| Regie | Eric-Emmanuel Schmitt |
| Kinostart | 25.10.2007 |
Martin Schwickert empfiehlt dem Regisseur, noch einiges zu lernen. "Die Story strapaziert das ewige Motiv der seelenreinen, selbstlosen Muse über die Schmerzgrenze hinaus. Auch wenn Schmitt die Beziehung betont züchtig in Szene setzt, schimmert doch gelegentlich der feuchte Traum eines Populärautors durch. Schwerer wiegt jedoch die Kaugummi-Dramaturgie, die das Paar ohne jegliches Gespür für narrative Ökonomie zum vorhersehbaren Happy-End schleppt."
Der Bestsellerautor Eric-Emmanuel Schmitt hat sich hinter die Kamera gestellt und mit ODETTE TOULEMONDE seinen ersten Film gedreht. Catherine Newmark spricht mit ihm.
Für Wilfried Hippen erzählt der Regisseur kitschig von Kitsch. "Aber er verschenkt auch vieles durch unnötige Wiederholungen. So schwebt Odette zu oft durchs Bild, so dass man spätestens nach dem dritten Mal beginnt, die versteckten Drähte zu suchen. Originell ist dagegen Schmitts selbstreflexive Methode: Er erzählt von einem Autor, der die gleiche Art von Büchern schreibt wie er. Er beschreibt, wie diese ein Publikum begeistern, das ihm selbst fremd ist und welche Wirkung seine Art zu schreiben auf diese Leserinnen hat - und genau die gleichen Mittel benutzt er auch im Film selbst."
Für Heike Kühn weiß der Regisseur "sehr wohl um die Abgründe des Klischees. Er baut seiner Durchschnittsheldin eine märchenhafte Brücke darüber, die schon einmal eine Traumtänzerin namens Amelie in einer nicht minder fabelhaften Welt beschritten hat. ... Odette mag vor Hoffnung buchstäblich über den Dächern schweben oder dem Jesus von Belgien begegnen, trotzdem bewahrt sich der Film eine angenehm schnoddrige Bodenständigkeit, die dem Versuch widersteht, defizitäre Konten allein durch goldene Herzen aufzufüllen."
Großen Dinge von Liebe und Glück werden hier laut Volker Mazassek verhandelt. Der Film wie der Regisseur erweisen der Literatur ihre "Reverenz, die ein Leben verändern kann, und setzen all den Verkäuferinnen und Kassiererinnen ein Denkmal, die sich in schönen Geschichten verlieren, auch wenn das nicht die ganz große Literatur ist. Wenn Odette liest, dann fliegt sie, oder ihre Fototapete erwacht zum Leben oder ihr Bad wird zum Dschungel. Das sind hübsche Regieeinfälle, und das macht den Film sehenswert."
Peter Gutting lobt das Debüt. Der Filmemacher "arbeitet mit optischer Ironie, mit spöttischer Charakterzeichnung und skurrilen Nebenfiguren. Die fehlen in seinem Text, tun aber der filmischen Umsetzung gut. Von den ersten Minuten an begleiten sie das Geschehen mit einem Augenzwinkern. So wirken sie den zuweilen kitschigen Passagen dieses Liebesmärchens entgegen. Als Klischeebrecher bewähren sich darüber hinaus musicalhafte Gesangs- und Tanzeinlagen. Sie treiben das Lehrstückhafte der Handlung so auf die Spitze, dass es schon wieder lustig wird. Trotzdem: Die Geschichte handelt von Klischees und arbeitet mit Klischees. Das ist eine Gratwanderung, die nicht immer gelingt."