| Regie | Leander Haußmann |
| Kinostart | 29.11.2007 |
Menschen sind eben doch etwas komplexer, als in diesem Film gezeichet, glaubt Rochus Wolff. "Haußmann ist allerdings an seinen Figuren nicht interessiert, fast ist man versucht zu sagen: nicht an Menschen. Der Effekt ist, dass man noch nirgends deutlicher gesehen hat, wie wenig die biologistisch vereinfachenden Vorstellungen von Allan und Barbara Pease mit der Realität, mit uns komplizierten und widersprüchlichen Menschenwesen zu tun haben. Das ist fast schon ein Erfolg; ob man sich dafür allerdings wirklich diesen Film antun muss, darf bezweifelt werden."
"Die sämtlich auf den Intimbereich zielenden Schenkelklopfer – der als animalischer Globetrotter auftretende Uwe Ochsenknecht und Führmann umschwänzeln die glückselige Schwarz mit angelegtem Penis-Futteral – sind dann wieder ganz modern. Finden wir uns am besten damit ab, dass deutsche Komödien nun mal "so sind": zugleich bieder und vulgär, nie auf dem neuesten Stand."
Kolja Reichert ist durchaus angetan: "Der Lachreflex wird auf dem kleinsten gemeinsamen Nenner gesucht. Ganz schön billig. Andererseits: So kurzweilig hat Leander Haußmann noch nie erzählt. Zudem findet er die richtige Antwort auf die Buchvorlage: Während Allan und Barbara Pease ihre waghalsigen Thesen als wissenschaftliche Tatsachen präsentieren, nimmt Haußmann sie gar nicht erst ernst. Klischees sind Material für Komödien, nicht mehr."
Dieser Film ist wie Fliegenpapier, man bleibt daran kleben, ob man will oder nicht, schreibt Daniel Kothenschulte. "Zugleich ist er das ideale Alibi, alle Klischees über die Geschlechterrollen unverstellt durch die Türen einer Boulevardbühne marschieren zu lassen. Haußmann selbst spricht den populärwissenschaftlichen Kommentar als mündelsichere ironische Brechung. Wie ein jugendfreier Oswald Kolle überträgt er die Methodik des Aufklärungsfilms in eine in Liebesdingen noch immer wenig erhellte Gegenwart."
Für Marc D. Knilletier ist der Film eine Komödie, über die er nicht lachen kann. "Eine Romanze, die uns erzittern macht. Der Film wirkt über weite Strecken, als hätten sich Luis Buñuel und George A. Romero in düsterer Laune zur Dekonstruktion der deutschen Beziehungskomödie verabredet: Die Figuren, als Geschlechter-Prototypen eines Ratgeberbuchs angelegt, sollen im Rahmen einer Handlung zum Leben erwachen – aber sie können es nicht. Denn die Handlung kann sich leider nicht mit ihnen beschäftigen, sie gehorcht einer anderen Logik – nämlich der, dass unbedingt genretypische Situationen herbeigeführt werden müssen."
Wenig komisch findet Cristina Nord die Komödie. "Haußmanns Film hangelt sich durch den ganzen Unfug der großen und kleine Unterschiede. ... Haußmann richtet sich im Modus halber Ironie bequem ein. Indem er Szenen und Figuren halbherzig überzeichnet, hat er im Zweifelsfall immer eine Ausrede: Ist doch alles gar nicht so gemeint. Man sehnt sich dann sehr nach der Entschiedenheit, dem Witz und dem Biss der guten alten Screwball-Comedy."
Jenny Hoch erklärt der Regisseur Leander Haußmann, warum er flachen Humor mag - und was er an Eva Herman interessant findet.
Eine romantische Komödie mit enormen Tempo sah Markus Fritsch. "Leander Haußmann gelingt es das Tempo während des Films aufrecht zu halten. Dies inszeniert er durch den Wortwitz der Dialoge, dem flotten Inszenierungstempo der Szenen und dem komischen Talent der Schauspieler. Das Quartett Fürmann, Schwarz, Matschke, Kuhl agiert leichtfüßig in den Szenen und man nimmt ihnen die übertriebene Karikierung der Charaktere ab. Gespickt mit Situationskomik und Reminiszensen an die Komödien der vierziger und fünfziger Jahre, brennt der Film ein Gagfeuerwerk ab."
Viele Klischees hat Michael Meyns gesehen. "Beim Versuch, ein lose strukturiertes "Beratungsbuch" in einen Film zu verwandeln, ersannen die Drehbuchautoren eine Struktur, die viel zu häufig hakt. Immer wieder werden Titelüberschriften eingeblendet, die so bezeichnende Titel tragen wie "Warum Männer fremdgehen" oder "Warum Männer nicht Lügen können." In Sachbuchform mag das funktionieren, als Film nur bedingt. ... So stark der Film stilistisch auch ist – und Haußmann und seinem Kameramann sind etliche sehr schöne Bilder und Kamerafahrten gelungen – so albern ist die Geschichte. Entweder weniger oder noch mehr Klischees hätten es sein müssen - so hängt der Film etwas unbefriedigend in der Mitte."