Film-Zeit auf  Film-Zeit bei Facebook   Film-Zeit auf Twitter

DIE LIEBE IN ZEITEN DER CHOLERA

DIE LIEBE IN ZEITEN DER CHOLERA

Regie Mike Newell
Kinostart 21.02.2008

Kritiken • DIE LIEBE IN ZEITEN DER CHOLERA

23. Februar 2008 | DIE LIEBE IN ZEITEN DER CHOLERA • Kritik • Die Tageszeitung

Dem Film fehlt laut Barbara Schweizerhof etwas Wichtiges. "Regisseur Mike Newell hat sich der Geschichte mit viel Sorgfalt angenommen, soll heißen: die wichtigen Stellen kommen vor. Es ist oberflächlich überhaupt nur wenig auszusetzen an diesem Film: das Setdesign verrät Liebe zum Detail; ein interessanter Mix aus europäischen und amerikanischen Schauspielern füllt nach besten Kräften die vielen Nebenrollen; Giovanna Mezzogiorno spielt wunderbar schön und harsch, Benjamin Bratt rührend elegant und unsicher und Javier Bardem ausdrucksstark exzentrisch und seltsam. Aber alle Glanzleistungen können nicht verdecken, dass dem Film eben das Wichtigste fehlt: das Gefühl für das Vergehen der Zeit."

21. Februar 2008 | DIE LIEBE IN ZEITEN DER CHOLERA • Kritik • Berliner Zeitung

Carmen Böker hat Zeit verplempert. Der Film ist "vor dem altersmürbe melancholischen Happy-End mitunter so etwas wie ein sinnlicher Film - aber nur für die fortgeschrittenen Feinsinnigen unter den Zuschauern. Wie der helle Leinenstoff der Herrenanzüge in der dämpfigen Luft Kolumbiens erst schlapp wird und dann die typischen Ziehharmonikafalten wirft; wie die vollen Lippen der jungen Damen sich wollüstig um heimlich gerauchte Zigarillos legen - das sind subtile Momente innerhalb einer ansonsten weitschweifigen und mechanischen Inszenierung. Die Begegnungen mit über 600 Frauen hingegen, die Florentino im Lauf seines Lebens mit meist keusch auf Halbmast abgesenkten Lidern beschläft - die sind bloß Exerzitien des Fleisches."

21. Februar 2008 | DIE LIEBE IN ZEITEN DER CHOLERA • Kritik • Der Tagesspiegel

Als Weltpudding bezeichnet Christina Tilmann den Film. Der Regisseur ist "trotz seines Gespürs für Rhythmus und Timing wohl doch nicht der Richtige, um ein sinnliches südamerikanisches Liebesepos zu inszenieren. Offensichtlich funkt es auch nicht zwischen den Hauptdarstellern Javier Bardem und Giovanna Mezzogiorno, die zudem die schwere Aufgabe zu bewältigen haben, im Verlauf des Films um 50 Jahre zu altern. Da wird das Haar immer grauer, die Maske immer faltenreicher und der Gang immer gebeugter. Nur glaubwürdiger werden die Protagonisten nicht."

21. Februar 2008 | DIE LIEBE IN ZEITEN DER CHOLERA • Kritik • Frankfurter Rundschau

Bei Heike Kühn ist schwer herauszulesen, was die Kritikerin wirklich von dem Film hält: "Mit nunmehr dem Lauf der Geschichte angemessen voranschreitendem Alter entwickelt sein Florentino eine Melancholie, die ihn zwar leicht beugt, aber auch als Kenner der angeschlagenen, vorwiegend weiblichen, Psyche empfiehlt. Am Ende bekommt die Liebe eine letzte Chance und duftet nach Tod. Als es soweit ist, vergisst Mike Newell endlich, dass er sich dazu verdammt hat, eine Liebesgeschichte als Superlativ drehen zu müssen."

21. Februar 2008 | DIE LIEBE IN ZEITEN DER CHOLERA • Kritik • Neue Züricher Zeitung

Alexandra Stäheli ist sauer: Der Regisseur vergeht sich an einem Stück Weltliteratur. "Im Drehbuch von Ronald Harwood und unter der Regie von Mike Newell ist aus der weitverzweigten Dreiecksgeschichte, in der sich Glanz und Elend eines halben Jahrhunderts spiegeln, ein inhaltlich dürres und optisch übertriebenes Schmachtfetzchen geworden – mit vorwiegend spanischen Schauspielern, die sich lateinamerikanisch gebärden und das absurdeste Pidgin-English seit langem auf einer Leinwand radebrechen. ... Das Dekor in Newells Film versucht so angestrengt, die Ästhetik des karibischen Fin de Siècle wie auch die Beschreibungen Márquez' minuziös bis auf das Webmuster jedes Strohhuts wiederzugeben, dass jegliche emotionalen Zwischentöne unter der dicken Make-up-Schicht ersticken."

07. Februar 2008 | DIE LIEBE IN ZEITEN DER CHOLERA • Kritik • kino-zeit.de

Mangelnde Detailtreue und Genauigkeit im Umgang mit der literarischen Vorlage wirft Joachim Kurz dem Regisseur nicht vor. "Trotzdem: Sowohl das Drehbuch von Ronald Harwood wie auch die Kostüme, die Ausstattung und die Locations stellen sich in den Dienst der Vorlage. Auch die Schauspielerriege gibt sich redlich Mühe, doch immer wieder erweist sich der Rahmen, den Marquez in seiner Vorlage entfaltet hat, als zu groß, zu gewaltig: Wirklich zu überzeugen weiß nur Javier Bardem, während Giovanna Mezzogiorno nur selten an das Charisma der Romanfigur Fermina heranreicht."

01. Februar 2008 | DIE LIEBE IN ZEITEN DER CHOLERA • Kritik • programmkino.de

Michael Meyns hat die Bemühungen wahrgenommen, großes Weltkino zu verfilmen. "Eine allzu internationale Produktion, die allzu viele Temperamente und Einflüsse zusammen bringt, sich zwecks crossmedialer Ausnutzung auch nicht davor scheut mitten, im Film einen Song der Popsängerin Shakira einzusetzen, der so gar nicht in die dargestellte Zeit passt. Das Ergebnis ist keineswegs ein schlechter Film, technisch überzeugend und gerade was Javier Bardem angeht stark gespielt. Letztlich fragt man sich aber, ob man nicht doch lieber noch mal das Buch lesen sollte."

Weitere Filme, die euch interessieren könnten

Aktueller Stand der Datenbank:
18738 Filme,
72604 Personen,
6594 Trailer,
873 Biographien,
54 Themen & Listen
all: 0,42285