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FOOTBALL UNDER COVER

FOOTBALL UNDER COVER

Regie David Assmann
Ayat Najafi
Kinostart 24.04.2008

Kritiken • FOOTBALL UNDER COVER

25. April 2008 | FOOTBALL UNDER COVER • Kritik • Der Freitag

Der Film ist in Ästhetik und Entstehungsgeschichte weit entfernt von geleckten Bildern öffentlicher Repräsentation, lobt Tim Slagman. "Die Parallelmontage von Spiel und den Versuchen Karadumans, eine Lücke in der Mauer oder einen Türkisch sprechenden Verantwortlichen zu finden, stellt einerseits die Absurdität der Geschlechtertrennung im Iran heraus. Daneben aber ist sie typisch für die Weigerung des Films, die Dialektik von gesellschaftlichem und persönlichem Handeln aufzulösen. Er hält die Spannung aus, die in der ständigen Vereinnahmung des Sports und dem ständigem Kampf dagegen liegt - das macht ihn intelligent. Der Witz und die Energie, mit der er das tut, machen ihn sehenswert."

24. April 2008 | FOOTBALL UNDER COVER • Kritik • Berliner Zeitung

Es ist eine traurige, eine großartige, eine verrückte Geschichte, stellt Michaela Schlagenwerth fest. "Ein unberechenbares Regime trifft auf ein paar verrückte und deswegen ebenfalls unberechenbare Kreuzberger Off-Künstler. Nur so konnte es dieses Spiel geben, das schnell zu einem Spiel "Iran gegen Deutschland" deklariert wird, obwohl auf Kreuzberger Seite ein halbes Dutzend Nationen kicken. Und nur so konnte dieser umwerfend charmante und gleichzeitig so traurige Film entstehen."

24. April 2008 | FOOTBALL UNDER COVER • Kritik • Der Tagesspiegel

Die Dokumentation hat Nadine Lange mitgerissen. Der Film ist "Beleg dafür, dass Sport immer politisch ist, als Spielball der Mächtigen, die seinen Glamour und seine Symbolkraft nach Bedarf propagandistisch einsetzen – oder auch bremsen. ... Ohne den Film hätte das Spiel nie stattgefunden. Die Regisseure sagen offen, dass sie mit der Kamera Druck aufbauen wollten. So ist ihr Film auch das elegante Beispiel einer AgitDoku. Das bereits geplante Rückspiel fiel allerdings aus. Die Politik zeigte dem Sport denn doch, wer stärker ist – und ließ die Iranerinnen nicht ausreisen."

24. April 2008 | FOOTBALL UNDER COVER • Kritik • Jungle World

Das eigentliche Interesse der Filmemacher gilt weder Bürokratie noch Politik. Sie liefern Porträts, lobt Tim Slagmann. "Wenn das Geschehen im Stadion ge­zeigt wird, hat der Film seine stärksten Momen­te. Die Zuschauerinnen, die für Volks­feststimmung sorgen, werden über Lautsprecher ermahnt. Einige von ihnen protestieren dagegen mit Sprechchören. Spontan, wie die Filmemacher beteuern – ihnen selbst ist wie dem Vereinspräsidenten der Kreuzberger der Zutritt verboten, wenn die Frauen spielen."

24. April 2008 | FOOTBALL UNDER COVER • Kritik • artechock.de

Sisyphos trifft Kafka entdeckt Rüdiger Suchsland, listenreichen Ankämpfen gegen die iranische Bürokratie. "Zugleich beweist der Film, dass man das Beste, was der deutsche Film gerade zu bieten hat, oft unter den Dokumentarfilmen findet. Denn hier greift der Einfluss der Redakteure weniger, die inzwischen das deutsche Spielfilmkino fest im Klammergriff der Quotenhörigkeit und Fernsehkonventionen haben, und die hier manchmal schon recht ähnlich agieren, wie die iranischen Sittenwächterinnen. FOOTBALL UNDER COVER ist emotionales politisches Kino. Schon in der Machart ist es, ohne je plakativ zu sein, auch ein Ausdruck des Widerstands gegen Diktaturen, weil Filmverbote im Iran einfach ignoriert und Filmbänder mit Trick außer Landes geschafft wurden."

17. April 2008 | FOOTBALL UNDER COVER • Kritik • critic.de

Der Film leistet Beachtliches und das auf ganz unprätentiöse Weise, lobt Marcus Wessel. "Zunächst einmal liefert Football Under Cover einen vorurteilsfreien Einblick in das Leben junger Iranerinnen, die über ihre Freude am Fußballspiel Selbstbewusstsein entwickeln und lernen, sich zu emanzipieren. Gleichzeitig schlägt Najafis und Assmanns deutsch-iranisches Projekt eine Brücke zwischen zwei vollkommen unterschiedlichen Kulturkreisen, wobei ihr Film die fragwürdigen Moralvorstellungen des Mullah-Regimes quasi im Vorbeigehen der Lächerlichkeit preisgibt."

18. März 2008 | FOOTBALL UNDER COVER • Kritik • kino-zeit.de

So frech wie naiv ist der Film für Peter Gutting. "so schickt uns der Film mit einem abenteuerlichen Steilpass in ein fremdes Land und eine Kultur, die weder aus westlicher noch aus iranischer Sicht so ganz zu durchschauen ist. ... Wie sich die Akteure im Behördendschungel fast verdribbeln, wie sie sich in einer Mauer aus Wadentretern und Tricksern festrennen und wie sie mit offensivfreudigem Hurra trotzdem losstürmen – das lässt uns der Film aus der Innenperspektive miterleben. Er baut damit eine Spannung auf, die fast vergessen lässt, dass es sich um eine Dokumentation handelt."

15. Februar 2008 | FOOTBALL UNDER COVER • Kritik • Begründung der Jury des Teddy-Award

"Die diesjährigen Dokumentationen haben die Herzen der TEDDY Jury im Sturm erobert. Viele der Dokumentarfilme verpacken schwierige Themen, die zum Nachdenken anregen, auf wirkungsvolle und zugängliche Art. Dem Gewinnerfilm gelingt es sehr filmisch und unglaublich fesselnd, auf subtile und humorvolle Weise die Geschlechterrollen im Sport in islamischen Gesellschaften zu zeigen."

12. Februar 2008 | FOOTBALL UNDER COVER • Kritik • festivalblog.de

In seiner gekonnten Dramaturgie steht diese Film der Qualität von OFFSIDE laut in nichts nach, meint Rene Wildangel. "Der Film zeigt die ganze Bandbreite der iranischen Widersprüche: Ein Land in dem die Rechte der Frauen mit Füßen getreten werden; die sich aber nicht mit der Opferrolle abfinden, sondern selbstbewusst und kämpferisch sich vieles nicht verbieten lassen. Ein Land mit einer unberechenbaren Regierung und Menschen, die vor Sehnsucht nach Kontakten mit der Welt brennen. FOOTBALL UNDER COVER ist ein toller Film über die Hoffnung auf Veränderung in einen Staat, der seine eigenen Bürger, vor allem aber Bürgerinnen auf unerträgliche Weise bevormundet und eine widersprüchliche Gesellschaft, die viel offener ist als vielen westlichen Beobachtern bewusst ist."

11. Februar 2008 | FOOTBALL UNDER COVER • Kritik • Junge Welt

Mahmoud Bersani entdeckt, das der weitgehend unpolitisch gehaltene Film auf einmal politisch wird. "Nachdem über Lautsprecher der Appell kommt: "Benehmen Sie sich. Wenn Sie tanzen wollen, gehen Sie doch in die Disco", reagieren die weiblichen Fans mit Sprechchören: "Es ist mein Recht, ins Stadion zu gehen. Als Frauen haben wir nur die Hälfte der Rechte." Männer dürfen nicht zuschauen. Neugierig stehen einige vor dem Stadiontor und versuchen, einen Blick durch den Zaun zu werfen. Allein dies zeigt das Besondere der Situation – normalerweise sind es die Frauen, die bei Fußballspielen im Iran draußen bleiben müssen."

10. Februar 2008 | FOOTBALL UNDER COVER • Kritik • Der Tagesspiegel

Ohne das Spiel hätte es den Film nicht gegeben, und ohne den Film nicht das Spiel, erfährt Annette Kögel. Der Film hat "anrührende Momente. Etwa, wenn das Team der schwarz verhüllten jungen Frauen um David-Beckham-Fan Niloofar Basir darüber spekuliert, warum um alles in der Welt eine Mannschaft aus Deutschland gegen sie antreten will, und dass man die Gegnerinnen höflicherweise gewinnen lassen müsste. Oder wenn Spielerin Narmila Fathi mit ihrer Mutter in Sturm und Staub Pässe übt. Diese war auch mal Spielerin, vor der Revolution. "Im Iran ist Frauenfußball zugleich auch Kampf um die Freiheit", sagt Najafi."

09. Februar 2008 | FOOTBALL UNDER COVER • Kritik • Die Tageszeitung

Dietmar Kammerer befragt die Filmemacher Ayat Najafi und David Assmann zu FOOTBALL UNDER COVER.

08. Februar 2008 | FOOTBALL UNDER COVER • Kritik • Berliner Zeitung

Hymnisches Lob verteilt Ralf Schenk an diesen Film. Höhepunkt "das Match selbst, bei dem nur Frauen als Zuschauerinnen zugelassen sind. Die gehen aus sich heraus, lassen das Spiel zu einer politischen Manifestation werden, ungeachtet der verhüllten Sittenwächterinnen, die zwischen ihnen sitzen und jedes aufmüpfige Wort mitschreiben. FOOTBALL UNDER COVER ist emotionales politisches Kino. Es reflektiert Freiheitswillen und Unbeugsamkeit gegen eine patriarchalische Diktatur, die sich auf Gott beruft, aber in Wirklichkeit nur die eigene Macht im Sinn hat."

06. Februar 2008 | FOOTBALL UNDER COVER • Kritik • programmkino.de

Über die Organisation des Spiels hinaus, gelingt es dem Film interessante Einblicke in die Lebensumstände in beiden Ländern zu werfen, schreibt Michael Meyns. "In ihrer unverblümten, schnoddrigen Art erinnern die Protagonisten aus PRINZESSINNENBAD, die aus ähnlichen Verhältnissen stammen. Im Iran wiederum werden die Spielerinnen Narmila und Niloofar intensiver beobachtet. Und wenn man da sieht, wie Niloofar ihre zahlreichen David Beckham-Poster vorführt oder Narmila mit ihren Freundinnen auf der Straße kickt, bekommt man den Eindruck, dass sich die Lebenswelten Berlins und Teherans trotz aller offensichtlichen Unterschiede viel näher sind als man gedacht hätte."

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