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GRACE IS GONE

GRACE IS GONE

Regie James C. Strouse
Kinostart 28.08.2008

Kritiken • GRACE IS GONE

29. August 2008 | GRACE IS GONE • Kritik • Der Spiegel

GRACE IS GONE steht stellvertretend für den beschränkten Blick einer falsch informierten Nation, meint Birgit Glombitza. Der Film "ist ein typisches Beispiel all jener kritischen, oft gequält wirkenden Antikriegsfilme, mit denen die amerikanische Filmindustrie nicht nur ihr neues Gewissen nach außen kehrt, sondern auch auf ein neues Marktsegment spekuliert. ... Egal, ob die politische Aussage dabei im Vordergrund steht oder die Tragödie eines Einzelnen: Grundlegendes Thema ist ein ferner Krieg, der mit seinen traumatisierenden Effekten nach Hause getragen wird."

29. August 2008 | GRACE IS GONE • Kritik • Die Tageszeitung

Ines Kappert ist enttäuscht: Der Film "erzählt nonchalant, wie der eben noch als Vertreter von Law and Order charakterisierte Mann sich innerhalb einer Woche zum gütigen Beschützer mausert. Das Ärgerliche an dieser Dramaturgie ist, dass sie die Zuschauer mit dem Vater versöhnt und auf diese Weise den Mädchen die Möglichkeit nimmt, sich von ihm zu distanzieren, um anderswo Hilfe suchen zu können. Am Ende müssen sie ihn, den Geläuterten, umarmen. So wird ihnen erneut das Recht auf eine ihnen gemäße Zuwendung aberkannt."

28. August 2008 | GRACE IS GONE • Kritik • Der Tagesspiegel

Zur emotionalen Ungelenkigkeit gesellt sich die politische Scheuklappenmentalität der Protagonisten, schreibt Martin Schwickert. "Die eingeengte Familienperspektive erspart dem Zuschauer politische Bekenntnisse und kriegerische Gewaltexzesse; so dient sich der Film beim liberalen Amerika ebenso an wie bei den Konservativen – eine Strategie, die in den USA jedoch nicht aufging. Die Weigerung des dortigen Publikums, sich im Kino mit dem Krieg im Irak auseinanderzusetzen, traf auch diesen weich gezeichneten Film."

28. August 2008 | GRACE IS GONE • Kritik • Neues Deutschland

Laut Alexandra Exter gibt sich der Film "alle Mühe, just die patriotischen Kriegsbefürworter und Berufssoldaten in ihrem Anliegen ernst zu nehmen ... Es ist zugleich die größte Stärke und die größte Schwäche des Films, wie John Cusack, im privaten Leben mit Anti-globalisierungsaktivistin Naomi Klein befreundet und ein politisch denkender Mensch, als Stanley mit Quadratbrille und Biedermannperücke gegen die eigenen Überzeugungen anspielt: die größte Stärke, weil er es tatsächlich vermeidet, seine Figur der Lächerlichkeit auszusetzen. Und die größte Schwäche, weil dieser sanfte, irregeleitete Mann einfach kein besonders dramatisches Bildmaterial abgibt."

24. August 2008 | GRACE IS GONE • Kritik • kino-zeit.de

So richtig kann Hauptdarsteller John Crusack Florian Koch nicht überzeugen. "Sein manieriertes Brillerichten, die gebückte Haltung und der schleichende Gang wirken aufgesetzt; richtig nahe kommt er der Stanley-Figur nie – bis zum Schluss bleibt sie seltsam unnahbar und künstlich. Neben einem lebhaften Nivola, der ein wenig Farbe in den manchmal schleppenden um sich selbst kreisenden Film bringt, brillieren aber die Kinderdarsteller mit selten gesehener Natürlichkeit. Ihre Neugier, ihre Leidenschaft und ihr kindlicher Charme rühren den Zuschauer am Ende doch zu Tränen."

16. August 2008 | GRACE IS GONE • Kritik • film-dienst 18/2008

Wie Felicitas Kleiner meint, bleibt der Regisseur, "was Urteile und Anklagen angeht, ebenso diskret und zurückhaltend wie in der Beobachtung seines niedergedrückten Protagonisten. Auch wenn der Film schließlich im "Enchanted Gardens"-Park zu lichteren, bunteren Bildern und einer dynamischeren Kameraführung und Montage findet, als sie den Großteil der Handlung prägen, bleibt er vor allem eins: das Dokument einer tiefen Verlorenheit und Verunsicherung. Das schrille, alarmierende Piepen vom Beginn, das gegen Ende noch einmal aufgegriffen wird, signalisiert tatsächlich ein böses Erwachen."

14. August 2008 | GRACE IS GONE • Kritik • br-online.de

Margret Köhler sah einen Antikriegsfilm ohne Schlachtengetümmel. "GRACE IS GONE bewegt durch seine einfache Erzählweise, die Reduzierung auf das Notwendige. Wenn das Trio auf dem Highway an sich immer wiederholenden Fast-Food-Restaurants und Einkaufs-Malls vorbeifährt, in den üblichen Motels übernachtet, so unterstreicht der Blick auf diese Alltäglichkeiten die alltägliche Entfremdung. Die männliche Hauptfigur repräsentiert aber auch die Mehrheit seiner Landsleute, die nichts vom Irakkrieg wissen wollen, die das Grauen wegschieben und nur aus dem nationalen Koma erwachen, wenn es sie persönlich betrifft."

01. August 2008 | GRACE IS GONE • Kritik • programmkino.de

Der Film besitzt für Marcus Wessel die nötige emotionale Tiefe und Authentizität. "Clint Eastwoods musikalisches Thema ist so schlicht wie seinerzeit bei MILLION DOLLAR BABY und dabei ähnlich wirkungsvoll. Dass Strouse zudem auf weinerliche Melodramatik weitgehend verzichtet und immer wieder auch heitere, bisweilen gar richtig komische Momente in den Road Movie-Plot einbaut, verhilft seinem leisen Antikriegsfilm erst zu echter Größe und Relevanz. Und während die Fahrt an unzähligen Fast Food-Restaurants und Einkaufszentren vorbeiführt, ändert sich allmählich unser Blick auf ein Land und seine Menschen, für die familiärer Zusammenhalt in diesen Zeiten zur vielleicht letzten gelebten Hoffnung wird."

01. August 2008 | GRACE IS GONE • Kritik • programmkino.de

Thomas Vogel sah einen traurigen, aber auch ein wahrhaftigen Film. "Viel hängt in diesem Film von der persönlichen Darstellung ab. John Cusack war da für den Stanley der absolut richtige Mann. Auch Alessandro Nivola als John meistert seine kurze Rolle gut. Die beiden Mädchen Heidi (Shelan O’Keefe) und Dawn (Gracie Bednarczyk) ließ Regisseur James C. Strouse (LONESOME JIM) weitgehend improvisieren, und er tat gut daran, denn sie geben sich beide sehr natürlich."

29. Juli 2008 | GRACE IS GONE • Kritik • critic.de

Laut Christiane Lötsch zeigt der Film sehr eindringlich, welche Konsequenzen der Krieg im Irak auf eine Familie haben kann. "Der Gegensatz zwischen der äußeren Ruhe und der inneren Verunsicherung der Protagonisten erzeugt eine bizarre Atmosphäre. Durch das Hinauszögern der Konfrontation zwischen Stan und seinen Töchtern verharrt der Film lange Zeit in einer Zwischenposition, die sich im Motiv der Reise ausdrückt. Er konfrontiert nicht mit politischen Realitäten, sondern beschreibt die Spannung, das Aushalten und die Ohnmacht, die einen befällt, wenn ideologische und moralische Anschaungen mit einem Schlag ihre Gültigkeit verlieren."

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