| Regie | Oliver Hirschbiegel |
| Kinostart | 18.10.2007 |
Ein Flop wurde erwartungsgemäß laut Julian Hanich produziert. "Was Hirschbiegels Hollywood-Experiment vor dem Untergang bewahrt, sind die solide Inszenierung von Suspense- und Schock-Momenten sowie ein paar effektvolle Stunts und Verfolgungsjagden. Damit gelingt dem Film immerhin das zu wecken, wofür er argumentativ in die Bresche springt: Affekte und Emotionen. Allerdings ist das Argument, das dem Film zugrunde liegt, in hohem Maße fragwürdig. Der Alien-Virus raubt den Menschen die Gefühle und würdigt sie zu kalten Vernunftwesen herab. Das ist bedauerlich."
Viel mehr als ein Flickenteppich seiner Vorgänger ist der fertige Film tatsächlich nicht geworden, stellt Michael Kohler fest.
In Oliver Hirschbiegels Version regieren nun Konfusion und Technokratie, kritisiert Peer Schmitt. "Wer einen vor allem spannenden Science-fiction-Thriller erwartet, wird enttäuscht werden. Diese Version unterscheidet sich von den Vorgängern hauptsächlich durch das Wegwerfen der Motive des Unheimlichen und Phantastischen. Das Doppelgängermotiv spielt kaum mehr eine Rolle, und auf die überlebensgroßen Schoten, in denen die Doppelgänger heranwachsen werden, wird völlig verzichtet. Die Aliens sind nunmehr weniger Pflanze als Virus. Das Immunsystem wird, pars pro toto, zum Bild des gesamten Körpers und als Metapher zum Bild der Gesellschaft als die eines permanenten, gleichsam unsichtbaren Krieges."
Den belanglosesten und unpolitischsten aller Körperfresser-Streifen sah Lukas Foerster, "und zwar gerade weil der Subtext nicht Subtext bleibt, sondern an die Oberfläche drängt. Die Bezüge zum Irak und dem Krieg gegen den Terror sind im Grunde völlig beliebig und erübrigen sich schon in dem Moment, in welchem sie ausgesprochen werden. Als leicht zu durchschauende Ablenkungsmanöver können sie nie über die konzeptuellen Schwächen hinsichtlich Spannungsaufbau und Figurenzeichnung hinwegtäuschen. Über den Zustand der amerikanischen Gesellschaft in Jahr 2007 hat INVASION so gut wie gar nichts zu sagen."
Laut Anke Westphal scheitert der Regisseur mit seinem Film. "Der Film trudelt so vor sich hin, halbwegs unverbunden - was wohl daran liegt, dass der Produzent Joel Silver seinem deutschen Regisseur die Sache nach einem Testscreening aus der Hand genommen hat. INVASION wurde von den Wachowski-Brüdern (MATRIX) und James McTeigue "überarbeitet". Was Hirschbiegel wollte, kann man allenfalls erahnen, INVASION läuft indes unter seinem Namen. Es wird reichlich gekotzt in diesem Film, schön sieht das nicht aus. Hirschbiegels Idee? Die der Wachowskis?"
Der Regisseur ist ein Opfer des Produzenten geworden, stellt Franz Everschor fest. "Ein geübtes Auge entdeckt unschwer die stilistischen und konzeptionellen Unterschiede. Was als immerhin spannende und teilweise auch ironisch akzentuierte Horrorgeschichte mit vielleicht sogar tieferer Bedeutung beginnt, endet in den lärmenden Verfolgungsjagden und Zerstörungsexzessen routinehafter Event-Filme. Der Suspense der Persönlichkeitsveränderungen geht in einem Wust überraschungsloser Kolportage zugrunde. Auch muss man sich zwischendurch häufig wundern, was die seltsamen existenzphilosophischen Aphorismen meinen, die unorganisch über den Film verteilt sind."