| Regie | Michael Polish |
| Kinostart | 27.12.2007 |
Exzentrisch und liebenswert findet Andreas Busche den Film. "Die Filme der Polish-Brüder hatten seit je einen Hang zum Obskuren und Surrealen. Auch ASTRONAUT FARMER ist durchzogen von feiner Ironie und wohldosiertem Skeptizismus. Das ist maßgeblich das Verdienst von Billy Bob Thornton. Ihm gelingt spielend die Gratwanderung zwischen unverdautem Frust und herzlicher Raubeinigkeit; in ASTRONAUT FARMER gesellt sich dazu noch ein ungebrochener Pioniergeist, der sich den Himmel zur Grenze gesetzt hat."
Thorsten Funke möchte "ASTRONAUT FARMER gutwillig als Märchen betrachten und ihm seine fast schon pornographisch zur Schau gestellte Naivität verzeihen. Aber es fällt schwer, das zu tun, weil der Film mehr und mehr zu einer Karikatur - wohlgemerkt: keiner Satire - des klassischen amerikanischen Du-kannst-es-schaffen-Dramas wird. Selbstironie gibt es darin nicht, dafür aber viel Geigenmusik und eine Veranda in der Abendsonne."
Die ist nicht nur eine weitere Parabel über den Stoff, aus dem die Träume sind, sondern auch eine durchaus realistische Satire über die gegenwärtige Situation der USA, meint Bert Rebhandl. "Das Pathos der Geschichte reduzieren die guten Darsteller auf ein erträgliches Maß: Billy Bob Thornton drückt niemals auf die Tränendrüse, er schafft es tatsächlich, den Traum von Charles Farmer die ganze Zeit hindurch auch beim Publikum am Leben zu erhalten. ... Irgendwann aber kommen die Brüder Polish um die entscheidende Frage in ASTRONAUT FARMER nicht herum: Fliegt das Ding, oder stürzt es ab? Es zeugt von Courage, dass sich die Filmemacher um eine Antwort nicht drücken, wobei sie vom Rührstück bis zur Groteske das ganze Register der möglichen Lösungen durchbuchstabieren."
Ein charmantes, magisch-realistisches Texas-Märchen hat Sebastian Handke gesehen. "Die Regisseure interessieren sich weniger für die Geschichte eines Mannes, der für seinen Traum kämpft, als für die Schönheit dieses Traumes (und des Träumens an sich). Schon in der herrlichen Eröffnungsszene, in der Farmer im Astronautenanzug übers Land reitet, um ein verirrtes Tier einzufangen, nutzen sie die nordamerikanische Provinz als Szenerie fürs leicht Surreale. Billy Bob Thornton in der Hauptrolle passt perfekt."
Für Joachim Kurz passt ASTRONAUT FARMER in die kalte Jahreszeit wie die sprichwörtliche Faust aufs Auge. "Träumerisch, zutiefst menschlich und zu Herzen gehend und mit einer golden schimmernden Oberfläche appellieren die Zwillingsbrüder Polish – Michael führt Regie und hat das Buch gemeinsam mit Mark ersonnen, der auch produziert hat – an die Macht des Träumens und an das Kind im Manne. Die charmante Naivität der Geschichte wird gemildert durch kluge Beobachtungen und bissige Seitenhiebe auf die in den USA allgegenwärtige Terrorangst, die Schamlosigkeit der Medien, auf Neid, Missgunst und Zynismus."
Thomas Volkmann lobt die Regie-Brüder und das Schauspieler-Ensemble. "Die Prominenz ist neben der liebevoll rührigen und – auch das sehr angenehm - nicht vorhersehbaren Geschichte der eine Trumpf von ASTRONAUT FARMER. Die brillanten Bilder mit einem manchmal etwas übertrieben goldenen Glanz und die bis ins Detail ausgetüftelten Kulissen sind ein weiterer. So wie sich die NASA dafür blamieren würde, vollbrächte ein Heimwerker tatsächlich ähnliches wie die mit Millionenbudgets ausgestattete Raumfahrtbehörde, so triumphieren hier die Polish-Brüder mit ihrem surrealen Märchen über Hollywood."