| Regie | Alastair Fothergill |
| Mark Linfield | |
| Kinostart | 07.02.2008 |
Die Reise um den Globus beginnt im arktischen Winter und folgt dem wärmenden Einfluss der Sonne nach Süden bis hinunter zur Antarktischen Halbinsel. Eine Eisbärenfamilie kämpft darum, ihre neugeborenen Jungen zu ernähren, während die Sonne die Eisschollen unter ihren Füßen schmelzen lässt. Mit erstaunlicher Willenskraft führt eine Elefantenmutter ihr Kleines. Ein endloser Treck durch die ausgetrocknete Kalahari-Wüste in der Hoffnung auf frisches Wasser. Eine Buckelwalmutter und ihr Kalb unternehmen gemeinsam die längste Wanderung aller Meeressäugetiere: von den Tropen bis zu den Gewässern der Antarktis auf der Suche nach Futter.
Für Christoph Cadenbach "fasziniert mit spektakulären Bildern, kann sich aber nicht entscheiden, ob er nun Doku, Actionkino oder Porno sein will. Das verwässert leider auch die Botschaft - den Kampf gegen den Klimawandel. ... Das Problem der Naturdokumentation UNSERE ERDE - DER FILM: Sie hat eine politische Agenda und kokettiert doch extrem mit ihrer am Blockbuster-Kino orientierten Ästhetik. Sie will agitieren für die gute Sache und überlagert das eigene kritische Projekt mit narkotischer Bilderwut."
Melancholisch nennt Matthias Wulff den Blick, den die Dokumentation auf unsere Erde wirft. "Sympathisch an UNSERE ERDE - DER FILM ist, dass er kein expliziter Ökofilm ist. An die Debatte um die Erderwärmung, wie sie heute mit Leidenschaft geführt wird, war beim Beginn der Dreharbeiten noch nicht zu denken. Das ist dem Film anzumerken. Er ist, bis auf wenige Szenen, weder pathetisch noch will er, was ohnehin einer der schrecklichsten Sätze von Filmemachern ist, "die Menschen aufrütteln"."
Laut Philipp Bühler hat UNSERE ERDE - DER FILM eine klare, aber keineswegs aufdringlich vorgebrachte Botschaft. "Weil der Film so unverschämt gut unterhält und dabei auch noch informiert, wird er nun gelegentlich aufgebauscht als bessere Alternative zu Al Gores angeblich dröger und wortlastiger Powerpoint-Lektion EINE UNBEQUEME WAHRHEIT. Der Vergleich ist natürlich Unsinn. Schon richtig: Der Mensch denkt in Bildern. Aber er formuliert, im Gegensatz zum Tier, sein Handeln durch Worte. Die beiden Filme ergänzen sich vortrefflich. Dass der potenzielle Blockbuster, eine technisch hochgerüstete Liebeserklärung an den Planeten, ohne jeden Spezialeffekt auskommt - umso besser."
Andreas Kurtz berichtet von der Premiere der Dokumentation.
Für Silvia Hallensleben setzt UNSERE ERDE - DER FILM auf spektakuläre Bilder - und will doch keiner Kinderseele schaden. "Abendfüllend ist solch Kindchenschema höchstens noch für die ganz Kleinen, der Rest des Publikums muss anders bei der Stange gehalten werden. Deshalb sind heutige Naturfilme technisch und logistisch so aufwendig, dass sie von einem einzelnen Sender nicht mehr zu stemmen sind. ... Das Ergebnis ist bestechend schön, vom arktischen Frühling bis zum Südpol geht es durch Jahreszeiten und Klimazonen."
Matthias Wulff spricht mit dem britischen Regisseur Alastair Fothergill über Eisbären auf der Jagd und die Frage, ob die Welt, wie wir sie kennen, überleben wird.
Mit spektakulären Kamerafahrten und aus völlig neuen Perspektiven zeigt der Film UNSERE ERDE - DER FILM Landschaften und Tiere und ist für Juan Moreno ein atemberaubendes Meisterwerk. Der Kritiker beschreibt ausführlich die Entstehung des Films.
Die Fülle an Landschaften und Tieren unterschiedlichster Gattungen ist gewaltig, und gerade Kinder dürften bei diesem Film aus dem Staunen nicht herauskommen, meint Joachim Kurz. "Da brutale Szenen weitestgehend ausgespart wurden, eignet sich der Film bestens dafür, das Kino mit der ganzen Familie aufzusuchen. Bei so viel Licht gibt es aber auch ein klein wenig Schatten, und der findet sich vor allem auf der Tonebene wieder: Auch wenn es mittlerweile zu den Konventionen gehört, bei solch bildgewaltigen Dokumentationen auf musikalische Begleitung durch klassische Klangkörper zu setzen – der Score der Berliner Philharmoniker gerät reichlich pathetisch und will nicht immer gut zu den sowieso schon beeindruckenden Filmbildern passen."
Auf visueller Ebene ist UNSERE ERDE kaum zu überbieten, lobt Michael Meyns. Der Film "zeigt Dinge, die man als gewöhnlicher Reisender nie zu sehen bekommen wird. Auf der anderen Seite steht die Tonspur. Angefangen von der bombastischen Orchestermusik, die jede Regung eines Tiers zum dramatischen Ereignis stilisiert, über den Ton, der jedes kleine Fiepsen und Fauchen basslastig übersteigert, bis zum Kommentar, der das Verhalten der Tiere oftmals vermenschlicht und vor lauter Begeisterung über das Gezeigte fast in einen fragwürdigen Kreationismus abgleitet. Ist das wirklich nötig?"