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REDACTED

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Regie Brian De Palma

Kritiken • REDACTED

06. September 2007 | REDACTED • Kritik • Neue Züricher Zeitung

Für Marli Feldvoss hat der Regisseur keinen Spielfilm gezimmert, sondern nur "unzensierte" Bilder aneinander montiert. "Mit seinem eigens hergestellten rohen 'Medienabfall' aus Videobildern, Überwachungskamera sowie Material aus YouTube und iChat legt es de Palma bewusst auf die Zersplitterung der Wahrnehmung an, will jedes Identifikationsangebot ausschliessen, allein den Schrecken schmutziger Bilder auf den Zuschauer einwirken lassen."

06. September 2007 | REDACTED • Kritik • Die Zeit

Katja Nicodemus kann dem Pseudo-Tagebuch nichts abgewinnen: "Die wackelnde Kamera versucht live zu wirken, schnappt aber nur aufgesagte Dialoge auf, die aus dem Handbuch des dumpfen Soldaten zu kommen scheinen. Seinen Versuch, eine realistische Soldatenperspektive einzunehmen, überhöht De Palma mit Barockmusik und Auszügen aus Puccinis Tosca. Mit diesem Gemisch aus kruden Stilmitteln und widerstreitenden Ambitionen steuert er auf eines der schlimmsten Kriegsverbrechen zu, die im Irak begangen wurden. ... Es hat etwas Scheinheiliges, dass sich De Palma auf ein weltweit verurteiltes Verbrechen konzentriert, statt den Kriegsalltag zu schildern, der es hervorbringt."

02. September 2007 | REDACTED • Kritik • Der Spiegel

"Ein Puzzle aus Grausamkeit, Verrohung, Blutdurst auf beiden Seiten der Barrikade - und ein Kriegsfilm von unerhörter Gnadenlosigkeit und Rücksichtslosigkeit auch gegenüber dem Zuschauer.", sah Wolfgang Höbel. "Neunzig Minuten lang wird der Zuschauer mit dem Morden im Irak, mit der Langeweile und der Brutalität der Soldaten, mit der Angst und der Ballerei an von der Army eingerichteten Checkpoints konfrontiert, und De Palma erspart ihm fast nichts. ... De Palmas spektakuläres, mit wenigen Geldmitteln und unter fast privaten Produktionsbedingungen gedrehtes Lehrstück REDACTED (der Titel bedeutet in etwa "redigiert" und spielt an auf die Medien-Montagetechnik des ganzen Werks) ist ein Pamphlet gegen die Weiterführung eines offensichtlich sinnlosen Krieges."

01. September 2007 | REDACTED • Kritik • Berliner Zeitung

Anke Westphal fragt sich angesichts des Films: "Wie soll, ja wie darf man heutzutage vom Krieg erzählen - das ist die Frage, mit der Brian De Palma die Zuschauer konfrontiert. Also geht es in REDACTED nicht allein um Bestialität, sondern mehr noch um die Bilder, die der Krieg produziert. Darf man ihnen trauen? Und bewirken sie überhaupt etwas?"

01. September 2007 | REDACTED • Kritik • Die Tageszeitung

Für Cristina Nord bewegt sich der Regisseur im Spannungsfeld von "echt" und "erfunden". "Die meisten Bilder seines Filmes nimmt eine der Hauptfiguren mit ihrer Digicam auf, daneben nutzt REDACTED fiktives Nachrichtenmaterial. Die Konfrontation der Ebenen - ein Krieg, der wirklich stattfindet, Bilder, die aussehen, als stammten sie direkt aus diesem Krieg, eine Handlung, die sich an einem tatsächlichen Fall orientiert, und doch ist all dies scheinbar Echte gestellt - wäre interessant, fiele De Palmas narratives Konzept nicht so bestürzend schlicht aus. Dass die Soldaten tun, was sie tun, wird vor allem mit ihrem Sadismus begründet - einem Sadismus, den der Film genüsslich ausmalt."

01. September 2007 | REDACTED • Kritik • Der Tagesspiegel

Für Jan Schulz-Ojala lehrt REDACTED "nichts, was die Menschheit über diesen und jeden Krieg nicht schon weiß. Und trotzdem schildert der 67-jährige Regisseur diese Irak-Episode mit äußerstem Furor und allen ästhetisch verfügbaren Mitteln – vom "authentischen" Video-Blog bis zur Fake-Doku mit musikalischem Klassiktremolo. Und erinnert ausdrücklich daran, dass erst die nichtredigierten, durchs Netz der politischen wie moralischen Selbstzensur durchgedrungenen Bilder einst jenes Bewusstsein schufen, das zum US-Rückzug aus Vietnam führte."

01. September 2007 | REDACTED • Kritik • Frankfurter Rundschau

Wie wütend muss man sein, um einen solchen Film zu drehen, fragt Daniel Kothenschulte. "Mit dem großen Spielfilm hat die gefundene Form dennoch wenig gemein. Vielmehr erinnern die inszenierten Szenen, ob gewünscht oder nicht, einmal an das politische "living theatre" der 60er Jahre, ein andermal an die dokumentarischen Filmerzählungen des Politfilmers Emile de Antonio. Diese Darstellungsformen waren aktuell, als De Palmas eigene Karriere begann. Dass er nun mit seiner Meisterschaft im Rücken zu ihnen zurückkehrt und sie mit heutigen Kommunikationsformen wie dem Internetblog kombiniert, ist ein berührendes künstlerisches Statement."

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