| Regie | Julie Taymor |
| Kinostart | 22.11.2007 |
Daniel Kothenschulte ist enttäuscht: "Regisseurin Julie Taymor hat sich mit der Broadway-Regie des "Königs der Löwen" für den Job qualifiziert, einer Goldgrube für den Disneykonzern. Ihre choreografischen Einfälle stehen in der Tradition des Bi-Ba-Butzemann, statt des "Fool on the Hill" herrscht der König der Doofen. Die Arrangements sind, was die Beatles niemals waren: bombastisch. Oder mitleidig-pathetisch, wenn "I want to hold your hand" auf Schnulze getrimmt wird. Man möchte sie halten, diese Hand, nützen würde es nicht: Der filmische Patient ist bereits tot."
Michael Meyns hat dem Film angemerkt, wie schwierig die Entstehung war. "Und doch, so zerfahren der Film auch ist, so dünn die Geschichte ist, so wenig substanziell die Darstellung der gesellschaftlichen und politischen Ereignisse ist, ACROSS THE UNIVERSE ist einer der wunderbarsten, originellsten, ambitioniertesten, mitreißendsten Filme seit langer Zeit. Er steckt so voller Ideen, unglaublicher Einfälle, subtiler Verweise auf Leben und Werk der Beatles, so voller Energie und Lust, dass man kaum anders kann, als sich seinem Sog hingeben."
Dramaturgische Regeln gelten hier nicht, stellt Thomas Engel fest. "Es ist eine Flut von allem. Aber eine schöne, überbordende, erinnerungsträchtige, interessante Flut. Wer damals noch nicht lebte oder klein war, sollte sich das zu Gemüte führen. Und die anderen ebenso."
Evan Rachel Wood erklärt Gaynor Flynn / Johannes Bonke ihren Sinn fürs leicht Kitschige und ihren neuen Film ACROSS THE UNIVERSE.
Die Regisseurin lässt laut Ralf Schenk ihrer Fantasie freien Lauf. "Der Film besteht zu weiten Teilen aus farbenprächtigen Tableaus, wobei eine Reihe von Szenen Zitatcharakter tragen. ... Was ACROSS THE UNIVERSE allerdings fehlt, ist die Subversion der frühen Beatles-Spielfilme. Deren freche, slapstickhafte Lakonik muss hier einem pompös durchgestylten Kitschuniversum weichen. Was am meisten negativ ins Gewicht fällt: ACROSS THE UNIVERSE, der angesichts der Bush-Politik und eines damit verbundenen weltpolitischen Desasters, das die US-Niederlage in Vietnam noch weit in den Schatten zu stellen droht, ein prononciert gleichnishafter Film hätte werden können, verfehlt dieses Ziel komplett."