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DIE FREMDE IN DIR

DIE FREMDE IN DIR

Regie Neil Jordan
Kinostart 27.09.2007

Kritiken • DIE FREMDE IN DIR

28. September 2007 | DIE FREMDE IN DIR • Kritik • Die Tageszeitung

Andreas Busche wundert sich, was den irischen Regisseur Neil Jordan an einer solch schlicht gestrickten Rachegeschichte interessiert haben mag. "Tatsächlich nimmt DIE FREMDE IN DIR trotz seiner um äußerste Seriosität bemühten Redseligkeit von Minute zu Minute reaktionärere Züge an. ... Aber die Achtziger gehören ein für allemal der Vergangenheit an. Das ist überhaupt das Erstaunlichste an DIE FREMDE IN DIR: nicht, wie Jordan überkommene Genreklischees unreflektiert wiederbelebt, sondern dass sein Film an jeglichen sozialen Realitäten vorbei eine neue urbane Angstkultur schürt."

28. September 2007 | DIE FREMDE IN DIR • Kritik • Der Spiegel

Die Filmemacher verirren sich laut Michael Ranze in die moralische Untiefe eines Selbstjustiz-Thrillers. "Es ist erschreckend, wie sich der irische Regisseur Neil Jordan - mit Filmen wie MONA LISA, THE CRYING GAME oder DAS ENDE EINER AFFÄRE als einer der Wegbereiter des neuen britischen Kinos ausgewiesen - an den Klischees des Großstadt-Krimis entlang hangelt, um dem Zuschauer die Orientierung zu erleichtern und so auf seine Seite zu ziehen."

27. September 2007 | DIE FREMDE IN DIR • Kritik • Berliner Zeitung

Wie viel Gewalttätigkeit traut - oder gesteht - man Frauen zu, fragt sich Anke Westphal. "Filme dieser Art über Selbstjustiz, ob nun Rachethriller oder Western, gehören nun einmal von Beginn an zum Grundstock des US-amerikanischen Kinos, weil sie den amerikanischen Gründungsmythos am Leben halten: Law & Order, der Staat - das ist der Einzelne. Das ist das Eine. Man muss nun fragen, ob der Aufschrei über die Selbstjustiz in DIE FREMDE IN DIR so besonders laut ist, weil es sich hier um eine Frau handelt, die tötet. Das Andere ist Jodie Foster, und es ist ein starkes Argument für diesen zwiespältigen Film."

27. September 2007 | DIE FREMDE IN DIR • Kritik • Der Tagesspiegel

Für Verena Friederike Hasel fehlt dem Film eine psychologische Stoßrichtung. "Denn er ist keine Charakterstudie der zivilisatorischen Degeneration eines Menschen; er regt noch nicht einmal zur Empathie mit der Hauptfigur an, dazu ist die Kamera zu unruhig: Als Erica das erste Mal nach dem Überfall die Wohnung verlassen will, erfasst sie schon im Hausflur Panik. Aber statt konsequent ihre Perspektive auf die Umgebung zu wählen, springt die Kamera von der Rücken- in die Vorderansicht Ericas und von Wand zu Wand – ohne jede innere Fokussierung, durch die der Flur auch für den Zuschauer zum dunklen Schreckensschacht werden könnte."

27. September 2007 | DIE FREMDE IN DIR • Kritik • Frankfurter Rundschau

Daniel Kothenschulte sagt es unumwunden: "Wenn Polizisten sich vom Gesetz in ihrer Pflichterfüllung eingeschränkt sehen, hat die Gesellschaft ein ernstes Problem, aber wenn sie bei der gezielten Exekution von Gefangenen behilflich sind, sollten wir alle schnellstens die Beine in die Hand nehmen. Dies ist nicht einfach ein schlecht geschriebener, halbherzig gearbeiteter Thriller. Es ist ein erzreaktionäres Plädoyer für die Lynchjustiz, das nur durch Jodie Fosters Darstellung über dem Standard der Videothekenware steht."

27. September 2007 | DIE FREMDE IN DIR • Kritik • Neue Züricher Zeitung

Das Recht, so wird insinuiert, ist auf Seiten jener, die es erkennen, und das gilt nicht für die staatlichen Institutionen, fasst Susanne Ostwald zusammen. "Der Film legt nahe, ein Bedürfnis nach Selbstjustiz speise sich aus einem Gefühl der Ohnmacht, das Individuum sei ein Spielball der Mächtigen. Entsprechend orientiert sich die Rhetorik des Films an politischen Brandreden. Doch diese Argumentation ist nicht nur eine Bankrotterklärung. Sie ist auch insofern infam, als sie die genretypischen Gewaltorgien des Actionfilms als Resultate einer politisch-gesellschaftlichen Misere verbrämt."

27. September 2007 | DIE FREMDE IN DIR • Kritik • critic.de

Michael Kienzl findet es überraschend, dass sich der Film moralisch nicht positioniert. "Erica ist zwar die Sympathieträgerin des Films, wird aufgrund ihrer Taten aber nicht zur Heldin stilisiert. Durch das Töten wird sie zwar abgebrühter, doch gleichzeitig wird sie von der psychischen Belastung und moralischen Zweifeln heimgesucht. Ihr Rachefeldzug folgt eher einer zwanghaften Handlung als einem persönlichen Genuss. Dieser Zwiespalt, in dem sich die Protagonistin befindet, wird jedoch nicht zum Anlass genommen, Fragen nach der Legitimation ihrer Taten aufzuwerfen, sondern all diese Elemente ordnen sich ganz der Funktionalität eines spannenden Thrillers unter."

27. September 2007 | DIE FREMDE IN DIR • Kritik • Die Zeit

Hier kommt der Rächerfilm auf den Hund, meint Birgit Glombitza. "Jodie Foster, die schon seit etlichen Filmen als One-Woman-Kampfeinheit den Besitz und die Brut des Mittelstandes verteidigt, erweitert als Erica nun den PANIC ROOM auf ganz New York. Dieses Mal hat man gar den Eindruck, als wolle sie sich rückwirkend selbst retten. Als wolle sie die abgeklärte 14-jährige Hure Iris, die sie in Taxi Driver war, nun aus dem Großstadtdschungel führen und auch den Amoklauf gegen den sogenannten Abschaum selbst absolvieren. Wenn sie mit verkniffenem Gesicht und heiligem Zorn perversen Kinder- und Frauenschändern das Licht auspustet, wird sie zu einer Art Reinigungsfrau der Nation."

25. September 2007 | DIE FREMDE IN DIR • Kritik • film-dienst 20/2007

Einige Filmszenen hat Jörg Gerle nicht so schnell vergessen, aber die Geschichte selbst ist ihm zu simple. "Inszenatorisch trägt der Film dem platten Geschehen Rechnung. So behauptet das Drehbuch nur, dass Erica immer mutiger und immer weniger verzweifelt agiert, und setzt darauf, dass die charismatische Jodie Foster keinen Zweifel an der Wandlung aufkommen lässt. Schließlich erteilt es fatalerweise Generalabsolution: Ein Opfer geht vor die Hunde und wird zum Monster. Das hätte eine fesselnde, kontroverse Geschichte werden können. Doch von TAXI DRIVER ist hier nichts zu spüren, dafür umso mehr vom Kommerz und seinen billigen, populistischen Happy Endings."

14. September 2007 | DIE FREMDE IN DIR • Kritik • Berliner Zeitung

Mathias Raabe war bei der Deutschland-Premiere.

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