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MICHAEL CLAYTON

MICHAEL CLAYTON

Regie Tony Gilroy
Kinostart 28.02.2008

Kritiken • MICHAEL CLAYTON

28. Februar 2008 | MICHAEL CLAYTON • Kritik • Berliner Zeitung

Einen hochklassigen Anwaltsthriller mit Starbesetzung sah Alexandra Seitz. Er ist ein spannender "Genrefilm und eine subtile Reflexion menschlicher Schwachheit. Den grundlegenden Konflikt zwischen dem Einzelnen und der durch den global operierenden Konzern und die riesige Anwaltskanzlei repräsentierten Großmacht entwirft Gilroy nicht als Kampf zwischen Gut und Böse mit von vornherein absehbarem Ausgang. Vielmehr werden Rädchen im Getriebe, die scheinbar bewusstlos gut funktionieren, einer Belastungsprobe unterzogen."

28. Februar 2008 | MICHAEL CLAYTON • Kritik • Die Tageszeitung

Clooney leistet brillante Drecksarbeit, schreibt Barbara Schweizerhof. "Alles muss sich der Zuschauer mehr erschließen, als dass er es erklärt bekommt. Regisseur Gilroy macht den Zuschauer zum beiläufigen Zeugen eines fremden Lebens, lässt ihn versprengte Sätze aufschnappen, zeigt Männer bei mysteriösen Handlungen und immer wieder Clooneys übernächtigtes Gesicht. ... Zwei Schauspieler tragen dazu im Wesentlichen bei: Das ist zum einen George Clooney selbst, der wie einst Cary Grant über jene natürliche Selbstironie verfügt, die es ihm ermöglicht, trotz seines guten Aussehens auf ungeheuer interessante Art und Weise schlecht auszusehen. Zu ganz großer Form läuft er hier auf, weil er in Tilda Swinton eine ebenbürtige Gegenspielerin hat."

28. Februar 2008 | MICHAEL CLAYTON • Kritik • Der Tagesspiegel

Intelligent und melancholisch findet Sebastian Handke den Thriller. "Eigentlich liegt dem Film eine recht simple Geschichte zugrunde; was die Sache aufregend macht, sind die Aktionen der drei Hauptfiguren – vor allem jene, die in der Vergangenheit liegen und die Entscheidungen von heute bestimmen. Der Rechtsstreit David gegen Goliath ist nur das Gerüst für drei Porträts von Menschen innerhalb eines amoralischen Systems: Jeder drückt sich auf seine Weise durch den Schlamm."

28. Februar 2008 | MICHAEL CLAYTON • Kritik • Frankfurter Rundschau

Schon in den ersten Minuten bringt Tony Gilroys existenzialistischer Thriller MICHAEL CLAYTON Gut und Böse durcheinander, stellt Heike Kühn fest. "Michael Clayton, der ihr Komplott aufdeckt, muss sich zwischen Geld und Gewissen entscheiden. George Clooney ist einer der wenigen Schauspieler, dem man die Ambivalenz in jeder Sekunde abnimmt. Man kann sich auf nichts verlassen, nur darauf, grandios irregeführt zu werden."

28. Februar 2008 | MICHAEL CLAYTON • Kritik • artechock.de

Selten hatte Clooney bessere Sätze, findet Rüdiger Suchsland. "Und selten gab es einen Film, der besser zeigt, wie gut dieser Darsteller ist. MICHAEL CLAYTON ist das Porträt eines Angestellten in einer kalten, entfremdeten Arbeitswelt. Alles hat eine doppelte Bedeutung: Wenn Clayton Mercedes fährt. Wenn hier einer das Buch "Realm and Conquest" liest. Wenn Menschen etwas sagen. Alle drei Hauptfiguren versuchen hier etwas zu beschützen und riskieren dafür viel. Und alle drei müssen ihre Erntscheidung revidieren. MICHAEL CLAYTON ist nicht nur ein schöner, unterhaltsamer, gut gemachter Film, er ist auch ernst."

28. Februar 2008 | MICHAEL CLAYTON • Kritik • kino-zeit.de

Zwei starke Argumente für den Film drängen sich bei Joachim Kurz gerade zu auf: "George Clooney und Tilda Swinton, die beide einmal mehr unter Beweis stellen, zu welch formidablen darstellerischen Leistungen sie fähig sind. ... MICHAEL CLAYTON ist ein unterhaltsamer Thriller, der an manchen Stellen an frühere Meisterwerke wie Sidney Pollacks DIE DREI TAGE DES CONDORS erinnert, ohne dessen Größe zu erreichen. Den Meister selbst mag die Reminiszenz gefreut haben, zumal Pollack selbst eine kleine Rolle in MICHAEL CLAYTON übernahm. Umso besser zu wissen, dass trotz zweier toller Darsteller dem Film-Denkmal von 1975 zwar gebührend gehuldigt, es aber nicht vom Sockel gestürzt wurde."

28. Februar 2008 | MICHAEL CLAYTON • Kritik • Der Spiegel

Andreas Borcholte beschreibt den Clooney-Effekt. "Auf den Kitzel des Juristerei-Dramas zu reduzieren, würde jedoch zu kurz greifen. Gilroy geht es offensichtlich um mehr: Der Drehbuchautor ... hat das Panorama einer aus den Fugen geratenen Gesellschaft vor Augen, das er lediglich in den engen Rahmen einer spannenden Geschichte zwängt. ... Gilroy hat seinen Film in sehr altmodische Formen gegossen. Es gibt in MICHAEL CLAYTON keine Handkamera-Zuckungen, keine phantasievollen Farbfilter, keine modischen Mätzchen. Der 51-jährige Regie-Neuling macht mit konzentrierten Einstellungen und einer klaren Bildsprache deutlich, dass er sich eine Renaissance des aufgeklärten Politkinos der Siebziger wünscht."

28. Februar 2008 | MICHAEL CLAYTON • Kritik • Die Zeit

Im Film verbindet sich laut Katja Nicodemus die Eleganz des Erzählens mit der Lässigkeit des Hauptdarstellers. "Man hat nicht das Gefühl, dass Gerissenheit, Erfolg und die vielen großen Deals, von denen unentwegt die Rede ist, hier allzu weit führen. Wohl deshalb bewegen sich Gilroys Figuren durch ein graues New York, durch Hotelzimmer mit fahlem Licht, durch blätterlose herbstliche Landschaften. Auch werden ihre Geschichten nicht chronologisch erzählt, sondern kaleidoskopartig gesplittert. Vorher, nachher, gestern, heute, Ursache und Folge sind nicht immer zu unterscheiden. Es entsteht der Eindruck einer Orientierungslosigkeit, die aber nicht überstrapaziert wird."

25. Oktober 2007 | MICHAEL CLAYTON • Kritik • programmkino.de

Von der Handlungsseite her erzählt Tony Gilroy eine im Grunde gewöhnliche Thrillergeschichte, meint Thomas Volkmann, nur: "Er erzählt sie eben langsam, bedacht und voller Nuancen steckend und verlangt vom Zuschauer wegen der raffinierten Winkelzüge eine hohe Aufmerksamkeit. Der Trumpf von MICHAEL CLAYTON liegt dabei klar auf der psychologisierten Betrachtung seiner aus den unterschiedlichsten Gründen in die Enge getriebenen Figuren, die hier in einem alltäglich erscheinenden Sumpf aus Korruption und Misstrauen am Ende doch auf sich gestellt sind."

06. September 2007 | MICHAEL CLAYTON • Kritik • Die Zeit

Katja Nicodemus lobt den Hauptdarsteller. "Vielleicht hat es eine gewisse Logik, dass auch dieser Strahlemann und eleganteste Schauspieler seiner Zeit in einem Genrefilm zum wandelnden Symptom wird. ... Wie sediert bewegt er sich durch kühle Bürohäuser und Glaskanzleien, durch eine zynische und korrupte Geschäftswelt. Als sein Freund die Machenschaften eines Chemiekonzerns aufdeckt, wird sich Clayton auf die gute Seite schlagen, aber trotzdem kein anderer oder besserer Mensch werden."

01. September 2007 | MICHAEL CLAYTON • Kritik • Berliner Zeitung

Hinreißend und außergewöhnlich ist der Film für Anke Westphal. "Überwachungskameras, Telefone, Computerdaten, Akten: Fast jeder Wettbewerbsbeitrag der vergangenen Tage rückte die Informations- und Bilderproduktion sowie ihre Deutung und auch die Arten, auf die wir kommunizieren, selbst ins Bild. Gilroy beginnt seinen Film mit einer langen Kamerafahrt durch die nächtlichen Räume der Kanzlei, wo der Reinigungsdienst seinen Putzwagen über den Teppich schiebt. Er endet mit einem minutenlangen Blick auf das Gesicht von George Clooney in einem Taxi: Es ist das Gesicht eines Überlebenden in einem alltäglichen Krieg."

01. September 2007 | MICHAEL CLAYTON • Kritik • Der Tagesspiegel

Polit-aufklärerischen Impetus hat Jan Schulz-Ojala ausgemacht. "Wobei George Clooney den Guten und Tilda Swinton die Böse spielt – die dramaturgisch eigentlich ergiebigste Figur gehört Tom Wilkinson als dem Staranwalt der Kanzlei. Seine Skrupel bringen das ebenso finstere wie spannende Geschehen erst ins Rollen."

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