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THERE WILL BE BLOOD

THERE WILL BE BLOOD

Regie Paul Thomas Anderson
Kinostart 14.02.2008

Kritiken • THERE WILL BE BLOOD

14. Februar 2008 | THERE WILL BE BLOOD • Kritik • Der Spiegel

Die Prärieoper kehrt zurück in Hollywoods Belle Etage, schreibt David Kleingers. "Anderson bedient sich aus dem überreichen Fundus des ältesten Filmgenres für seine wuchtige Tragödie über die prometheische Gestaltungsmacht der amerikanischen Existenz und den damit verbundenen Blutzoll. Letzterer gehört ohnehin zum Alltag der frühen Ölförderung, bei der Arbeiter in grausamer Beiläufigkeit von herabstürzenden Bohrern oder Explosionen getötet werden. ... Die Konfrontation zwischen Plainviews ungezügeltem Individualismus und Sundays fiebrigem Fundamentalismus bestimmt die folgenden Ereignisse, die in Verrat, Rache, Mord, kurz: in Sündenfällen biblischen Ausmaßes eskalieren. Mit bitterer Konsequenz illustriert Anderson hier den ur-amerikanischen Konflikt zwischen bedingungslosem Fortschrittsdrang und rückwärtsgewandter Religiosität, der bis heute die gesellschaftlichen Debatten in den USA mitprägt."

10. Februar 2008 | THERE WILL BE BLOOD • Kritik • Neue Züricher Zeitung

Laut Martin Walder entdeckt der Film die dunkle Seite des Reichtums. "Die schauspielerische Hingabe ist total, und der Film antwortet ihr mit grossem erzählerischem Atem. Die Inbesitznahme des Landes und seiner gottesfürchtigen Bewohner durch die Prospektoren und Konzerne wird heraufbeschworen, als würden alte Fotografien zum Drama, von dem sie künden, langsam in Bewegung gesetzt. Man riecht förmlich das Öl, spürt die Hitze, wenn ein Bohrturm in der Feuerhölle in sich zusammenstürzt, man hat den Atem der Plackerei im Gesicht, schaudert mit, wenn Plainview sein verstummtes, krankes Kind verstösst."

10. Februar 2008 | THERE WILL BE BLOOD • Kritik • Die Zeit

Thomas Assheuer sah ein ästhetisches Meisterstück aus der Menagerie der Leidenschaften, ein Film über Gier und Bosheit, über Feindschaft und Hass. "Andersons Film über Aufstieg und Fall des Ölmagnaten Daniel Plainview ist eine grandiose Erzählung über den Kapitalismus, der kriminell, über einen Wohlstand, der freudlos und ein Wachstum, das zum Fetisch geworden ist. THERE WILL BE BLOOD ist kein Endzeit-Film, aber ein Film über das Ende einer Ära – über den Niedergang Amerikas, dieser Weltmacht der Ungleichheit, in der die Kluft zwischen Arm und Reich heute wieder so groß ist wie in den zwanziger Jahren."

09. Februar 2008 | THERE WILL BE BLOOD • Kritik • Berliner Zeitung

Anke Westphal sah gesalbte Gier. "Manchmal ist das alles vielleicht ein wenig zu erhaben, zu gewaltig. Und doch packt einen die Bildmacht dieses Films, der auch ein Vehikel ist für seinen Hauptdarsteller Daniel Day-Lewis. Man stelle diesen Mann einfach in irgend eine Szenerie, und es komme Kunst heraus, soll mal jemand gesagt haben. In Day-Lewis Spielart ist Plainview ein Ungeheuer. Der sehr ambitionierte Soundtrack mit Musik von Jonny Greenwood, Johannes Brahms, Arvo Pärt beschwört das Fieberhafte und Zwanghafte, das latent Dissonante der Figur."

09. Februar 2008 | THERE WILL BE BLOOD • Kritik • Frankfurter Rundschau

Daniel Kothenschulte ist hingerissen. Die hochsensible Filmmusik von Jonny Greenwood gehört "zum Erstaunlichsten, was dieser überragende Film zu bieten hat. Der Radiohead-Musiker komponierte für Streichinstrumente und wagt sich in seiner intimen, tief unter die Haut gehenden Komposition weit hinter die Grenzen der Tonalität. ... Das einzige Werk, mit dem dieses zweieinhalbstündige Sittengemälde eines entarteten Kapitalismus vergleichbar wäre, ist Erich von Stroheims Stummfilm GREED von 1924. Daniel-Day Lewis spielt die Skrupellosigkeit des Mannes so natürlich wie einen Geburtsfehler."

09. Februar 2008 | THERE WILL BE BLOOD • Kritik • Neues Deutschland

Marion Pietrzok ist des Lobes voll. "Die Bildmächtigkeit des Films wird beinahe noch übertroffen von der Musik. "Radiohead"-Gitarrist Jonny Greenwood hat sie so komponiert, dass man einen Parallelfilm zu sehen meint. Wie darüberhinaus klassische Musik eingesetzt wird, auch das ist ein Kubrick-Zitat. Meisterhaft."

09. Februar 2008 | THERE WILL BE BLOOD • Kritik • kino-zeit.de

Joachim Kurz zieht einige Vergleiche: "Daniel Day-Lewis spielt den Ölbaron Daniel Plainview mit vibrierender Energie und als Mischung aus CITIZEN KANE, John Huston in CHINATOWN und James Finlayson, dem legendären Gegenspieler von Stan und Olli. Wie Letzterer pflegt er den Blick von unten, mit zusammengekniffenen Augen und bebendem Schnauzbart. Überhaupt ist THERE WILL BE BLOOD voller Verbeugungen vor großen Filmen aus der glorreichen Vergangenheit Hollywoods, neben CHINATOWN und CITIZEN KANE fühlt man sich immer wieder an GIGANTEN von George Stevens (USA 1956) erinnert, der als letzter Film von James Dean in lebhafter Erinnerung geblieben ist."

09. Februar 2008 | THERE WILL BE BLOOD • Kritik • festivalblog.de

Tiziana Zugaro-Merimi' Erwartungen wurden voll und ganz erfüllt. "Die Gewalt im Film dringt immer wieder ohne Vorwarnung an die Oberfläche – mal bricht sich eine Ölader mit Wucht durch die Erde, mal fliegt ein Bohrturm durch eine Gasexplosion in die Luft. Diese Eruptionen der Natur spiegeln die Brutalität wider, die unter der Oberfläche des smarten Geschäftsmanns schlummert. Und am Schluss, wenn wir wider Willen darüber belehrt werden, was man mit einer Bowlingkugel und massiven Holzkegeln so alles anstellen kann, ist die Gewalt wieder dorthin zurückgekehrt, wo sie ihren Ursprung genommen hat: in Daniel Plainview."

08. Februar 2008 | THERE WILL BE BLOOD • Kritik • Die Tageszeitung

Für Cristina Nord beweist der Regisseur viel Gespür für die Gewalt der Erdkräfte, die Physis der Landschaft und die markante Körperlichkeit der Akteure. "Der erwartbaren Dramaturgie von Aufstieg und Fall aber verweigert sich Anderson, beziehungsweise: Ihn interessiert daran fast ausschließlich der zweite Part. Plainview, der Ölbaron, liegt schon in den ersten Szenen und später immer wieder auf dem Boden, im Dreck - weil er schläft, weil er säuft, sich prügelt oder stürzt. ... THERE WILL BE BLOOD, dieser wuchtige Film, lässt keinen Zweifel: Der Einbruch des Kapitalismus wird das Frontier-Städtchen Little Boston, wird das kalifornische Hinterland auf immer verändern. Und der amerikanische Westen wird nie wieder sein, was er war."

08. Februar 2008 | THERE WILL BE BLOOD • Kritik • Der Tagesspiegel

Welche Wucht! Welche Kälte! Welche – auch selbstzerstörerische – Gewalt! Welch abgrundtiefe Einsamkeit! - Jan Schulz-Ojala ist des Lobes voll. "Ein kafkanisches Seelendruckkammerspiel und zugleich eine hochtheatrale Shakespeare’sche Versuchsanordnung mit überlebensgroßen Figuren in immer wieder neu arrangierten überlebensgroßen Situationen, imponierend, großartig, ermüdend und gleich wieder großartig. Und einen 158 Minuten langen verspäteten Western steckt er ins Gewand des Archaischen: kein Duell zwischen Gut und Böse, sondern zwischen Bösen. Zwischen menschlich bankrott und teuflisch bigott. Zwischen zweien, die die Geldgier treibt, der Triebstoff des Kapitalismus."

08. Februar 2008 | THERE WILL BE BLOOD • Kritik • Der Spiegel

Bildgewaltig ist THERE WILL BE BLOOD für Andreas Borcholte. "Gier, Glaube, Kirche und Kapitalismus, Gewalt und Streben nach größtmöglicher Unabhängigkeit und Freiheit, egal, ob nun persönlich oder marktwirtschaftlich - das sind die Themen, die hier vor bildmächtiger Kulisse verhandelt werden. Und damit hat man die noch heute vorherrschenden Grundmotive der amerikanischen Gesellschaft grandios, zuweilen vielleicht ein bisschen zu elegisch auf den Punkt gebracht. Man könnte THERE WILL BE BLOOD eine Meditation über Amerikas pech-, nein: ölschwarze Seele nennen."

31. Januar 2008 | THERE WILL BE BLOOD • Kritik • programmkino.de

Michael Meyns ist etwas enttäuscht: Dass der Film seine Geschichte erzählt "mit brillanten Bildern, experimentellem Ton, einer außerordentlichen Musik von Johnny Greenwood (im Hauptberuf Gitarrist der Rockband Radiohead, aber auch ausgebildeter klassischer Komponist) und einer überragenden zentralen Darstellung, lässt allzu leicht übersehen, dass bei aller Klasse doch etwas fehlt. Zwar bietet die Geschichte zahllose Ansatzpunkte, die zu vielfältigen Interpretationen einladen, von der politischen Konnotation des Ölgeschäft, über die Gier an sich, bis zur komplizierten Vater-Sohn Beziehung. All diese Themen sind fraglos da, aber wirklich ausgeführt wird keins."

31. Januar 2008 | THERE WILL BE BLOOD • Kritik • programmkino.de

Ein in mehr als einer Hinsicht beeindruckendes Meisterstück sah Thomas Engel. "Die Szene wird beherrscht von der schauspielerischen Kraft des Daniel Day-Lewis als Plainview, der allgegenwärtig ist, der bis zum Äußersten, zum Ekstatischen geht und der den Film wesentlich trägt. Eine trotz einiger Übertreibungen absolut preiswürdige Leistung. Die Mitspieler ordnen sich unter, agieren aber auch sehr gut."

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