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IM TAL VON ELAH

IM TAL VON ELAH

Regie Paul Haggis
Kinostart 06.03.2008

Kritiken • IM TAL VON ELAH

06. März 2008 | IM TAL VON ELAH • Kritik • Die Tageszeitung

Die Idee eines besseren Amerika steht hier laut Dominik Kamalzadeh auf dem Prüfstand. "Mittlerweile, in einem Wahljahr, in dem sich alles um das Versprechen von "Change" dreht, zeugt er von einer scheinbar schon überwundenen Hoffnungslosigkeit. Bleischwer liegt hier noch die Trauer über jenen Szenen, in denen eine vom Schicksal schwer getroffene Mutter (Susan Sarandon) die Überreste ihres Sohnes betrachtet. Trostlos sind die Nachtclubs und Imbissbuden in Roger Deakins aufgeräumten Breitwandbildern in der Steppe New Mexicos verstreut, in denen ein einsamer Mann aauf der Suche nach der Wahrheit ist, nur um am Ende alle Gewissheiten zu verlieren."

06. März 2008 | IM TAL VON ELAH • Kritik • Frankfurter Rundschau

Amerika steht hier vor Gericht, meint Heike Kühn. "Eine wahre Geschichte um einen Soldaten, der den Irak-Krieg, nicht aber die seelische Verwahrlosung seiner Kameraden überlebt, hat Paul Haggis zu einem Film inspiriert, der keine Urteile fällt, keine Losungen ausgibt, keine Antworten hat. Eine ungeheure Zärtlichkeit schreibt jede Figur in unsere Köpfe und Herzen ein, sei es den raubeinigen Hank, der seinen Sohn aus Starrsinn dem Militär verpflichtet hat, seien es die zeitgenössischen Davids, die den Riesen nicht umbringen konnten und ihre Wut, ihre Waffen, ihre Hybris in ihr Heimatland zurücktragen."

06. März 2008 | IM TAL VON ELAH • Kritik • Neues Deutschland

Für Caroline M. Buck ließe sich kaum drastischer "bildlich ausdrücken, dass etwas faul ist im Lande der Freien und Reichen, und dass es nicht Helden sind, die von den auswärtigen Schlachtfeldern zurückkehren, sondern Kriegsverbrecher und Killermaschinen, die nach ihrer Heimkehr eine Gefahr für sich und andere darstellen."

06. März 2008 | IM TAL VON ELAH • Kritik • Neue Züricher Nachrichten

"Mit diesem Kniff und der Besetzung des verwitterten Texaners hoffte Haggis wohl, auch konservative Kinogänger abzuholen und sie zu einer kriegskritischeren Optik zu führen. In den USA ist dieser bedächtige, intelligente und verstörende Film jedoch ebenso gefloppt wie im verbündeten Grossbritannien, während er bei Kriegskritikern hierzulande offene Türen einrennt. Man muss sich den Film aber nicht wegen seiner Aussage anschauen. Tommy Lee Jones allein ist das Eintrittsgeld mehr als wert.", lobt Michel Bodmer.

05. März 2008 | IM TAL VON ELAH • Kritik • Berliner Zeitung

Grob gepixelte, hysterische Bilder aus dem Irak sind das Erste, was der Zuschauer hier sieht, schreibt Anke Westphal. "Paul Haggis will mit IM TAL VON ELAH nun das ganze Bild zeigen, was seinem Film indes nicht immer bekommt. Denn all die Nebenaspekte wie Sexismus am Arbeitsplatz oder auch Rassismus gegen ethnische Minderheiten (als Drogendealer verdächtigt man natürlich die Mexikaner) führen zu einer gewissen dramaturgischen Zerfahrenheit. Wenn man so will, hält Tommy Lee Jones diesen Film mit seiner Unbeirrtheit bei der Wahrheitssuche zusammen. Auffällig ist der Rechtfertigungsdruck, den der Regisseur dabei offenbar verspürt hat."

05. März 2008 | IM TAL VON ELAH • Kritik • Der Tagesspiegel

Für Christiane Peitz ist dies der bisher beste Irakkriegs-Film. "Ein klareres Bild, sagt dieser Film, kriegen wir nicht von der Gegenwart. Wir würden es auch nicht ertragen. So entgeht Haggis der Falle der zu großen Zeitnähe und mutet dem Publikum immerhin eine Ahnung zu, ein Innehalten. Im Tal von Elah kämpfte einst David gegen Goliath. ... Es ist das Verdienst von Tommy Lee Jones, dass er den Patrioten Hank weder verrät noch verteidigt. Daddy Amerika sieht alt aus am Ende. Aber er ist kein Monster. Er weiß jetzt nur, dass Soldaten zu Monstern werden, wenn sie die Angst in sich töten."

05. März 2008 | IM TAL VON ELAH • Kritik • critic.de

Wertkonservativ nennt Lukas Foerster den Film. Am Interessantesten ist der Film "dann, wenn Brüche in der Zeichenstruktur des Films deutlich werden. Hank beispielsweise ist Vietnam-Veteran und dennoch überzeugter Militarist. Vietnam erscheint plötzlich als der gute, gerechte Krieg und wird als solcher gegen den Irak-Feldzug stark gemacht. Die Vater-Sohn Logik des Films kollidiert spürbar mit der realen Geschichte, die eine solche Lesart nicht im Entferntesten hergibt. Noch am ehesten in solchen schiefen Argumentationslinien scheint das ideologische Spannungsfeld auf, in welchem sich das amerikanische Kino derzeit befindet."

28. Februar 2008 | IM TAL VON ELAH • Kritik • kino-zeit.de

Leider ist der Film laut Joachim Kurz nicht die große Abrechnung mit der Irak-Politik unter George W. Bush, ist aber ein gewichtiger Baustein dafür. "Dank sorgsam ausgearbeiteter Charaktere, toller Darsteller (allen voran Tommy Lee Jones) und einer meist zurückhaltenden und souveränen Inszenierung dürfte Haggis den Nerv des breiten Publikums treffen. Den Zeitgeist weiß der Regisseur wie in seinen vorherigen Filmen sowieso auf seiner Seite, da er genau weiß, was er seinem Publikum an Kritik zumuten kann, um als glaubwürdig und patriotisch zugleich zu gelten."

01. Februar 2008 | IM TAL VON ELAH • Kritik • programmkino.de

Michael Meyns hält es nur für "konsequent, dass die Auflösung des Mordfalls schließlich vollkommen banal daherkommt. Die Vorstellung, dass es möglich ist, die Grauen eines Krieges auf dem Heimflug hinter sich zu lassen, die Automatismen, die im Krieg nötig sind, um zu überleben, einfach abzuschalten, werden als pure Illusion entlarvt. Langsam wächst diese Erkenntnis in Deerfield, in Tommy Lee Jones Gesicht, der mit minimaler Gestik die zunehmende Verzweiflung eines Vaters spürbar greifbar macht, der nun auch seinen zweiten Sohn durch einen Krieg verloren hat. Dass ist – wie der Großteil des Films – so überzeugend, dass man auch die potentiell aufdringliche Symbolik des letzten Bildes akzeptiert."

06. September 2007 | IM TAL VON ELAH • Kritik • Neue Züricher Zeitung

Der hochgezüchtete, intelligent gemachte Krimi hat Marli Feldvoss nicht ganz überzeugt. "Haggis beschwört insgeheim die grossen realistischen Antikriegsfilme über den Vietnamkrieg herauf, setzt aber auf die vergleichsweise mechanische Wirkungsweise des Genrefilms oder auf die 'geretteten' Fotos aus einem Handy, die allenfalls für Effekthascherei taugen, nicht jedoch dafür, existenzielle Fragen aufzuwerfen. Man kann beobachten, wie die Genre-Elemente – seien es Verfolgungsjagden oder investigative Polizeimethoden – den Bildrealismus unterlaufen, wie sie sich gegen die Verzweiflung eines Vaters stellen, der – unglaubwürdig genug – erst ganz zuletzt von seinem Patriotismus geheilt wird."

06. September 2007 | IM TAL VON ELAH • Kritik • Die Zeit

Ein recht reflektiertes Verhältnis zu Schuld und Verdrängung hat Katja Nicodemus ausgemacht. "Haggis’ Film zielt ins Herz des amerikanischen Selbstverständnisses. Er zeigt, wie ein Krieg, der Zehntausende Kilometer entfernt stattfindet, auf den dunklen Parkplätzen der Provinz, zwischen Pussy Bar und Chicken Diner weitergeführt wird. Er erzählt von der Verrohung einer Gesellschaft, von der Ohnmacht gegenüber einer Tradition der Gewalt, von einer Westernlandschaft, in der nicht mehr die großen Mythen, sondern die verkohlten Überreste der amerikanischen Jugend liegen."

04. September 2007 | IM TAL VON ELAH • Kritik • Die Tageszeitung

Für Cristina Nord beginnt der Film, nachdem das Eigentliche passiert ist - das Verbrechen wurde schon begangen. "Welche Bilder, welche Narrative sind angemessen, um vom Krieg zu sprechen? Haggis bemüht ausbalancierte Mischung aus Whodunit-Motiven und Rückblenden auf das Kriegsgeschehen, die mit dem Mobiltelefon gefilmt sind?"

03. September 2007 | IM TAL VON ELAH • Kritik • Berliner Zeitung

Der Film bemüht also eine Metapher heroischer Überwindung, wenn er weniger vom Irak-Krieg selbst als von dessen Folgen erzählt, schreibt Anke Westphal. "Jene Abschussszene, in der Tommy Lee Jones eine alte, beschmutzte US-Flagge verkehrt herum hisst, dürfte im Mutterland dieses Films für einen Skandal sorgen. Das nationale Symbol - verbraucht, aber auch aufrichtig betrauert. Wie in seinem Rassismus-Drama L.A. CRASH betreibt Haggis Aufklärung mit den Mitteln des Mainstreams, gewiss ehrenwert, und schon gellen die Ängste der Kinokaufleute über den Lido: Wer wird solche Kriegsfilme schon sehen wollen?"

02. September 2007 | IM TAL VON ELAH • Kritik • Der Spiegel

Entschlossen nennt Wolfgang Höbel die USA-Kritik des Regisseurs. "Sein Thema sind der Krieg im Irak und das, was er mit den Menschen anstellt, die ihn führen. ... Tommy Lee Jones spielt einen Mann, der an Amerikas Werte, an Gott und das Sternenbanner glaubt, jeden Abend zwanghaft seine Schuhe putzt und allmählich von seinem Glauben abfällt. ... Es ist fast überflüssig zu sagen, dass nicht seine Moral allein verrottet ist, sondern die des Landes, für das er kämpft."

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