TODESZUG NACH YUMA

film-zeit Film: TODESZUG NACH YUMA
Regie James Mangold
Kinostart 13.12.2007

Inhalt • TODESZUG NACH YUMA

Dan Evans ist ein rechtschaffener Ranger, der mit seiner Frau Alice und seinen zwei Söhnen abgeschieden auf einer Farm in Arizona lebt. Eines Tages wird er Zeuge eines Raubüberfalls auf eine Postkutsche. Der berüchtigte Bandit und Outlaw Ben Wade und seine Gang töten alle Mitreisenden. Durch Zufall kann Dan einem Sheriff helfen, Wade gefangenzunehmen und lässt sich daraufhin auf einen gefährlichen Deal ein: Für 200 Dollar soll Dan gemeinsam mit einer Handvoll Männer den Gangster zu einer Bahnstation im Ort Contention bringen, der drei Tagesritte entfernt liegt...

Kritiken • TODESZUG NACH YUMA

14. Dezember 2007 | Kritik • critic.de

Für Sascha Keilholz vergreift sich der Regisseur etwas im Ton. Den "Diskurs des Erinnerns, der Frage nach grundsätzlicher Anständigkeit und den Werten einer Zivilisation, die in ihren Grundfesten nicht nur die Bedeutung des Individuums, sondern vor allem das Heiligtum Familie propagiert, missversteht Mangold völlig. Der Regisseur von Todeszug nach Yuma nimmt dieses Zentrum der Vorlage als Ausgangspunkt eines so schablonenhaften wie banalen Generationenkonflikts. Doch nicht nur hier vergreift sich Mangold im Ton. Schon der die Handlung lostretende Postkutschenüberfall wird bei ihm zum Getöse. Im Staub aufwirbelnden Galopp reiten die Räuber heran, niedergemäht von einem Maschinengewehr. Auf ihrer Seite: ein Scharfschütze mit Zielfernrohr und Präzisionsgewehr."

13. Dezember 2007 | Kritik • Die Zeit

"Keine schwulen Cowboys, keine esoterischen Anwandlungen, keine allzu subtilen Seelenlagen. Hier stehen Gut und Böse und rauchende Colts im Mittelpunkt.", schreibt Thomas E. Schmidt. "TODESZUG NACH YUMA ist insofern frei von zwanghaften kulturkritischen Obertönen. Er macht sich andererseits auch nicht lustig über die Versuche von Retrotypen in Überwestern-Kostümen, moralisch sauber zu bleiben, nach amerikanisch-kindlicher Eindeutigkeit zu streben und Helden sein zu wollen. Es ist in Ordnung, ein echter Cowboy zu sein, sagt dieser Film."

13. Dezember 2007 | Kritik • Berliner Zeitung

Bert Rebhandl mag das Original lieber. "Das Faszinierende an dem Western von Delmer Daves war, dass ein vierschrötiger Nebenstar wie Van Heflin neben dem eigentlichen Star Glenn Ford eine faire Chance bekam, und sie auch nutzte. In TODESZUG NACH YUMA (so der zupackende, sachlich aber unzutreffende deutsche Verleihtitel) wird diese eigentliche Geschichte immer wieder von oberflächlichen Ideen überlagert. Die Konzentration, die das amerikanische Studiokino im Jahr 1957 noch scheinbar ohne Anstrengung aufbrachte, ist nicht mehr erreichbar."

13. Dezember 2007 | Kritik • Die Tageszeitung

Die Kostüme haben Glamrock-Qualität, lobt Bettina Allamoda. "Mangold ist dabei mehr als die Modernisierung des Stoffs gelungen: Er verfolgt unterschiedliche Handlungsstränge und leitet sie subtil und aggressiv zugleich in die Gegenwart um. Geschichten werden neu erfunden, weitererzählt: Aus einem für die Fünfzigerjahre typischen Genre mit Familiendrama und Happyend entsteht ein Vater-Sohn-Konflikt, der prägend wird für den gesamten Verlauf des Films. ... TODESZUG NACH YUMA zeichnet ein differenziertes und offenes Porträt von Männerfreundschaften und sieht gut aus - in diesen Höllen-Outfits sowieso."

13. Dezember 2007 | Kritik • Der Tagesspiegel

Elegant nennt Sebastian Handke das Western-Remake. "Die vollkommene Abwesenheit ziviler Bindung, ins Nichts gewürfelte Städtchen mit schäbigen Holzbaracken, die Wucht des Postkutschenüberfalls und die wilde Ballistik des Finales machen YUMA zu einem Film von kahler, grimmiger Schönheit. Mangold fügt zudem Elemente hinzu, die den historischen Nullpunkt dieses Westerntyps zwischen der weitgehend abgeschlossenen Ausrottung der Ureinwohner und der Etablierung des Kapitalismus markieren ... Das Beste aber sind die Hauptdarsteller: Christian Bale als Farmer, den der eigene Sohn verachtet – und vor allem Russell Crowe als gefährlicher, aber galanter Freigeist mit der Seele eines lebenshungrigen Künstlers."

13. Dezember 2007 | Kritik • Frankfurter Rundschau

Eine der schönsten Westerngeschichten kehrt zurück, freut sich Daniel Kothenschulte. "So wie sich damals Glenn Ford einfach - gegen die Idee des Produzenten - die interessantere Schurkenrolle schnappte, liefert Russell Crowe seine vielleicht beste Leistung ab als charismatischer Outlaw. Die intimen Dialogszenen mit Christian Bales Marschall sind ein Vergnügen. Und vielleicht ein Grund, dass Intellektuelle wieder mal den Western neu für sich entdecken."

13. Dezember 2007 | Kritik • Junge Welt

Schneller, absurder und brutaler ist das Remake für Peer Schmitt. "Gleichsam ein Showdown der Filmgeschichte mit sich selber. Der Respekt für das Original bleibt groß, schlägt nur selten in verdeckte Respektlosigkeit um. Die Prüfung, inwieweit ein 50 Jahre alter Western uns noch etwas angeht, führt zwangsläufig zu einer Revision der Details: In Wahrheit muß alles noch viel schlimmer zugegangen sein. Darum beherbergt das sadistische Grinsen im Gesicht von Outlaw Russell Crowe auch soviel Wissen um seine sozialen/asozialen Voraussetzungen. Wir grinsen mit ihm, müssen uns aber fragen, ob das noch in Ordnung ist. Schöner Film."

13. Dezember 2007 | Kritik • Berliner Morgenpost

51 Jahre später ist der Film für Holger Kreitling länger, staubiger, brutaler und deprimierender. "Hier wird kein Mythos aufwendig untersucht oder das Genre hinterfragt oder Neuland besichtigt, das klassische Drama zweier Männer mit widerstrebenden Interessen ist einfach nett anzusehen. Die ganze Ambition gilt der prägnanten Erzählung, und das ist für einen Western schon sehr viel. Russell Crowe als brutaler Dandy ist weit gegenwärtiger als der unterdrückte Verlierer Christian Bale, der mit seinem ausdrucksstarken Gesicht vollends ins 19. Jahrhundert eintaucht."

13. Dezember 2007 | Kritik • Jungle World

Jan Distelmeyer sah ein ebenso entschlossenes wie komplexes Stück Kinogeschichte. "Eine räumliche Geschichte: Die Spannung zwischen dem gescheiterten Farmer und dem glamourösen Banditen, dem Russell Crowe zusätzlich noch Bibelsprüche, künstlerische Ambi­tionen und neue Brutalität beibringt, wächst auf einer Reise, die das Land und mit ihm die Ge­schichte der USA ausmisst. Aktion erzählt: Trotz Cinemascope sucht die Kamera kaum Panorama­bilder; ist eher der Bewegung nahe, bleibt bei den Figuren und ihren Auseinandersetzungen, beobachtet Schusswechsel und Ritte. Nicht als Einheit, dafür als Montage von Bewegungsbildern ist dieses Land zu erfahren."

13. Dezember 2007 | Kritik • Der Stern

Frank Siering spricht mit Peter Fonda, der in TODESZUG NACH YUMA einen skrupellosen Kopfgeldjäger spielt.

12. Dezember 2007 | Kritik • Frankfurter Allgemeine Zeitung

Für Michael Althen kämpft hier der letzte Aufrechte für etwas, "was man Zivilisation nennt. Während um ihn herum fast alles käuflich ist und das Unverkäufliche eben mit Gewalt genommen wird, widersteht er beidem, dem Geld und der Gewalt, um seinen Söhnen ein Vorbild zu sein. Weil die Gesellschaft ohne Vorbilder vor die Hunde geht. Und weil er die Bewunderung in den Augen seines älteren Sohnes für den Banditen gesehen hat, den dieser aus Groschenromanen kennt. Das Schönste an James Mangolds Film ist, dass der Bandit diesen Kampf annimmt, weil er irgendwo in seiner schwarzen Seele versteht, dass auch seine Welt ohne Männer wie den Farmer nicht mehr existieren würde. Erkenntnisse wie diese sind es, die den Western am Leben halten."

06. Dezember 2007 | Kritik • film-dienst 25/2006

Holger Römers ist enttäuscht. "ZÄHL BIS DREI UND BETE gewann seinen Reiz schlicht aus der originellen Variation lebendiger Genreformen. Diese Option bot sich Mangold freilich gar nicht erst. Sein Film sieht zwar aus, wie die wenigen Western der Gegenwart zumeist aussehen: Erdfarben betonen den Dreck eines Western-Kaffs, winterliches Sonnenlicht schafft eine kühle, pessimistische Atmosphäre. Doch TODESZUG NACH YUMA führt vor Augen, dass das Western-Genre darüber hinaus längst keine lebendigen Konventionen mehr kennt, deren bloße Variation Vergnügen bereiten könnte."

22. November 2007 | Kritik • programmkino.de

Marcus Wessel ist begeistert: "Mit einer ungezügelten Energie und Leidenschaft spielt Mangold auf der Klaviatur des Genres, dessen Insignien wie der bleihaltige, äußerst blutige Shootout und das moralisch verdorbene Wüstenkaff hier selbstverständlich nicht fehlen dürfen. Kamera, Schnitt und die an Morricone angelegte Musik sorgen für authentisches Western-Feeling. Im Unterschied zu Andrew Dominiks DIE ERMORDUNG DES JESSE JAMES... ist Mangold nicht an einer Dekonstruktion von Mythen und Legenden gelegen. Statt zu zerlegen, fügt er die einzelnen Teile vor der rauen, epischen Kulisse des Wilden Westens zu einem in sich stimmigen Gesamtkunstwerk zusammen, das in Sachen Spannung und Suspense mit jeder Szene eine Schippe drauflegt."

Aktueller Stand der Datenbank:
15604 Filme,
15341 Bücher & Artikel,
801 Biographien,
52 Themen & Listen
all: 0.21658