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TÖDLICHE ENTSCHEIDUNG

TÖDLICHE ENTSCHEIDUNG

Regie Sidney Lumet
Kinostart 10.04.2008

Kritiken • TÖDLICHE ENTSCHEIDUNG

11. April 2008 | TÖDLICHE ENTSCHEIDUNG • Kritik • Der Freitag

Lange nicht mehr hat ein Regisseur derart rigoros einen Keil in die amerikanische Kernfamilie getrieben, schreibt Andreas Busche. "Hier zeigt sich die Klasse Lumets, der trotz aller formalen Virtuosität nie das Erzählen mit Bildern vergisst. Jedes noch so beiläufige Detail wird bei Hoffmans nervösem Wandeln durch die Räume des Apartments mit geduldiger Aufmerksamkeit registriert. Niemand versteht es besser als Lumet, ein Gefühl für die Verlorenheit der Menschen mit filmischen Mitteln zu erzeugen. TÖDLICHE ENTSCHEIDUNG ist in dieser Hinsicht ein besonderes Prachtexemplar."

10. April 2008 | TÖDLICHE ENTSCHEIDUNG • Kritik • Berliner Zeitung

Bei allem Tempo besitzt dieser Thriller eine staunenswerte Gelassenheit, lobt Gerhard Midding. "In langen Einstellungen, in denen die Handkamera nicht nervös, sondern einfühlsam vibriert, schafft er seinen Darstellern Raum, um die Emotionen zu entfalten, und gewährt den Zuschauern die Muße, um deren unbegriffene Impulse zu reflektieren. Kameramann Ron Fortunato taucht diese von Männern in der Krise und wehrhaften Frauen bevölkerte Welt in ein kühles Licht. Auch in seinen minderen Filmen sind Lumet stets Bravourstücke der Schauspielerführung und Rauminszenierung gelungen, aber so hartnäckig hat er New York lange nicht als Terrain urbaner Energie und Tristesse erkundet."

10. April 2008 | TÖDLICHE ENTSCHEIDUNG • Kritik • Frankfurter Rundschau

Hier befindet sich Sidney Lumet auf der Höhe seiner Kunst, meint Michael Kohler. "Man sieht noch einmal, warum Lumets Filme über fünfzig Oscar-Nominierungen auf sich vereinen und warum die Hälfte davon auf die Darsteller entfiel. TÖDLICHE ENTSCHEIDUNG ist ein großartiges Schaulaufen. Kein Wunder, denn dem Ensemble sitzt ein mitfühlender Teufel im Genick."

10. April 2008 | TÖDLICHE ENTSCHEIDUNG • Kritik • Neues Deutschland

Marion Pietrzok sah ein Familiendrama á la Shakespeare. "Die Hauptcharaktere sind stark, die Darsteller verkörpern sie meisterhaft, allen voran Philip Seymour Hoffman. Ebenso überragend das Spiel von Albert Finney, dessen Figur das Drama zum unvergesslichen, unerwarteten, düsteren Ende führt. Der Film ist spannend nicht allein seiner Struktur, sondern auch der Unvorhersehbarkeit jeder neuen Wendung wegen, ist beklemmend in seiner Unbarmherzigkeit."

09. April 2008 | TÖDLICHE ENTSCHEIDUNG • Kritik • Die Tageszeitung

Barbara Schweizerhof lobt den Film: Er beginnt als Gangsterdrama und endet als griechische Tragödie. "Es ist unmöglich, über diesen Film zu schreiben, ohne gleichzeitig zu viel zu verraten. Besteht doch das große Vergnügen an Sidney Lumets 70. Regiearbeit darin, sich von der Machart des Films fesseln zu lassen, um nach und nach, Zug um Zug dem eigentlichen Inhalt auf die Spur zu kommen - eben nicht dem Gangsterdrama, sondern der umfassenden Tragödie. Aber man kann diesem Lob des Thrills der Erstentdeckung vielleicht noch ein größeres hinzusetzen: Dem 83 Jahre alten Lumet ist mit TÖDLICHE ENTSCHEIDUNG ein Film gelungen, der so gut gemacht ist, dass er seine Spannung behält, selbst wenn man die Geheimnisse der Handlung kennt."

08. April 2008 | TÖDLICHE ENTSCHEIDUNG • Kritik • Der Tagesspiegel

Laut Julian Hanich gelingt dem Regisseur Sidney Lumet mit dem Film ein großartiges Comeback. "Die Hauptfiguren werden von einem eng gesponnenen Familiennetz zusammengehalten, auf Gedeih – und vor allem auf Verderb. Was wie ein spannender Gaunerfilm anhebt, nimmt beinahe die Ausmaße einer griechischen Tragödie an. Einem unerfahrenen Regisseur wäre die Geschichte möglicherweise aus dem Ruder gelaufen, oder er hätte sich in Ironie gerettet. Sidney Lumet aber nimmt den Schlamassel seiner Figuren todernst; also bleibt auch dem Zuschauer nur, sich den beklemmenden Familienangelegenheiten auszuliefern. Mit großem Gewinn."

27. März 2008 | TÖDLICHE ENTSCHEIDUNG • Kritik • critic.de

Sascha Keilholz vergleicht das Werk mit anderen Filmen: "Lumet ist weit entfernt von der Parabelhaftigkeit seines Kollegen Haggis, bei ihm weht keine amerikanische Flagge am Ende. Ganz im Gegenteil: Hier erhält der Tod weder eine symbolische Aufwertung, noch kommt er von außen. Womit sich Lumet auch von dem Mitgefühl distanziert, dass er seinen scheiternden Antihelden in HUNDSTAGE noch gewährte. Und während sich sowohl bei Gray als auch bei Haggis die Figuren immer noch fragen, wofür sie kämpfen, sind die verlorenen Seelen aus Tödliche Entscheidung weit darüber hinaus. Andy und Hank handeln nicht nur unverantwortlich, sie handeln vor allem egoistisch und rücksichtslos."

05. März 2008 | TÖDLICHE ENTSCHEIDUNG • Kritik • programmkino.de

Wie in einem Uhrwerk greift hier ein Rad in das nächste. Das mitanzusehen, fällt Marcus Wessel "nicht immer leicht. Zuweilen schleicht sich das Gefühl ein, Augenzeuge eines gewaltigen Autocrashs zu werden, bei dem alle Beteiligten sehenden Auges auf ihr Verderben zusteuern und dabei statt der Bremse das Gaspedal betätigen. Sidney Lumet schuf mit TÖDLICHE ENTSCHEIDUNG ein beklemmendes und zutiefst pessimistisches Alterswerk. Ein Film, der mehr Melodram als Krimi ist, und dessen schmerzhaftes Ende noch lange in Erinnerung bleiben dürfte."

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