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I´M NOT THERE

I´M NOT THERE

Regie Todd Haynes
Kinostart 28.02.2008

Kritiken • I´M NOT THERE

28. Februar 2008 | I´M NOT THERE • Kritik • Frankfurter Rundschau

Popmythologien werden hier lebendig, meint Daniel Kothenschulte. "Nicht jeder mag "fellinesk", nicht jeder möchte in dieser problematischen Dylan-Periode das Ziel der filmischen Reise sehen. Dass man aber all das sehen, bewundern kann, entschädigt für die sonderbare Unbefriedigtheit, die diese Filmerfahrung auch charakterisiert. Todd Haynes bekam das Geld für diesen Film, weil gefällige Biopics in Mode sind. Er hat keinen gefälligen, sondern einen widersprüchlichen Film gemacht. Man bewundert die meisterliche Aneignung so vieler Facetten einer unfassbaren Künstlerpersönlichkeit und steht am Ende vor dem Nichts."

28. Februar 2008 | I´M NOT THERE • Kritik • Jungle World

Der Film zeigt auf ungewöhnliche Weise die verschiedenen Leben des Bob Dylan, kommt aber über den Mythos doch nicht hinaus, kritisiert Aljoscha Weskott. "Mit einer nicht enden wollenden Fiebrigkeit lässt Haynes verschiedene filmische Genres miteinander verschmelzen. Es entsteht ein den Betrachter ins Delirium versetzendes Werk, in dem Haynes Wege in die Kultur der Sechziger und Siebziger bahnt und in dem er sich über­lagernde Bilder von Amerika zeigt. Haynes’ Farbspiele und Montagetechniken halten das große Experiment zusammen."

28. Februar 2008 | I´M NOT THERE • Kritik • artechock.de

Wer sich mit Dylans Musik und seinem Leben beschäftigt haben sollte, bei dem dürfte die Langeweile bisweilen in Ärger umschlagen, behauptet Axel Timo Purr. "Denn spätestens nach einem Drittel des Films wird die beklemmende Ahnung zur Gewissheit, dass Haynes Mutmaßungen über Dylan nicht viel mehr als ein schlechtes Remake schon bestehenden Materials sind. ... Zitate, Bruchstücke, wahllose Fundstücke und Überreste - Haynes und sein I´M NOT THERE erinnern auf fast tragische Weise an den selbsternannten Dylan-Forscher Alan Weberman, der Dylan jahrelang auf Schritt und Tritt verfolgte und auf der Suche nach Indizien zu seiner "Dylanologie" am Ende sogar Dylans Mülleimer durchstöberte."

27. Februar 2008 | I´M NOT THERE • Kritik • Der Spiegel

Dem Regisseur ist es laut David Kleingers gelungen, , sich dem schillernden, aber scheuen Genie zu nähern. "In 135 Minuten verschränken sich verbriefte Fakten, hartnäckige Gerüchte und kühne Fiktion während Zeitlinien aufeinander treffen und kollabieren. Der stete Reigen aus Tod und Wiederauferstehung verlacht den Versuch einer linearen Chronologie, findet den paradoxen Moment der Gegenwart im historischen Detail und erhebt sich souverän über die positivistische Geschichtsschreibung konservativer Dylanologen Das ist beim besten Willen nicht simpel nachzuerzählen, häufig verwirrend, aber nie langweilig und immer berauschend. Und, als Referenz an den oft sträflich unterschätzen Humor Dylans, von Momenten ketzerischer Komik durchsetzt."

21. Februar 2008 | I´M NOT THERE • Kritik • Neues Deutschland

Laut Martin Hatzius ist dem Regisseur ein besonderes Biopic gelungen. "Wer ein psychopathologisches Interesse am Fall Dylan/Zimmer- mann verspürt, dem sei abgeraten von diesem verrückten Bilderreigen. Wer indessen Lust auf einen überlangen Videoclip hat, der sollte ihn sich ansehen. Und dabei strafmildernd in Kauf nehmen, dass es sich eben »nur« um eine weitere Dylan-Fiction handelt. Um ein "Biopic", das besser mit "Biofic" umschrieben wäre. Ohne weiteren Buchstaben – und ohne schweinische Assoziationen."

18. Februar 2008 | I´M NOT THERE • Kritik • Berliner Zeitung

Der Film ist eine hinreißend verspielte Film-Collage über den multiplen Bob Dylan, lobt Frank Junghänel. "Entscheidend ist hier nicht, was erzählt wird, sondern wie. Die offene Struktur des Films, seine lose Dramaturgie mit ihren permanenten Rück-, Seit- und Vorausblenden dürfte bei Novizen indes für einige Konfusion sorgen. Aber auch Laien können in diesem Spiel ihren Spaß haben. Das kaleidoskopische Werk ist so rasant montiert, dass sich niemand langweilen muss. I'M NOT THERE - der Titel sagt es schon. Er ist nicht da, nicht greifbar. Todd Haynes hat jene Figur, die seit fünfzig Jahren als Dylan fungiert, vor das Spiegelglas seiner Imagination gestellt. Dann hat er den Spiegel zerschlagen. Sein Film versucht, das zerbrochene Spiegelbild wieder zusammenzusetzen."

18. Februar 2008 | I´M NOT THERE • Kritik • Der Tagesspiegel

Rüdiger Schaper ist vollauf begeistert: Es geht um Bob Dylan, der sagt "Ich bin nicht da. Und doch ist er überall, in Anspielungen, Zitaten, Vexierspiegeln. Todd Haynes’ Meditation über einen der größten Künstler unserer Zeit ist: Abgrund, Albtraum, Labyrinth, Geisterbahn, Rausch. I'M NOT THERE ist ein Meisterwerk aus einem einfachen Grund: Auch wer sich in Dylans Kosmos wie ein Fremder fühlt, wird sich dem Sog nicht entziehen können. Ein Film wie eine Wanderdüne. Man sinkt ein."

03. Februar 2008 | I´M NOT THERE • Kritik • Neue Züricher Zeitung

An diesem intellektuellen "Versteckis"wird die Dylanologen- Gemeinde ihre Freude haben (falls sie sich nicht die Köpfe einschlägt), schreibt Manfred Papst. "Dass Haynes' Film trotz all seinen Meriten einen zwiespältigen Eindruck hinterlässt, hat einen Hauptgrund: Er will zu viel. Als multidimensionales Porträt ist er bis zum Bersten aufgeladen mit symbolhaften Details. Das erzeugt eine künstliche Atmosphäre. Verständlichkeit scheint gar nicht mehr das Ziel zu sein. Und oft geraten sich die Erzählweisen in die Quere. Die virtuose Mischung aus Dokumentation, Märchen, Drama, Parodie und selbstreflexivem Erzählen lässt uns am Ende ratlos."

13. Dezember 2007 | I´M NOT THERE • Kritik • programmkino.de

Es hilft, einiges über Bob Dylan zu wissen, empfiehlt Sascha Rettig. "Schließlich lässt I'M NOT THERE mal ganz konkrete Rückschlüsse auf Dylans Biographie zu, entwirft oft aber auch nur vage, metaphorische Bilder – die sich nach 135 Minuten nicht wirklich zu einem greifbaren Ganzen zusammensetzen. Auch wenn der Film bei dieser birstenden Lebensgeschichte kein Ende zu finden scheint, ist I'M NOT THERE aufregend anregendes Kino."

07. September 2007 | I´M NOT THERE • Kritik • Frankfurter Rundschau

Grelle Bilder sind hier laut Daniel Kothenschulte eine Ausnahme, "die Bezüge sind oft so subtil, dass selbst wer sich immer für einen bescheidenen Fan gehalten hat, bald ins Grübeln kommt. Souverän wird auf "Blowing in the Wind" verzichtet und "Knocking on Heaven's Door" in den Abspann verdammt. Doch es bleibt genug Dylan übrig. Das einzige, was diesem innovativsten Off-Hollywood-Film seit Jahren noch fehlt zu seinem Glück, ist ein dramaturgischer Bogen. Also etwas, das jedes von seiner Bobheit noch so spontan komponiertes Konzert für sich verbuchen kann."

06. September 2007 | I´M NOT THERE • Kritik • Der Spiegel

Ein abstrus-charmanten Filmexperiment sah Daniel Sander. Er lobt besonders Cate Blanchett, die mit so viel Verve und Herzblut spielt, "dass die anderen fünf (unter anderem Richard Gere, Heath Ledger und Christian Bale) irgendwann so blass wirken, dass man eigentlich ganz auf sie hätte verzichten können. Der Film selbst ist dann doch eher etwas für bedingungslose Dylan-Verehrer als für den gemeinen Film-Fan. ... Alle anderen können sich über einen ungewöhnlichen und mutigen Film freuen, dem etwas Ruhe und ein schlüssiges dramatisches Konzept fehlt. Und wenigstens die Musik dürfte so gut wie jedem gefallen, denn auf Bob Dylan können sich ja irgendwann ja eh alle einigen."

06. September 2007 | I´M NOT THERE • Kritik • Der Tagesspiegel

Laut Jan Schulz-Ojala sieht der Regisseur mit klarem, kühlem Blick auf eine längst fremd gewordene Protest- und Poplegende des 20. Jahrhunderts. "Besonders hellsichtig ist Cate Blanchetts Widerspiegelungsarbeit geraten: Sie treibt ihre Interpretation des einsamen Superstars der späten Sechzigerjahre ins fast postgeschlechtlich Androgyne – und so wirkt ihr Dylan wie ein düster egomanischer Vorläufer David Bowies aus Haynes’ Glamrock-Hymne VELVET GOLDMINE (1998)."

06. September 2007 | I´M NOT THERE • Kritik • epd-film

Sorgfältig hat der Regisseur für Barbara Schweizerhof jede Ähnlichkeit mit dem herkömmlichen "Biopic" vermieden. "Dass Dylan von sieben verschiedenen Darstellern gespielt wird, darunter eine Frau und ein schwarzes Kind, ist noch leicht zu fassen. Schwierig wird es dadurch, dass Haynes erfundene und nachgestellte Szenen aus Dylans Leben nahtlos mit von Songs angeregten Assoziationen durcheinanderschneidet. Das Ergebnis ist eine traumartige Collage, bei der sich nur wohlfühlt, wer das Bestreben aufgibt, Wahrheit von Dichtung unterscheiden zu wollen. Für große Teile der Kritik gilt der Film als heißer Anwärter für den Goldenen Löwen."

05. September 2007 | I´M NOT THERE • Kritik • Berliner Zeitung

I'M NOT THERE ist für Anke Westphal in ästhetischer Hinsicht der bisher interessanteste Film des Festivals. Alle Facetten des Künstlers "bringt Todd Haynes nun in einem ebenso durchgeknallten wie ausgeklügeltem Filmpuzzle zusammen und nicht allein das: Haynes verschmilzt auch Zeitebenen, Spielszenen, Archivbilder, Fantasien und Impressionen aus dem Leben wichtiger Vorbilder/Einflüsse wie Leadbelly, Woody Guthrie und Allen Ginsberg in jenem biografisch-assoziativen Sturm, der sein Film ist."

05. September 2007 | I´M NOT THERE • Kritik • Die Tageszeitung

Laut Cristina Nord lässt sich der Film auf ein großes Risiko ein: "Er erprobt mit jeder Dylan-Figur einen neuen Stil, ohne dass das Puzzle ein kohärentes Ganzes ergäbe. I'M NOT THERE kopiert die konventionelle Musikdokumentation mit ihren Talking Heads genauso wie den Warhol-Look der 60er-Jahre, zitiert den Film DONT LOOK BACK von D. A. Pennebaker, der die Tour Dylans durch Großbritannien im Jahr 1965 dokumentiert, und springt von dort in ein wunderliches Westernsetting, in dem Richard Gere den Outlaw Billy the Kid in Dylan hineinfließen lässt. ... Die Proliferation der Stile bewirkt dabei, dass es so etwas wie einen originären Standpunkt, eine Zentralperspektive nicht gibt."

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