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SWEENEY TODD

SWEENEY TODD

Regie Tim Burton
Kinostart 21.02.2008
Genre Musikfilm/Musical

Kritiken • SWEENEY TODD

22. Februar 2008 | SWEENEY TODD • Kritik • Die Zeit

Als seltsam blutleer bezeichnet Georg Diez den Film; es passt einfach alles zu gut. "Der Film leidet ein wenig an der Burton-Methode – der Regisseur beherrscht mittlerweile seine Bilder, seine Stimmungen, sein Tempo so perfekt, dass seinem widersinnigen Witz und seiner im positiven Sinn pubertären Traurigkeit wenig Raum bleiben. Selbst der Borat-Anarchist Sacha Baron Cohen, der einen Kurzauftritt hat als Sweeney Todds italienisierender Barbier-Konkurrent, wirkt seltsam handzahm in diesem bösen grauen Familienfilm."

22. Februar 2008 | SWEENEY TODD • Kritik • telepolis.de

Vorallem Ekelästhetik nahm Rüdiger Suchsland wahr. "Filmisch ist SWEENEY TODD ein Musical und ein Splatterfilm, und damit gleich doppelt ungemein modisch: HOSTEL meets CHICAGO, wenn man es so ausdrücken möchte. Es ist ein schwarzromantisches, aber auch skurriles Kino, zitatsatt von FRANKENSTEINS BRAUT bis ADDAMS FAMILY, von Boris Karloff bis Christopher Lee weckt der Film vor allem Erinnerungen an den klassischen Horrorfilm. Herrlich düster, mitunter auf die Schönheit des Makabren und Schaurigen, vor allem aber auf Ekelästhetik setzend - burleskes "Théâtre du Grand Guignol", wie fast Burtons gesamtes Werk. Aber eben auch zuviel Subtext, zuwenig Substanz."

21. Februar 2008 | SWEENEY TODD • Kritik • Berliner Zeitung

Mariam Schaghaghi unterhält sich mit Tim Burton über sein leichtes, fröhliches, witziges Musical SWEENEY TODD.

21. Februar 2008 | SWEENEY TODD • Kritik • Die Tageszeitung

So düster und hoffnungslos war Tim Burton noch nie, schreibt Dietmar Kammerer. SWEENEY TODD ist "weniger große Oper als bittere Moritat, eine an der Straßenecke zum Grusel des Publikums vorgetragene Schauerballade, eine Reverenz an die Frühform von Exploitation. Burton-Fans werden den Sinn für die Anarchie der Fantasie vermissen, der seine Filme sonst auszeichnet. Allzu deutlich sieht man vielen Szenen an, dass sie nicht in Handarbeit, sondern am Computer entstanden sind: auf befremdliche Weise ist der Schmutz merkwürdig glatt."

21. Februar 2008 | SWEENEY TODD • Kritik • Der Tagesspiegel

Daniela Sannwald fühlte sich an den expressionistischen Stummfilm erinnert. "Burtons Londoner Topografie erinnert an die kunstvoll verzogenen Bauten, an die in Kulissen gemalten Schatten, die schiefen Winkel und Ebenen des expressionistischen deutschen Stummfilms. Auch die grau-blaue Monotonie der Stadtlandschaft, der Kostüme und des Interieurs wirkt fast schwarz-weiß. Dabei ist SWEENEY TODD ein Farbfilm und alles andere als stumm, da mag Johnny Depp in der Hauptrolle seinen Darstellungsstil dem Dekor noch so sehr angepasst haben – mit einer ausgreifenden, grotesken Gestik, die dessen Bizarrerie auf ihre Weise kommentiert."

21. Februar 2008 | SWEENEY TODD • Kritik • Neues Deutschland

Caroline M. Buck mag den Regisseur: "Vom ominösen Feuerregen zu Beginn bis zur blutigen Pietà des Finales, vom grausigen schwarzen Rauch der Ofenschlote und der langen Folge eher nebenbei durchschnittener Kehlen, die wie ein Refrain einen zentralen Song begleitet, von der Lovett'schen Hexenfrisur bis zu Depps bleichem Antlitz und selbst noch den vergleichsweise blutleeren jugendlichen Liebhabern, deren Naivität sie vor der physischen, nicht aber vor der psychischen Zerstörung rettet, ist dies ein Film von Tim Burton. ... Burton/Sondheims morbide Monster wiederholen ihre Obsessionen in einem Score, der viel von Kurt Weill gelernt hat, und die Stars – sie singen selbst – schlagen sich dabei recht wacker."

21. Februar 2008 | SWEENEY TODD • Kritik • Neue Züricher Zeitung

Viel Kinoblut hat Michel Bodmer ausgemacht. Die Protagonisten des Regisseurs "sind oft zerrissene Borderline-Typen, die sich kreativ ausleben wollen, manchmal mit positiven Folgen, manchmal mit zwiespältigem Resultat. In SWEENEY TODD nun kippt die frustrierte Kreativität um in zerstörerischen Nihilismus. Der Meisterbarbier Barker, seiner Liebe, seiner Kunst und seiner Freiheit beraubt und von Mrs Lovett manipuliert, wird bar jeder Hoffnung zum skrupellosen Rächer. Die silbernen Rasiermesser, die seinen "Arm erst wieder vervollständigen", zersäbeln die entblössten Kehlen seiner Kunden, bevor er diese kopfvoran in den Keller krachen lässt."

20. Februar 2008 | SWEENEY TODD • Kritik • Berliner Zeitung

Anke Westphal ist besonders begeistert vom singenden Johnny Depp und auch der Regisseur hat es wieder geschafft. "Mit größter Hingabe inszeniert er in seinen Filmen die furchtbarsten Albträume, führt uns nicht einfach in Irrenhäuser oder auf Friedhöfe, sondern in die Abgründe der Seele. Denn es geht bei Burton immer auch um die Korrumpiertheit herrschender Moral, die in SWEENEY TODD aufs Abscheulichste von Turpin verkörpert wird: Im Vergleich mit dem sinistren Richter muss einem ein Mörder wie Todd geradezu als Sympathieträger erscheinen. Diese Umwertung - und dazu die sehr spezielle Vorstellung des Regisseurs von einem Happy End - mag nicht jedermanns Sache sein, doch Burtons dunkle Welten sind ungeheuer reich, weil es in ihnen eines gibt: Liebe."

20. Februar 2008 | SWEENEY TODD • Kritik • Frankfurter Rundschau

Laut Daniel Kothenschulte ist dies das ideale Sujet für Tim Burton, diesen größten Stilisten im phantastischen Kino der Gegenwart. "Alles sieht aus wie immer bei Tim Burton, zugleich aber kommt der imaginative Fluss seiner Phantasie zwischendurch zum Stillstand. Dies aber geschah ganz gewiss nur aus Respekt und aus Bewunderung vor der Bühnenvorlage. Ihr gegenüber macht Burton alles richtig: Er betont den Realismus im Dekor und auch den unpathetischen Ton der narrativen Songs. Er nimmt sie so ernst wie kaum eines seiner Filmthemen zuvor. Obwohl auch das Makabere ja seine leichten Seiten hat. Gut möglich, dass die Kuchen des Sweeney Todd leichter herunter gingen als sein filmisches Denkmal."

20. Februar 2008 | SWEENEY TODD • Kritik • Der Spiegel

Das Gruseligste an diesem grandiosen Gruselfilm aus einem todfinsteren London ist die Musik, stellt Wolfgang Höbel fest. "Der sagenhafte Mister Depp singt hier fast pausenlos ausgesucht scheußliche Lieder. Großartig ist der Film trotzdem - und ein Fest nicht nur für Tim Burton-Fans, die diesen Regisseur für düstere Geniestreiche wie EDWARD MIT DEN SCHEREENHÄNDEN, SLEEPY HOLLOW oder THE CORPSE BRIDE lieben, sondern auch für Bewunderer des wackeren Johnny Depp: Mit so viel kochendem Herzblut hat er sich wohl nie in eine Rolle gestürzt wie in die des Sweeney Todd, eines Massenmörders aus gebrochenem Herzen."

11. Februar 2008 | SWEENEY TODD • Kritik • critic.de

Im Grunde ist Burtons Film ein Anti-Musical, soll heißen: er verkehrt die gängigen Genremuster und stellt die Konventionen auf den Kopf, lobt Welf Lindner. "Die üblichen Choreographien oder groß angelegten Tanznummern sucht man hier vergebens. Stattdessen inszeniert Burton die Songnummern auf geradezu intime Weise – oftmals in Großaufnahmen von ein oder zwei Figuren – und integriert sie weitgehend in den dramatischen Handlungsfluss. Die Gesangseinlagen werden durch Laien-Sänger wiedergegeben. Johnny Depp singt zum ersten Mal – und macht dabei keine schlechte Figur: seine Singstimme besitzt eine angenehme Klangfarbe, vor allem aber ist ihr eine emotionale Überzeugungskraft zu Eigen."

11. Januar 2008 | SWEENEY TODD • Kritik • programmkino.de

Marcus Wessel lobt besonders den Hauptdarsteller. "Depp meistert die Musicaleinlagen mit Bravour. Seine sonore Stimme passt perfekt zu SWEENEY TODDs mysteriösen, dunklen Charakter und zur düsteren Atmosphäre, die der Film mit seiner verstörend schönen wie blutigen Einleitungssequenz vorgibt. Helena Bonham Carter, Burtons Ehefrau und die zweite schauspielerische Konstante während seiner letzten Arbeiten, merkt man dagegen an, dass das Musical nicht unbedingt ihre Domäne ist. In anspruchsvolleren Gesangspassagen wirkt Bonhams Stimme allzu dünn."

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