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COUSCOUS MIT FISCH

COUSCOUS MIT FISCH

Regie Abdellatif Kechiche
Kinostart 28.08.2008

Kritiken • COUSCOUS MIT FISCH

28. August 2008 | COUSCOUS MIT FISCH • Kritik • Die Tageszeitung

Das Einwandererkino Frankreichs zeigt mit COUSCOUS MIT FISCH ein neues Selbstverständnis, meint Anke Leweke. "Die Kunst der Auslassung, kombiniert mit Szenen, die alles in Echtzeit erzählen - das sind die Stilmittel, mit denen Abdellatif Kechiche die Gegenwart seiner Figuren permanent neu konstituiert. Etwa bei einem der großartigsten Familienessen, die je im Kino zu sehen waren. Gleich mehrere Kameras positioniert Kechiche rund um die Tafel. ... In COUSCOUS MIT FISCH ist der Blick von außen ganz verschwunden. Hier präsentiert sich eine Patchworkfamilie in einer Patchworkkultur."

28. August 2008 | COUSCOUS MIT FISCH • Kritik • Frankfurter Rundschau

Was ist so spannend an Ereignislosigkeit, fragt sich Heike Kühn. "Zum einen die Emotionen, die ein umwerfendes Team von Laiendarstellern mit kaum auszuhaltender Intensität vermittelt ... Zum anderen ist es die Nachwuchsschauspielerin Hafsia Herzi, die in der Rolle der Rym das größte Opfer bringt. Um die Gäste abzulenken, bietet sie sich als Bauchtänzerin dar. Ihr schweißtreibender Tanz wird zum Synonym orientalischer Zerrissenheit im klischeeverliebten Westen."

27. August 2008 | COUSCOUS MIT FISCH • Kritik • Berliner Zeitung

Christina Bylow lobt den Film: Dies ist große Einwanderersinfonie. "Kechiche hütet diese Großfamilie als Erzähler wie ein gütiger Patriarch: Jeder kommt zum Zug, jedes Gesicht wird in Großaufnahmen bis in die kleinste Fältelung abgetastet und beleuchtet, jeder hat seine Stimme in diesem großen Orchester. Das braucht Zeit, zweieinhalb Stunden. Aber das Ergebnis ist eine großartige Komposition, in der die Stille ihren Platz hat neben den Geräuschen des Lebens."

26. August 2008 | COUSCOUS MIT FISCH • Kritik • Der Tagesspiegel

Jan Schulz-Ojala sah ein bewegendes Kinodrama. "Das Abenteuer dieses großen Films aber besteht nicht in seinem Fitzelchen von Geschichte, sondern darin, wie er sie in zweieinhalb kurzen Stunden erzählt. Der Zuschauer tut gut daran, anderweitig breitgefahrene Erwartungsspuren in Sachen Dramaturgie, Konflikt und Auflösung hinter sich zu lassen. Er wird dafür mit nichts Geringerem als der Teilhabe an Leben belohnt; und an einem Mehr an Leben vielleicht auch."

26. August 2008 | COUSCOUS MIT FISCH • Kritik • film-dienst 18/2008

Dramatik pur: schnell und nervenzerreißend, hat Rüdiger Suchsland ausgemacht. "Es ist ein großartiger, nahezu perfekter Film, voller Herz und dabei sehr politisch, sehr hart, aber in seiner Härte doch erträglich, weil er sehr menschlich ist. Der Film gibt Menschen, Milieus und Lebensweisen eine Stimme, die in der Regel medial ausgeblendet bleiben. Er rechnet mit der Ignoranz, dem Exotismus und den Projektionen ab, denen Einwandererfamilien selbst in der Dritten Generation – nicht nur in Frankreich – ausgesetzt sind und wegen derer sie nicht wirklich integriert werden. Er zeigt aber auch viele Schattenseiten der Einwandererkulturen."

21. August 2008 | COUSCOUS MIT FISCH • Kritik • Die Zeit

Dieser Film braucht wirklich keine aufgepfropfte Dramatik, lobt Birgit Glombitza. "In COUSCOUS MIT FISCH erweist sich Kechiche als Meister der Küchen- und Tischgespräche. Und dank seiner ungemein agilen Kamera nimmt man wirklich an all den Mahlzeiten, stillen Verzweiflungsmomenten und dramatischen Familienstreitereien Teil. Wie er im Stimmgewirr banalste Kleinigkeiten mit Andeutungen wirklicher Tragödien verwebt, wie genau er die Familienangehörigen dabei beobachtet, wahre Gefühle unter kulinarischen Verrichtungen zu verbergen, das hat einfach Größe."

19. August 2008 | COUSCOUS MIT FISCH • Kritik • critic.de

Kechiche hat dabei weder Angst vor Redundanz noch vor hysterischen Frauen, stellt Thorsten Funke fest. "Um der vorhersehbaren Dramaturgie willen wäre so manches erfunden worden. Kechiche tut so etwas nicht. Er erfindet nicht, er findet. Das Gefundene wird kunstvoll gestaltet – COUSCOUS MIT FISCH ist alles andere als ein Dokumentarfilm –, aber es ist, im positiven Sinne, banales Leben. Nur der für Kechiches Verhältnisse ungewöhnlich dramatisch parallelmontierte Schluss fällt aus diesem Rahmen."

14. August 2008 | COUSCOUS MIT FISCH • Kritik • br-online.de

Margret Köhler ist begeistert: "Der geborene Tunesier wechselt dabei souverän Genres, verwischt Grenzen zwischen Populär- und Autorenkino, wenn er von einer maghrebinischen Großfamilie in einem Hafenstädtchen erzählt und das Porträt von Menschen entwirft, die in der neuen Heimat zusammen halten, sich als Sippe trotz persönlicher Rivalitäten, großer und kleiner Lügen gegen den Rest der Welt stellt. ... Mit ausgeprägter Lust an der Langsamkeit zeichnet er Immigrantenschicksale ohne ideologische Scheuklappen oder Vorwürfe und zeigt die Schwierigkeiten der zweiten und dritten Generation zwischen Integration, Assimilation und Tradition, das Gefühl, zur französischen Gesellschaft zu gehören und sich dennoch abzuschotten in einem kleinen und überschaubaren Mikrokosmus."

11. August 2008 | COUSCOUS MIT FISCH • Kritik • kino-zeit.de

Joachim Kurz ist erstaunt: "Dass Langsamkeit, Detailreichtum und Realismus so temperamentvoll, quicklebendig und voller Feuer umgesetzt werden können, ohne dabei die Figuren und ihre Sorgen aus den Augen zu verlieren, das macht aus diesem Film wahrlich einen Meilenstein, von dem sich mancher kunstbeflissene und anämische Autorenfilmer eine dicke Scheibe abschneiden sollte."

10. April 2008 | COUSCOUS MIT FISCH • Kritik • programmkino.de

Kalle Somnitz lobt den Regisseur: Er "wirft einen genauen Blick auf eine Gemeinschaft von Einwanderern, die seit Jahrzehnten in zweiter und dritter Generation hier lebt, aber immer noch nicht zur französischen Gesellschaft dazu gehören. Als billige Arbeitskräfte für unattraktive Arbeitsplätze sind sie gut, doch einen Platz in der Gesellschaft will man ihnen nicht zugestehen. Eine Situation, wie man sie wohl auch in Deutschland kennt. Kechiche erzählt hiervon nicht mit vorwurfsvollem Blick und die Migranten stellen auch keine Forderungen. Vielmehr weiß er die ausweglose Situation in eine warmherzige Komödie zu verpacken, deren Tempo zwar untypisch langsam ist, dafür aber viel näher an seine Protagonisten heranführt."

10. April 2008 | COUSCOUS MIT FISCH • Kritik • programmkino.de

Thomas Engel findet den Stil des Films sehr wichtig: Alles läuft eins zu eins ab, echt, unverfälscht, alltäglich – und weitgehend sympathisch. "Eine ganze Reihe von Themen taucht hier auf: die Integration; die Diskriminierung Fremder; der Wunsch eines Älteren, nach dem Arbeitsleben noch eine sinnvolle Existenz zu haben oder einem Hobby zu frönen; der Zusammenhalt einer großen Familie, der letztlich gilt und über allem steht, wenn er auch durch Scheidung, Verhältnis mit einer Geliebten, Seitensprung des Sohnes, Streit oder Zornesausbruch der Schwiegertochter auf äußerst harte Proben gestellt wird."

06. September 2007 | COUSCOUS MIT FISCH • Kritik • Der Tagesspiegel

Der Film saugte Jan Schulz-Ojala förmlich ins Leinwandgeschehen hinein. "Wie dieser zaghafte Mann seinen Traum gewinnt und gleich wieder zu verlieren droht ...: Das ist so umwerfend wie herzergreifend. Eine gewaltige Tragödie wird da geboren aus banalstmöglichem Anlass (plötzlich fehlt der Couscous für 100 Gäste), und atemberaubend von Aberwitz zu Aberwitz gesteigert geraten die Versuche, sie noch abzuwenden. Am Ende teilt der Zuschauer eine Realzeit der Katastrophe und des Glücks, und gerade die lange Schrei-Szene einer betrogenen Ehefrau und der nichtendensollende Bauchtanz, bei dem Rym sich die Seele aus dem Leib zu tanzen scheint, sind von dramaturgisch unerbittlicher Konsequenz."

06. September 2007 | COUSCOUS MIT FISCH • Kritik • Neue Züricher Zeitung

Eine höchst kurzweilige arabische Familienchronik sah Marli Feldvoss, "die in einem kunstvoll arrangierten Erzählrhythmus nichts als Alltagsgespräche und -beobachtungen zusammenträgt. Ein Film, der auch vom Zerfall der arabischen Grossfamilie und vom Verlust der eigenen Identität erzählen will, mit seiner unbändigen Erzählfreude, mit der Lebendigkeit der arabischen Musik und der Intensität des Bauchtanzes (der hier zum Totentanz wird) – aber gerade das Gegenteil erreicht: Kechiche dokumentiert das Überleben einer Kultur in der Fremde und zelebriert wie kein anderer eine Lebenslust, die ihn höchst preisverdächtig macht."

04. September 2007 | COUSCOUS MIT FISCH • Kritik • Die Tageszeitung

Der Regisseur liebt die Farben, meint Cristina Nord. "Die Kamera von Lubomir Bakschew hängt an den Lippen der Figuren, sie folgt den Fingern, die nach Gräten pulen oder Pfefferschoten zum Mund führen. Sie ist dabei agil, fast fahrig, und wenn der Couscous am Gaumen pappt, schaut sie trotzdem für Sekunden in die Mundhöhle. ... LA GRAINE ET LE MULET nimmt sich lange Zeit die Freiheit, der großen, komplizierten Familie Slimanes einfach nur zuzuschauen - beim Essen, beim Streiten, beim Versöhnen, bei der Arbeit, beim Reden und Schreien, und das hat dank der wendigen Kamera viel Charme."

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