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ANDERLAND

ANDERLAND

Regie Jens Lien
Kinostart 04.10.2007

Kritiken • ANDERLAND

11. Oktober 2007 | ANDERLAND • Kritik • artechock.de

Für Thomas Willmann zeigt der Film ruhig und mit chirurgischer Präzision den Terror der Normalität. "Es ist ein Film für alle, die schon mal das gruselige Erlebnis gehabt haben, von jemandem unverständig angeschaut zu werden, wenn man sagt, dass Bürojob, Ehe und Eigenheim nicht Anfang und Ende des Glücks sein können. Alles ist so höflich und hohl, dass einen friert ... ANDERLAND ist auch jene Art Film, die, egal wie großartig sie 100 Minuten lang sind, ein Fehltritt in der 101. Minute noch immer ruinieren könnte. Man hält gegen Schluss regelrecht den Atem an, bangend, dass jetzt doch noch die falsche Wendung, ein finaler Missgriff im Ton kommen könnte."

04. Oktober 2007 | ANDERLAND • Kritik • Die Zeit

Eine beklemmend aktuelle Dystopie sah Inge Kutter. Der Regisseur hat sie geschaffen, "indem er die Realität nur um Nuancen übersteigert. ... Jens Lien präsentiert diese Welt in sehr langsamen, ruhigen Bildern; auch Musik und Geräusche setzt er mit Bedacht ein. Gerade dadurch erzeugt er eine beständige Spannung, die einen durch den gesamten Film zieht und am Ende in eine eisige Ungewissheit entlässt, was Andreas' Schicksal anbelangt. Was bleibt, ist das unangenehme Gefühl: Anderland ist schon mitten unter uns."

04. Oktober 2007 | ANDERLAND • Kritik • critic.de

Sascha Keilholz ist enttäuscht: "Wer immer den deutschen Titel für Jens Liens norwegischen Film "Den Brysomme Manne"n auserkoren hat – er hat sich etwas dabei gedacht. Denn ANDERLAND erzählt von einem Ort, an dem alles anders ist und präsentiert sich selbst als ein Film, der anders sein will. All dies ist so offensichtlich, dass man es ruhig in den Titel setzen kann. Überraschungen gibt es ohnehin keine. Nur Drehbucheinfälle, denen auf der Leinwand kein Leben eingehaucht wird, die auch dort wie Konstrukte wirken. ... Zu beunruhigen vermag ANDERLAND allerdings nicht, zu deutlich sind die Metaphern, zu einfallslos die Filmsprache."

03. Oktober 2007 | ANDERLAND • Kritik • kino-zeit.de

Bedrückend findet Joachim Kurz die Utopie. "ANDERLAND ist handwerklich perfekte gemachtes Kino, das alle Register des Kinos zieht, um eine unwirkliche, befremdliche und eiskalte Welt heraufzubeschwören ... Stets wirken die Bilder dunkel, kontrastarm, eintönig und künden von dem alles erstickenden Mittelmaß der Menschen in dieser unmenschlichen Welt. Aufgelockert wird diese Atmosphäre nur durch gelegentliche drastische Szenen, in denen Gewalt, Schmerz und die Ahnung des Todes in das abgeschottete Leben der Bewohner eindringt, um sofort wieder beiseite geschoben oder ignoriert zu werden."

28. September 2007 | ANDERLAND • Kritik • film-dienst 20/2007

Hier gehen Realistisches und Groteskes ebenso selbstverständlich Hand in Hand wie Komik und Brutalität, schreibt Stefan Volk. "Die letzte Hoffnung, dieser von Vernunft regierten Welt, in der ein Kakao nicht nach Schokolade schmeckt, Sex nur mechanisch abläuft und Kinder keinen Platz haben, zu entkommen, geht von einem winzigen Loch in einem Kellergewölbe aus, durch das – kaum hörbar – klassische Musik dringt. In seiner Freizeit bereitet Andreas die Flucht vor und beginnt, das Loch zu einem Schacht auszubauen. Den Reiz, den der ferne Kuchenduft und das Meeresrauschen hinter dem Gemäuer auf Andreas ausüben, überträgt Lien in raffinierter Weise auf sein Publikum; indem er ihm jede Sinnlichkeit und jeden Sinn vorenthält, weckt er eben jene Sehnsucht nach Natürlichkeit, die auch Andreas umtreibt. Der Zuschauer verlässt den Kinosaal nicht gesättigt vom schönen Schein, sondern hungrig nach dem echten Leben."

25. Juli 2007 | ANDERLAND • Kritik • programmkino.de

Die bitterböse Gesellschaftssatire hat Gary Rohweder nur teilweise überzeugt. "In stilisierten Bildern lässt [der Regisseur] ein seelenloses Paradies entstehen, welches - leer und kalt - die gewünschte Beklemmung versprüht. Eine gespenstisch nette Parallelwelt, in der alles irgendwie im Nichts zu enden scheint. Ähnlich verhält es sich auch mit den durch die sehr stimmige Musik des Films getragenen Spannungsmomenten, die sich aufbauen um sodann wieder zu verpuffen. Denn wenngleich es ANDERLAND formal gelingt zu beeindrucken und durch seine absurde Komik und surreale Dramatik zu überzeugen, fehlt der Geschichte doch immer wieder die Substanz."

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