Film-Zeit auf  Film-Zeit bei Facebook   Film-Zeit auf Twitter

DAS REICHSORCHESTER

DAS REICHSORCHESTER

Regie Enrique Sánchez Lansch
Kinostart 01.11.2007

Kritiken • DAS REICHSORCHESTER

07. November 2007 | DAS REICHSORCHESTER • Kritik • programmkino.de

Michael Meyns hat sich über die Gleichgültigkeit der Deutschen geärgert. "Hier hätte man sich gewünscht, dass Enrique Sánchez Lansch stärker Position bezieht, deutlicher herausgearbeitet hätte, wie leicht es sich die Orchestermitglieder offenbar gemacht haben. In ihren Augen haben sie nichts Falsches gemacht und einfach nur Musik gespielt. Dass manchmal auch Nichts tun Falsch sein kann, mit dieser Erkenntnis müssen die Musiker leben. Ob sie das tun, diese Frage weiß auch die ansonsten sehenswerte Dokumentation nicht zu beantworten."

31. Oktober 2007 | DAS REICHSORCHESTER • Kritik • Die Tageszeitung

Spannend findet Henning Bleyl einige Fragestellungen. "Letztlich spannend ist ja auch nicht die moralische Frage, ob Furtwängler - wie etwa Toscanini - hätte emigrieren müssen. Sondern die darüber hinausgehende Erkenntnis, wie hervorragend qualitativ hochstehende Kulturleistungen gerade in einem faschistischen Kontext propagandistisch eingesetzt werden können, nicht nur in Gestalt der Auftritte am Vorabend von Reichsparteitagen und Führergeburtstagen. Selbstverständlich kann ein 90-Minüter nicht herausarbeiten, wie präzise die Auslandseinsätze der Philharmoniker auf die jeweilige Interessenlage des Dritten Reichs abgestimmt waren. Dennoch könnte er vielfältiger sein. Lansch orientiert sich strikt am O-Ton und verlässt sich dabei so sehr auf seine beiden Hauptzeitzeugen, dass sich ihre Erinnerungen zu wiederholen beginnen."

31. Oktober 2007 | DAS REICHSORCHESTER • Kritik • Der Tagesspiegel

Christiane Peitz sah einen Versuch über das Unbedarfte. "Sánchez Lansch setzt das Puzzlebild von Schönheit und Verbrechen, Schuld und Scham präzise und besonnen zusammen. Eine Frage der Haltung: Er schließt mit den Emigranten. Die Philharmoniker gaben ihr erstes Nachkriegskonzert am 16. Mai, acht Tage nach der Stunde Null. Der von den Nazis vertriebene Konzertmeister Szymon Goldberg ist nie wieder in Deutschland aufgetreten."

25. Oktober 2007 | DAS REICHSORCHESTER • Kritik • kino-zeit.de

Joachim Kurz findet es bedauerlich, dass dieser Film so lange auf sich hat warten liess. "Im Mittelpunkt des Films stehen das Orchester und die Menschen, die es formten – es geht also nicht nur um das Kollektiv, sondern auch um die Einzelschicksale, die sich dahinter verbergen. Vielleicht ist es ja gerade das, was den besonderen Reiz dieser Untersuchung ausmacht und was sie zu einem Sinnbild für Kollektivchuld und Verantwortung des Einzelnen werden lässt. Denn während sich bisherige Auseinandersetzungen mit dem Thema stets mit der Causa des Chefdirigenten Wilhelm Furtwängler auseinander setzten, gerieten vor diesem Hintergrund die Verbindungen und Vereinnahmungen des gesamten Ensembles meist in Vergessenheit."

Weitere Filme, die euch interessieren könnten

Aktueller Stand der Datenbank:
18738 Filme,
72604 Personen,
6594 Trailer,
873 Biographien,
54 Themen & Listen
all: 0,28789