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LEROY

LEROY

Regie Armin Völckers
Kinostart 27.09.2007

Kritiken • LEROY

29. September 2007 | LEROY • Kritik • Die Tageszeitung

Eine ganz spezielle Atmosphäre hat Andreas Resch in LEROY ausgemacht. "Auch wenn es zum Schluss hin - wenn Leroy seine Freunde zur entscheidenden Schlacht gegen die Nazis zusammentrommelt - doch recht langatmig wird, ist Armin Völckers Kinodebüt dank skurriler Charaktere, zahlreicher Blaxploitation-Zitate sowie eines stimmigen Soundtracks durchaus unterhaltsam. Zudem zeigt ein Videoclip-Abspann der fiktiven Boygroup "Skin Sync" einen möglichen Weg auf, wie man dem Rechtsradikalismus in Zukunft entgegentreten könnte: Anstatt ihn zu tabuisieren - so wird hier humorvoll nahegelegt -, sollte man ihn vielmehr radikal kommerzialisieren."

27. September 2007 | LEROY • Kritik • Berliner Zeitung

Der Regisseur und Autor Armin Völckers macht in seiner originellen Komödie von Beginn an mit schöner Selbstverständlichkeit klar, was sich von selbst verstehen sollte: Leroy ist schwarz und deutsch zugleich, lobt Knut Elstermann. "Die exzellente Darstellerriege der Neonazi-Fünferbande zeichnet witzige Porträts von prasseldummen, gefährlichen, aber auch bedauernswerten armen Würstchen, deren Blödheit einfach weh tut. Damit wird bei jungen Zuschauern im Sinne politischer Bildung unter Umständen mehr erreicht als durch angestrengte pädagogische Dämonisierungen der Rechten. Der freche, unbekümmerte Umgang des Films mit den Dumpfbacken lässt politisch korrekte Betroffenheit gar nicht erst aufkommen."

27. September 2007 | LEROY • Kritik • Der Tagesspiegel

Martin Schwickert hat über die Nazis gelacht. "Dabei ist LEROY keineswegs perfekt. Manchmal knirscht es gewaltig in der Komödiendramaturgie, nicht jede Pointe sitzt an der richtigen Stelle, und einige Figuren im weiten Verwandtschafts- und Freundeskreis des Helden bleiben blass. Aber der Film hat den Atem der Respektlosigkeit, den man in der Debatte um rechte Gewalt oft vermisst. Nazis mögen zwar gefährlich sein, vor allem aber sind sie blöd. Diese keineswegs neue, aber sehr unterhaltsame Erkenntnis führt LEROY in gebührender Ausführlichkeit, mit viel Humor und Slapstick vor."

27. September 2007 | LEROY • Kritik • Jungle World

Jürgen Kiontke ist enttäuscht: "Was LEROY zu keiner Zeit in den Griff kriegt, ist, dass es bei der rechten Jugendkultur nicht um Logik geht. Und dass sie in manchen Gegenden allgegenwärtig ist. Würde der Film das berücksichtigen, wären die Nazi-Skins keine harmlosen Deppen mehr, denen in 80 Minuten Kino per Konfrontationstherapie ein Lernfortschritt gelänge."

27. September 2007 | LEROY • Kritik • critic.de

Mit Verve und doppelbödigem Humor inszeniert Armin Völckers seinen ersten Spielfilm, lobt Meike Stolp. "Dass LEROY keine schwere, melodramatische Tragödie geworden ist, sondern eine unbeschwert inszenierte, originelle Komödie, ist vor allem Regisseur Armin Völckers zu verdanken, der auch für das Drehbuch verantwortlich ist. Die Dialoge sind ironisch, doppelbödig und angenehm frech. ... Dem komplexen Thema Fremdenhass nähert sich der Regisseur denn auch nicht mit der moralischen Keule oder einer Gut-Böse Dramatik. Er nimmt seine Figuren ernst, selbst Evas braune Brüder. Und doch macht er sich auch über sie lustig, über sinnentleerte Parolen, den unbedingten Wunsch zu einer Gruppe zu gehören."

25. September 2007 | LEROY • Kritik • film-dienst 20/2007

Gewagt nennt Jens Hinrichsen die Multikulti-Komödie. "Geschickt umschifft Völckers die latente Verharmlosungsgefahr sogar in den Szenen mit Evas Brüdern, gewährt überdies einen satirischen Einblick in die Selbsthass-Struktur von Neonazis, wenn er die Kausalkette "freundlicher" Hinterkopfschläge innerhalb der Truppe als groteske Choreografie inszeniert. Viele andere Running Gags verpuffen allerdings ... Wenn Klischee auf Klischee getürmt wird und der Witz angestrengt wirkt, entsteht der Eindruck, Völckers habe schlicht zu wenig Zeit bekommen, die Geschichte seines Kurzfilms LEROY RÄUMT AUF auf abendfüllende Länge zu erweitern."

20. September 2007 | LEROY • Kritik • kino-zeit.de

Zweifellos ist das Spielfilmdebüt von Regisseur Armin Völckers ein engagiertes Plädoyer gegen Fremdenfeindlichkeit und ihre häufig zerstörerischen Konsequenzen, schreibt Marie Anderson. Aber die Dramaturgie läuft "auf ein oberflächliches Gutmenschentum hinaus, das in seiner Naivität nicht einmal mehr komisch wirkt und in märchenhaft anmutender Unglaubwürdigkeit erstarrt. Die gängigen Stereotypien des Themas werden locker flockig und oftmals überzogen jongliert, in der lobenswerten Absicht, sie der Lächerlichkeit preiszugeben, was jedoch nur bedingt gelingt, da der riskierte Spagat zwischen derber Komödie, tragischer Liebesgeschichte und mit dem Zaunpfahl winkendem Lehrstück in ein allzu verrenktes glückliches Ende mündet, das in seiner aufgesetzten Moralität das eigene Vorhaben, dieses Territorium entmoralisierend zu betreten, letztlich scheitern lässt."

29. Juli 2007 | LEROY • Kritik • programmkino.de

Wirklich authentisch wirkt hier wenig, kritisiert Michael Meyns. "Angesichts der meist völlig überdrehten, reichlich absurden Handlung fragt man sich allerdings, ob es überhaupt die Absicht von Armin Völckers gewesen ist, so etwas wie Authentizität zu kreieren. Denn die Art und Weise, wie er die unterschiedlichen Erfahrungswelten Leroys und Evas darstellt hat wenig mit der Realität zu tun. ... Einen einheitlichen Tonfall aber sucht man bei diesem fraglos gut gemeinten und in Phasen auch gut gemachten Film leider meist vergeblich."

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