Film-Zeit auf  Film-Zeit bei Facebook   Film-Zeit auf Twitter

IT´S A FREE WORLD…

IT´S A FREE WORLD…

Regie Ken Loach
Kinostart 27.11.2008

Kritiken • IT´S A FREE WORLD…

28. November 2008 | IT´S A FREE WORLD… • Kritik • Der Spiegel

Für Urs Jenny sind die Filmemacher "erstaunliche Außenseiter, weil sie sich immer wieder für das Allernormalste interessieren, das unser Sein bestimmt, die tägliche Arbeit, und dabei die erstaunlichsten Geschichten ans Licht fördern: Geschichten, mit denen wir im Kino normalerweise nicht rechnen, die wir eigentlich vielleicht auch gar nicht sehen wollen und von denen wir uns dann doch mitreißen und bewegen lassen, weil Paul Laverty und Ken Loach sie mit so viel Leidenschaft und einem so treffenden Blick für das Exemplarische zu erzählen wissen."

27. November 2008 | IT´S A FREE WORLD… • Kritik • Frankfurter Rundschau

Michael Kohler lobt, dass keine strikte Linie zwischen Gut und Böse, Opfer und Täter gezogen wird. Der Film lässt sich "sarkastisch verstehen oder im Sinne eines sich selbst überlassenen Raubtierkapitalismus. Passend dazu ist die Heldin im Leopardenfell-Imitat halb treibende Kraft und halb Getriebene, ohne dass Ken Loach sie durch die Verhältnisse entschuldigen würde. Wenn sich Angie für etwas entscheidet, dann im vollen Bewusstsein der daraus folgenden Konsequenzen. Die Ehrlichkeit, mit der sie sich den eigenen moralischen Widersprüchen stellt, macht sie zu einer überaus sehenswerten Leinwandfigur - auch wenn Ken Loachs jüngster Film letztlich etwas zu didaktisch geraten ist, um ihn zu seinen besten zählen zu können."

27. November 2008 | IT´S A FREE WORLD… • Kritik • Neues Deutschland

Für Gunnar Decker treibt "alles schicksalhaft auf einen Punkt zu, an den sie nie kommen wollte. Dem Zuschauer bleibt es vorbehalten darüber zu entscheiden, ob es wirklich zwangsläufig ist. Wie kann man heute noch erfolgreich werden, ohne dabei alle Moral von sich zu werfen? Mehr noch, wie kann man erfolgreich sein, ohne kriminell zu werden? Letztlich ist das die Frage danach, was man unter Erfolg versteht. Für Ken Loach trifft der Typus Angie den Zeitgeist: "In ein Paar Jahren könnte sie die Geschäftsfrau des Jahres sein.""

27. November 2008 | IT´S A FREE WORLD… • Kritik • Junge Welt

Das System macht alles und jeden kaputt, auch die schönste Klassenfeindin, meint Anja Trebbin. Der "Film entbindet den Einzelnen nicht von der Verantwortung. Aber wesentlich sind IT´S A FREE WORLD… (IT´S A FREE WORLD… Trailer) die Veränderungsprozesse, denen die Arbeitswelt im Zeitalter eines globalisierten Turbokapitalismus fortwährend unterworfen ist. Mit einer hehren, ­ideal gesinnten Identifikationsfigur hätte sich das nicht darstellen lassen, zumindest nicht glaubwürdig. Angies Ausgangsmotivation ist nachvollziehbar. Im Verlauf des Films gerät sie dann in eine immer schneller rotierende Spirale brutaler gesellschaftlicher Kausalbeziehungen, die sich schließlich in einem plötzlichen Umkehrmanöver unmittelbar gegen sie selbst richten."

27. November 2008 | IT´S A FREE WORLD… • Kritik • Jungle World

Wie so oft gedenkt Ken Loach auch in diesem Film, mit dem Publikum Schlitten zu fahren, meint Jürgen Kiontke. Dies ist "ein extrem spröder, fast lieblos gedrehter Film des nicht gerade unspröden Sozialfilmemachers Ken Loach. Kurz, knapp und heftig gibt er Auskunft über den derzeitigen Stand des Existierens an der Unterkante Europas mit allen Unklarheiten, Prekaritäten und Schweinereien. ... Das Unausweichliche, Unerbittliche des Wirtschaftssystems, die angebliche Freiheit des Mark­tes, sie wird als Ideologie verklappt. Aber ebenso klar ist: Alternativen sind rar. Und ein kohärentes Unterdrückungssystem ist die Wirtschaft auch nicht. Eher ein chaotisches."

27. November 2008 | IT´S A FREE WORLD… • Kritik • Der Freitag

Einmal mehr gilt das Hauptinteresse des Regisseurs laut Barbara Schweizerhof "der Entblößung des "Systems", jenes höheren abstrakten Wesens, das die kulturelle Linke in ihren kritischen Elogen auf gewissermaßen ironische Weise anbetet. In IT´S A FREE WORLD… (IT´S A FREE WORLD… Trailer) aber gelingt es ihm, die politische Parabel hinter menschlichen Dimensionen zunächst weitgehend unkenntlich zu machen ... Was Ken Loach sich entgehen lässt durch das von vielen geschätzte Festhalten an der Systemkritik, ist die persönliche Dimension, die Kierston Wareing mit Verve anbietet."

26. November 2008 | IT´S A FREE WORLD… • Kritik • Berliner Zeitung

Die Heldin ist ganz nach dem Geschmack des britischen Regisseurs, meint Anke Westphal. "Ganz beiläufig und doch präzise beleuchtet der Regisseur prekäre Hierarchien und den Alltag von Menschen, die eigentlich nicht gebraucht werden. ... Mit Kierston Wareing hat Ken Loach eine glaubwürdige und dazu unverbrauchte Darstellerin gefunden. Ihre Angie ist ein interessanter, zutiefst widersprüchlicher Charakter: hin- und hergerissen zwischen Überlebenswillen, Naivität und Härte. Moral oder Profit - das ist die Frage. Jene Filme, in denen Ken Loach uns ohne Unterschichtspathos und didaktischen Ehrgeiz zeigt, wie die Umstände und die Menschen einander verändern, sind seine besten. IT´S A FREE WORLD… (2007) (IT´S A FREE WORLD… (2007) Trailer) ist einer davon."

26. November 2008 | IT´S A FREE WORLD… • Kritik • Der Tagesspiegel

Für Sebastian Handke brilliert Kierston Wareing im Film als Glückssucherin. "Sie verkörpert Angie als ambitionierte Mittdreißigerin, deren Entschlossenheit, die vielleicht letzte Chance aufs eigene Glück nicht verstreichen zu lassen, sich sehenden Auges verselbstständigt. Der Film hat durchaus seine Schwächen. Angies extremer Stimmungswechsel zwischen Mitgefühl, wenn sie eine illegale Familie kurz entschlossen bei sich einquartiert, und Rücksichtslosigkeit, als sie dieselbe Familie später zum eigenen Vorteil an die Behörden ausliefert, ist zu krass, um noch aus dem Charakter heraus begründet zu sein. Hin und wieder muss eine der Nebenfiguren Sätze aufsagen, die aus einem Thesenpapier stammen könnten."

26. November 2008 | IT´S A FREE WORLD… • Kritik • Die Tageszeitung

Dietrich Kuhlbrodt sah einen Film über die kapitalistische Ausbeutung. "Ganz im Vordergrund steht das eindringliche Spiel der großartigen Schauspielerin Kierston Wareing, die zum ersten Mal in einem großen Spielfilm zu sehen ist. Es geht nicht anders, als an ihren Entschlüssen, Ambivalenzen, Eskapaden, Brutalitäten und an ihrer Einvernahme ins Ausbeutersystem teilzunehmen - mit Erleichterung, mit gemischten Gefühlen, mit Leiden und Abstoßung. Alles zusammen. Was ist das Fazit? Wird Angie sich aus dem gnadenlosen System des freien Unternehmertums befreien können? Definitiv nein, sie kann es nicht. Ken Loach belässt es dabei, den Zustand zu beschreiben. Wir können auf nichts hoffen."

22. November 2008 | IT´S A FREE WORLD… • Kritik • critic.de

Das Kunststück des Films ist es, die didaktische Handlung über eine hohle Kapitalismuskritik hinauszubringen, lobt Michael Kienzl. Ken Loach "gelingt das, indem er ambivalente Standpunkte in seine Geschichte mit einbezieht und die Figuren darüber diskutieren lässt. ... Der Film gibt keiner der Figuren wirklich recht, sondern lässt jeden Standpunkt nachvollziehbar. Doch nicht nur die verschiedenen ideologischen Haltungen werden in ihrer Komplexität erfasst, sondern auch die widersprüchliche Figur Angies. Ihr Charakter bleibt stets so facettenreich und spannend, dass man sie nie eindeutig als Opfer oder Täterin sehen kann."

01. November 2008 | IT´S A FREE WORLD… • Kritik • kino-zeit.de

Silvy Pommerenke hat auf die Läuterung der Protagonistin gehofft. "Chancen und Möglichkeiten hat sie derer viele, aber sie ergreift sie nicht oder nur ansatzweise. Diese emotionale Erwartung des Publikums wird bis zum Schluss aufrecht gehalten, hinterlässt aber immer wieder Enttäuschungen. Allerdings macht genau das diesen sozialkritischen Film, der mehr als nur Kapitalismuskritik beinhaltet, so sehenswert und authentisch. Würde IT´S A FREE WORLD… (IT´S A FREE WORLD… Trailer) mit einem Happy-End schließen, verlöre er an Glaubwürdigkeit. Es muss wehtun beim Hinsehen, damit die Botschaft deutlicher wird: Korrektes Verhalten und Mitgefühl sind wichtiger denn je und unsere Marktwirtschaft ist nicht der Weisheit letzter Schluss."

01. November 2008 | IT´S A FREE WORLD… • Kritik • br-online.de

Der Filmemacher schaut laut Margret Köhler "in die Grauzone der Gesellschaft mit ihren sozialen Verwerfungen, verkneift sich dabei Schuldzuweisungen. eine blond gefärbte Protagonistin mit nachgewachsenem schwarzen Haaransatz ist eigentlich sympathisch, wenn sie in Ledermontur auf dem Motorrad herumkurvt und - anfänglich selbst unschuldiges Opfer der Umstände - zur rücksichtslosen, in sich selbst zerrissenen Täterin wird, liebenswert und gleichzeitig erbarmungslos. Der bekennende Trotzkist setzt Globalisierung und Migration, die Veränderungen der Arbeits- und Industriekultur und ihren Einfluss bis in den persönlichsten Bereich zueinander in Beziehung, macht die Verknüpfung von privat, wirtschaftlich und politisch in einer freien Welt transparent, die Darwins Grundsatz vom "survival of the fittest", dem Überleben des Stärksten, propagiert und damit Werte wie Solidarität oder Verantwortung im realitätsfernen Idealismus verortet."

01. November 2008 | IT´S A FREE WORLD… • Kritik • epd-film 11/2008

Die Filmemacher enthalten sich laut Andreas Busche jeden moralischen Urteils über ihre Hauptfigur. "Angie ist Opfer und Täterin zugleich, ein Kollateralschaden des Freien Marktes. Leider versäumt Ken Loach es wie so oft, die komplexen Zusammenhänge seines Films offenzulegen. Stattdessen begnügt er sich damit, die Zwänge, denen seine Figuren unterliegen, ausführlich zu beschreiben."

01. November 2008 | IT´S A FREE WORLD… • Kritik • programmkino.de

David Siems fasst seine Kritik wie folgt zusammen: "Geschickt verhandelt der Film die Dringlichkeit von Humanismus in der komplexen Jobwelt und den persönlichen Wunsch, sich materiell abzusichern. Letztlich drehen sich die Figuren um das immer wiederkehrende Motiv: Darf man moralisch fragwürdig handeln, um das Geschäft am Laufen zu lassen? Ken Loach ist nicht so naiv, seine Geschichte auf eine größere, kapitalismuskritische Ebene zu projizieren. Sein Mikrokosmos der Ungerechtigkeit ist der britische Zeitarbeitsmarkt und nicht die billigen Sweat-Shops der Global Player in Asien und anderswo."

01. November 2008 | IT´S A FREE WORLD… • Kritik • programmkino.de

Regiemäßig ist alles in Ordnung, stellt Thomas Engel lakonisch fest. "Auch die nötige Dramatik ist vorhanden. Aus mehreren hundert Kandidatinnen wurde Kierston Wareing ausgewählt, die die Angie verkörpert. Die Suche hat sich gelohnt. Die Schauspielerin war für die Rolle dieser Frau mit einer Mischung aus Energie, Hilfsbereitschaft, Rücksichtslosigkeit, Egoismus und insgesamt zweideutig werdender Persönlichkeit genau die richtige. Ihr zuzusehen und zuzuhören bleibt von Anfang bis Ende spannend."

06. September 2007 | IT´S A FREE WORLD… • Kritik • Neue Züricher Zeitung

Für Marli Feldvoss vertraut der Regisseur "unverdrossen auf den unverwüstlichen Realismus des Kinos, bringt es aber fertig, das doppelte Gesicht seiner Superfrau zu zeigen, die mit ihrer kraftstrotzenden Existenz einerseits solidarische Gefühle, mit ihrem skrupellosen Treiben aber auch ebenso viel Abscheu weckt."

03. September 2007 | IT´S A FREE WORLD… • Kritik • Berliner Zeitung

Der Film erzählt davon, wie die Armen die Armen ausbeuten, schreibt Anke Westpahl. "Je besser die Geschäfte laufen für Angie, desto wirkungsvoller lassen sich die Skrupel unterdrücken, aber desto gefährlicher wird es auch. Und das ist das Bedrückende an IT'S A FREE WORLD...: die unbarmherzige Konkurrenz der Unterprivilegierten in einem Existenzkampf, der zum Aufstiegskampf wird."

03. September 2007 | IT´S A FREE WORLD… • Kritik • Der Tagesspiegel

Jan Schulz-Ojala ist enttäuscht: "Weil der Sozialist Loach eisern am Prinzip des guten Menschen festhält (nur die Verhältnisse, die sind nicht so), bleiben selbst seine Teilzeitschurken nette Kerle: So beschönigt der Film am Ende das Milieu, das er eigentlich anprangern will."

Weitere Filme, die euch interessieren könnten

Aktueller Stand der Datenbank:
18739 Filme,
72604 Personen,
6594 Trailer,
873 Biographien,
54 Themen & Listen
all: 0,5428