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STAUB

STAUB

Regie Hartmut Bitomsky
Kinostart 21.02.2008

Kritiken • STAUB

22. Februar 2008 | STAUB • Kritik • Der Freitag

Hinter alledem steckt ein gerüttelt Maß Pioniergeist, entdeckt Tim Slagman. "Bilder, die allegorisch sind und dennoch ihren eigenen ästhetischen Sog entwickeln, die den Staub direkt zeigen können oder seine beinahe komplette Abwesenheit zum Thema haben, sind im Film leider in der Minderzahl. Mit akribischer Recherche stellt Bitomsky sich dem Dilemma, das kaum Sichtbare sichtbar zu machen. Er umkreist den Staub über den Umweg von Industrie und Wissenschaft, denen er Antrieb und Problem ist, lässt Ingenieure, Hausfrauen, Astrophysiker zu Wort kommen. Sie erklären ihre Arbeit, Bitomsky lässt sie reden, minutenlang."

21. Februar 2008 | STAUB • Kritik • Berliner Zeitung

Als Protokoll unseres Lebens bezeichnet Gerhard Midding die Dokumentation. Der "Film ist mithin eine Wette mit der Kinotauglichkeit eines schwer greifbaren Gegenstandes. Der Staub verliert seine Flüchtigkeit. Der Regisseur macht ihn in angemessen schwebenden, fast schwerelosen Kamerafahrten dingfest. Seinen Erscheinungsformen verleiht er jene hintergründige Anschaulichkeit, die schon seine früheren Filme auszeichnet. Ihre Themen, seien es Technologie oder Architektur, sind darin niemals nur ein Ausgangspunkt, der überwunden werden muss. Sondern ein Fenster, das geöffnet wird auf die gesellschaftliche Realität."

21. Februar 2008 | STAUB • Kritik • Die Tageszeitung

Die Filme Bitomskys waren schon immer mehr den verschlungenen Wegen des Essayismus verpflichtet als einem akademischen Dokumentarismus, schreibt Dominik Kamalzadeh. "Es ist die Arbeit einer äußerst dichten Montage, die "Staub" so ergiebig und abwechslungsreich macht und so verzweigt wie einen Hypertext, durch den man zum Glück mit kenntnisreicher Stimme geführt wird. Nicht nur weil das Staubkorn die kleinste Einheit des Bildes ist, kommt der Film auch immer wieder auf Fragen der Sichtbarkeit zurück. Staub gibt sich dem Auge nur über Umwege preis, es braucht eine Anstrengung, um ihn in seiner ganzen Vielseitigkeit sehen zu können. Vielleicht ist es das größte Verdienst dieses Films, dass er einem den Blick für die Allgegenwärtigkeit von Staub öffnet, aber nicht alle Illusionen zerstört: Schließlich ist selbst der blaue Himmel eine verstaubte Angelegenheit."

21. Februar 2008 | STAUB • Kritik • Der Tagesspiegel

Millimeterarbeit bescheinigt Silvia Hallensleben dem Film. "Die mitunter aufschlussreichen Einblicke in eine oft schwer verständliche technokratische Welt haben den Filmemacher allerdings offensichtlich so sehr fasziniert, dass ihm der Gleichgewichtssinn darüber abhanden kam. Denn während Lotus-Effekt und die Korrosion von Projektilen von Experten wortreich erklärt werden, bleibt die Arbeit der praktischen Staubspezialistinnen und Putzkräfte bloße Hintergrund-Choreographie, zu der der Regisseur selbst aus dem Off über Reinigungs-Quadratmeterleistungen doziert. Auch am alltäglichen Kampf mit dem Hausstaub interessiert Bitomsky – neben einer putzwütigen Hausfrau als Lachnummer – nur ein scheinbar innovatives Gerät."

21. Februar 2008 | STAUB • Kritik • Frankfurter Rundschau

Ein großer Film über das kleinste sichtbare Ding ist STAUB für Daniel Kothenschulte. Der Regisseur "hat sich die Neugier der frühen Filmemacher für die Schönheit des Faktischen bewahrt. Auch wenn es bei ihm immer eine morbide Schönheit ist. Asche zu Asche, Staub zu Staub. Es gibt keine Religion in diesem Film außer einer cinephilen: So wie Staubpartikel ein Filmbild gleichzeitig beleben und zersetzen, so stellen wir Filmverliebte uns unsere Zeit auf Erden vor. "Staub und Langeweile sind Geschwister", sagt Hartmut Bitomsky. Aber: "Das Kino bringt Licht in die Dunkelheit"."

21. Februar 2008 | STAUB • Kritik • Jungle World

Es scheint laut Stefan Ripplinger so, "dass die Kamera von all diesen Antworten überrascht ist. Sie schwenkt langsam, fast ungläubig, vom Interviewpartner zum Objekt und zurück. Und der in technisch-naturwissenschaftlichen Dingen Unkundige staunt mit. Ohne Staub, erfährt er, keine Wolken, keine Farben am Himmel, keine Farbe auf Bildern. Ohne Staub keine materielle Welt. ... Bitomsky erinnert mit Raymond Queneau daran, dass stets ein Rest bleibt. STAUB hat manchmal etwas von einem Horrorfilm. Wann immer Dracula für überwunden gehalten wird, steht er auch schon wieder fletschend hinter der Tür."

06. Februar 2008 | STAUB • Kritik • kino-zeit.de

Das Erstaunliche für Joachim Kurz ist, dass dieser Film nicht nur funktioniert, sondern auch unterhält und ästhetisch zu überzeugen weiß. "Kaum zu glauben, dass man über solch einen – im wahrsten Wortsinne – staubtrockenen Gegenstand einen so teilweise philosophischen, teilweise amüsanten Film drehen kann. Doch Bitomsky, der nebenbei bemerkt eine grandiose Stimme hat, die er sparsam einsetzt, um nachzuhaken und zu kommentieren, versteht es immer wieder, Sätze heraufzubeschwören, die weit über die scheinbare Banalität hinausweisen und die veranschaulichen, wie sehr diese winzig kleinen Objekte, die hier in einen faszinierenden Sinnzusammenhang gebracht werden, ganz selbstverständlich zu unserer Welt gehören."

25. Januar 2008 | STAUB • Kritik • critic.de

Laut Michael Kienzl geht es dem Regisseur nicht nur um eine Vermittlung von lexikalischem Wissen. "Durch STAUB lernt man schließlich vor allem eines: Hier handelt es sich nicht nur um ein zu beseitigendes Abfallprodukt aus Haushalt und Industrie, sondern um eine Materie, die durchaus ästhetische Eigenschaften besitzen kann. ... Dass STAUB auch Dinge sichtbar macht und ohne ihn das Blau und Abendrot des Himmels nicht zu sehen wären, bezieht Bitomsky schließlich auch auf den Film selbst. Während das Reinigen einer Filmspule gezeigt wird, lässt Bitomskys Stimme aus dem Off verlauten, dass Film Staub sei, der im Kino aufleuchte."

04. September 2007 | STAUB • Kritik • Die Tageszeitung

Ein Gespräch mit dem Regisseur führt Cristina Nord über den Willen, Schönheit und Bedeutung kleiner Partikel zu entdecken.

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