| Regie | Irene Langemann |
| Kinostart | 13.12.2007 |
Laut Tim Slagman beschreibt die Regisseurin "Gegensätze durch den filmischen Zusammenprall von Einzelschicksalen, kommentarlos, journalistisch sauber und mit einigen Überraschungen im Detail. Die Analyse überlässt sie ihren Protagonisten, deren Erkenntnisse nicht gefeit sind vor Allgemeinplätzen, wenn sie etwa Dekadenz als Überkompensation nach dem Kommunismus erklären. ... Langemanns Film sind Zuschauer zu wünschen, die offen genug sind, um diese Mechanismen zu reflektieren. Ein deutscher Film über Russland kann sich aus der Diskussion um das spezifisch deutsche Russenbild nicht heraushalten."
Jan Brachmann fragt, was der Film zeigt, erklärt und beweist? "Dieser Film ist durchaus unterhaltsam; doch durch die Behinderungen, unter denen er entstand, kann er seine Thesen weder entwickeln noch belegen. Allerdings ist Irene Langemann auch nicht manipulativ vorgegangen. Sie bleibt fair gegenüber ihren Gesprächspartnern.2
Stark ist der Film aber vor allem, wo er über diese sattsam bekannten Stereotype hinausgeht, wo er Charaktere porträtiert, für deren Zusammenstellung Langemann großer Respekt gebührt, lobt Jens Mühling. Außerdem schreibt der Kritiker über die Verwicklungen des Films sowie die Reaktion, die er in Russland ausgelöst hat.
Erstaunlich findet es Barbara Oertel, was der Film trotz massiver Beschränkungen alles zu Tage fördert.
Ralf Schenk lobt die Dokumentation: "Wie kaum irgendwo anders im Riesenreich prallen hier die Gegensätze aufeinander, offenbart sich der politische und moralische Status quo. Die pointierte Auswahl ihrer Gesprächspartner und die konfrontierende Montage von Wirklichkeitspartikeln erlaubten es Irene Langemann, auf einen Off-Kommentar zu verzichten. Das dokumentarische Material, klug strukturiert, spricht für sich selbst."
Bei Lukas Foerster drängt sich der Eindruck auf, dass "RUBLJOVKA – STRAßE ZUR GLÜCKSELIGKEIT von der Faszination für das eigene Thema oft überwältigt wird und die nötige Distanzierung auf der Streck bleibt. Immer wieder ergeht sich der Film in von dezent modernistischer Musik unterlegten Montagesequenzen, die den für mitteleuropäischen Geschmack reichlich ordinär wirkenden Prunk und Glanz in Bilder fassen, dabei aber letztlich recht wenig zeigen und noch weniger aussagen."
Musik und Töne transportieren eindringlich eine ebenso exklusive wie bedrohliche Stimmung dieses Mikrouniversums, lobt Marie Anderson."Ist RUBLJOVKA – STRAßE ZUR GLÜCKSELIGKEIT auch unvermeidbar ein politischer und auch mitunter engagiert polemisierender Film, so richtet sich der Fokus doch auf das alltägliche Leben, dessen Umstände und vor allem auf seine Menschen an der berühmten Chaussee, die nicht für alle tatsächlich Glückseligkeit bedeutet, wenn diese denn mit Reichtum und Macht assoziiert werden kann."
Laut Michael Meyns will die Regisseurin aus den vielen Porträts das Bild einer Gesellschaft entwickeln. Der "Film folgt keiner klaren Linie sondern bemüht sich mit Momentaufnahmen, Beobachtungen von alltäglichem und weniger alltäglichem ein impressionistisches Bild zu entwerfen. Über weite Strecken ist ihr das auch gelungen, lässt RUBLJOVKA – STRAßE ZUR GLüCKSELIGKEIT den Zuschauer tief in ein Land blicken über das vor allem in Klischees berichtet wird, die sich meist als noch untertrieben herausstellen."