| Regie | Scott Hicks |
| Kinostart | 13.09.2007 |
Die Hollywood-Version erreicht nicht die ungeheure Dichte des Originals, kritisiert Verena Friederike Hasel. "Wo die Amerikanerin – niedlich-plump, wie sie ist – ihre Strenge bereitwillig fallen lässt, sich das Lächeln wohlig auf ihrem Gesicht ausbreitet, so als gehöre es da auch hin, huschen bei Gedeck die Regungen im Stakkato übers Gesicht, als wollte keine dort heimisch werden. Als ihre Chefin die Fertigkeiten des neuen Kochs lobt, guckt Gedeck wie ein Lama, das gleich spucken wird, und wenn sie lacht, scheint das Lachen ihr nur zu unterlaufen – gewaltig, aber unerwünscht."
Der Film ist laut Bert Rebhandl gerührt, nicht geschüttelt. "Was Regisseur Scott Hicks hinzufügt, sind nur einige Luxusfaktoren, die Deutschland nicht zu bieten hat - alles ist in der amerikanischen Version einen Schuss perfekter, und zwar so perfekt, dass REZEPT ZUM VERLIEBEN zu einem Schulbeispiel für Kitsch gerät. Hier wird selbst die Ironie noch in den Dienst der rührseligen Sache genommen. ... REZEPT ZUM VERLIEBEN ist zwar ein Film, gehört aber eigentlich gar nicht mehr zum Kino, sondern in einen ganz anderen Bereich. Sehen Sie nach unter Wellness!"
Auf kleiner Flamme ist der Film laut Daniel Sander gedreht. "Es ist alles ein bisschen poliert und aufgehübscht, die Farben sind satter, die Interiors gediegener, insgesamt jedoch regiert der Grundsatz: Warum etwas ändern, wenn es schon einmal so gut funktioniert hat? Wie jedes amerikanische Remake eines europäischen Filmerfolges steht REZEPT ZUM VERLIEBEN erstmal unter dem Verdacht, das Original für kommerzielle Zwecke ausgebeutet, wenn nicht gar vergewaltigt zu haben."
Weichgespült, ohne die im Original vorhandenen Ecken und Kanten präsentiert sich die Hollywood-Version, kritisiert Marcus Wessel. "Der kreative Prozess des Kochens, die Leidenschaft, mit der Sterneköche aus Lebensmitteln kleine Kunstwerke erschaffen, all das versucht REZEPT ZUM VERLIEBEN in den Szenen des Restaurantbetriebs zu vermitteln. Doch statt sinnlicher Verführung und subtiler Erotik á la CHOCOLAT, statt Genuss und Hingabe präsentiert Hicks nur Bilder aus einem vor Klischees triefenden Küchen-Almanach. Bei ihm gibt es lediglich ein hektisches Klappern mit Töpfen und Pfannen garniert mit der in Nick personifizierten Vorstellung des Kochs als kreatives Enfant Terrible."