strechel, Mels Annäherung an einen "männlichen" Habitus in Körperhaltung und Bewegungen glaubhaft zu machen: Fast ohne Unterschied, aber doch eben immer mit einem Moment des Zögerns und der Unsicherheit, der die Nachahmung, das mühsam Erlernte sichtbar macht. So bleibt fast durchgehend glaubwürdig, was Mels Bruder am Anfang formuliert: "Du könntest wirklich mein Bruder sein, ... wenn Du Dich nicht ausziehst.""

30. Oktober 2008 | MEIN FREUND AUS FARO • Kritik • Berliner Zeitung

Laut Philipp Bühler wäre Nana Neuls gefühlvolle Regiearbeit "verloren ohne die fabelhafte Leistung ihrer Hauptdarstellerin. Man muss schon 16 sein wie die mädchenhafte Jenny, gespielt von Lucie Hollmann, um sich von Mel/Miguel austricksen zu lassen. Doch genau darin liegt der Zauber. Auf dem schmalen Grat zwischen Darstellung und Bewusstmachung dieser Darstellung gelingt Anjorka Strechel ein schauspielerisches Kunststück. Und darum liefert dieser Debütfilm nicht nur ein beeindruckendes Spiel mit den Geschlechtern, sondern auch eines mit den Möglichkeiten des Kinos."

25. Oktober 2008 | MEIN FREUND AUS FARO • Kritik • film-dienst 22/2008

Sensibel und vorsichtig nennt Julia Teichmann die Schauspielführung. "Es gibt kaum aufbrausende Reaktionen, die Darsteller nähern sich einander Schritt für Schritt an, sie sprechen leise. So werden die kleinen Gesten wichtig; die Regisseurin versteht es, über Nuancen Welten aufzuschlüsseln – weshalb die im deutschen Film so beliebten Erklärungen, etwa mit Hilfe strategisch platzierter Dialoge, überflüssig werden. Zusammen mit ihrer Kamerafrau Leah Striker hat die Regisseurin ein Farbkonzept erarbeitet, das ebenso wie die Ausstattung viel über die Charaktere, ihre Beziehungen und Träume verrät."

07. Oktober 2008 | MEIN FREUND AUS FARO • Kritik • Die Tageszeitung

Heiko Ostendorf porträtiert die Regisseurin Anjorka Strechel.

02. Oktober 2008 | MEIN FREUND AUS FARO • Kritik • br-online.de

Ronja Dittrich sah kraftvolles und preisgekröntes Jugenddrama über das Ringen um die eigene Identität. "Die Regisseurin Nana Neul trifft in ihrem Spielfilmdebüt stets den richtigen Ton. In jeder Sekunde ist sie nah an den Figuren, nimmt sie ernst und vermeidet es gekonnt, ihre Emotionen plakativ darzustellen. Ihre Inszenierung ist angenehm unaufgeregt, ihr Rezept für die Melange aus Leidenschaft, Melancholie und Schmerz gut abgeschmeckt. Komplettiert wird es durch eine ausdrucksstarke Bildsprache, eingefangen von der Kamerafrau Leah Striker, die bereits als Kamera-Assistenz am Set von BABEL Erfahrungen sammeln durfte."

02. Oktober 2008 | MEIN FREUND AUS FARO • Kritik • kino-zeit.de

Die aktuelle Genderdiskussion wird in diesem Film amüsant aufgegriffen, meint Silvy Pommerenke. "Mel ist nur unter Männern aufgewachsen, da ihre Mutter frühzeitig gestorben ist. Liegt es da nicht nahe, dass sie sich wie ein Junge kleidet und ihre Gesten und Mimiken vermeintlich männlich sind? Ihr diametral gegenüber steht Jenny, die wiederum nur unter Frauen aufgewachsen ist. So ist es – jedenfalls im Film - kaum verwunderlich, dass sie langhaarig und geschminkt in einem rosa-roten Kinderzimmer die sogenannten weiblichen Attribute verinnerlicht hat. Der Film überzeichnet diese Klischees extrem stark, muss es aber wohl auch tun, damit die Botschaft deutlicher wird: Man verliebt sich nicht in ein Geschlecht, sondern in einen Menschen."

01. Oktober 2008 | MEIN FREUND AUS FARO • Kritik • programmkino.de

Die Melange aus Leidenschaft, Melancholie, Liebe und Schmerz findet für Dieter Oßwald "die richtige Balance, das Spiel der Verführung und das Ringen um Identität bietet die notwendige Glaubwürdigkeit. Kamerafrau Leah Striker, die am Set von BABEL Erfahrungen sammeln konnte, sorgt unaufdringlich für die kraftvollen Bilder. An der Seite von Tilo Prückner als schnoddrigem Vater liefert Theaterschauspielerin Anjorka Strechel mit sensibler Darstellung und reichlich Charisma ein bemerkenswertes Leinwanddebüt. Um es mit den Worten der Max Ophüls-Jury auszudrücken: "Mit wenigen Worten wird hier viel gesagt.""

01. Oktober 2008 | MEIN FREUND AUS FARO • Kritik • programmkino.de

Für David Siems bedient sich die Regisseurin "wenig bei geschlechterspezifischen Rollenklischees, so dass die Frage, ob sich hier zwei junge Frauen oder ein Junge und ein Mädchen lieben, völlig unbedeutend ist. Das kommt der Geschichte und der Inszenierung zugute, die unaufgeregt und unspektakulär einfach das erzählt, was Menschen so Merkwürdiges anstellen, wenn sie zu gleichen Teilen verliebt und verzweifelt sind. Einzig der Vergleich mit Kimberly Peirces BOYS DON'T CRY dürfte man als PR-Gag verstehen, da sich die beiden Heldinnen in den Filmen doch auf recht unterschiedlicher Fallhöhe bewegen."

01. Oktober 2008 | MEIN FREUND AUS FARO • Kritik • programmkino.de

Thomas Engel lobt den Film. "Ist es Homosexualität? Ist es nur ein pubertäres Zwischengefühl? Autorin und Regisseurin Nana Neul spielt mit den Möglichkeiten, mit der Verwirrung, mit den Emotionen, mit echtem Liebesgefühl, manchmal sogar mit Komik. Das ist einigermaßen leicht und luftig angelegt. Mehrere Male allerdings erscheint der eine oder andere wie ein deus ex machina. Das hätte man dramaturgisch auf jeden Fall besser lösen sollen."

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