ST. JACQUES - PILGERN AUF FRANZöSISCH

film-zeit Film: ST. JACQUES - PILGERN AUF FRANZöSISCH
Regie Coline Serreau
Kinostart 06.09.2007

Inhalt • ST. JACQUES - PILGERN AUF FRANZöSISCH

Clara, Claude und Pierre sind entsetzt: Das Erbe ihrer Mutter wird erst ausbezahlt, wenn sich alle drei zusammen als Pilger auf den Weg nach Santiago de Compostela machen. Schlimmeres können sich die drei kaum vorstellen, denn erstens können sie sich gegenseitig nicht riechen und zweitens geht ihnen wandern grundsätzlich gegen den Strich. Doch das Geld können alle gut gebrauchen und so schließen sie sich laut protestierend einer illustren Reisegruppe an. Dort müssen sie feststellen, dass sie beileibe nicht die einzigen widerwilligen Teilnehmer sind...

Kritiken • ST. JACQUES - PILGERN AUF FRANZöSISCH

06. September 2007 | Kritik • Berliner Zeitung

n Serreaus Filmen erteilt das Leben den Figuren zuverlässig Lektionen in Toleranz und Verantwortung, schreibt Gerhard Midding. "Die Regisseurin interessiert dabei vor allem die Situationskomik einer zivilisatorischen Reinigung: Auf den ersten Etappen sollen ihre Figuren zunächst der Zurüstungen des Großstadtlebens verlustig gehen. Serreaus Blick ist ganz auf die Dynamik der Gruppe konzentriert, auf halber Strecke muss sie sich gleichsam selbst dazu ermahnen, ihn auch gelegentlich über die Pracht der Landschaften schweifen zu lassen."

06. September 2007 | Kritik • Der Tagesspiegel

Das sehr unterhaltsame, seltsam punktgenaue und dabei traum(a)tiefe Protokoll einer Fußwanderung wider Willen sah Kerstin Decker - je unwegsamer das Gelände, desto feiner der Witz. "Einer trage des anderen Last? Das geht bei einer Gemeinschaftswanderung zwar nur bedingt, aber je länger sie laufen, desto leichter scheint ihnen die Bürde ihres Lebens und der Gegenwart der anderen."

06. September 2007 | Kritik • Neues Deutschland

Das eigentliche Wunder dieser Pilgerreise: der Ballast wird mit jedem Kilometer leichter, glaubt Gunnar Decker. "Das Binnenklima einer Gruppe zu zeigen, das gelingt Coline Serreau auf charmante Weise, wie auch die Landschaft rechts und links vom Jakobsweg sich ansehenswert gibt. Dieser Film über das Lösen der Probleme beim Gehen, nein mittels gehen, macht tatsächlich etwas von der ursprünglichen Idee des Pilgerns wieder lebendig. Manchmal wird es sogar richtig komisch. ... Das ist im Ganzen sehenswert, weil der Film Schritt für Schritt (!) seine arg klischeeartige Anlage vergessen macht."

27. August 2007 | Kritik • film-dienst 18/2007

Alexandra Wach entdeckt die Botschaft des Films: Jeder soll nach seiner Fassung selig werden. "Auf dem Weg zu sich selbst werden zwar manche Klischees bemüht, insgesamt aber sind vor allem die Figuren der beiden Muslime in dieser Allegorie auf die heutige Multi-Kulti-Gesellschaft genügend politisch inkorrekt angelegt, um in spritzigen Volten und liebevoll inszenierten Streitereien die Verbindungslinien zwischen den großen Religionen aufscheinen zu lassen. ... Auch wenn die meisten Figuren mehr Typen als Charaktere sind, erfüllt der sympathische Wohlfühlfilm als so kurzweilige wie intelligente Entspannungsübung für Midlife-Crisis-Gebeutelte durchaus seine Vorgaben."

15. August 2007 | Kritik • critic.de

Das Road-Movie der etwas anderen Art ist für Marcus Wessel leider vorhersehbar und läuft schematisch ab. "Überhaupt wimmelt es im Film von unglaubwürdigen Figuren, die höchstens als Karikatur funktionieren und die Serreaus Anspruch, die Pilgergruppe möge eine ernsthafte Allegorie auf unsere westliche Gesellschaft abgeben, zuwider laufen. ... ST. JACQUES mag zu gleichen Teilen als Wohlfühlfilm und mikroskopische Gesellschaftsstudie konzipiert worden sein. Während letzteres aus den zuvor genannten Gründen misslingt, schaffen es die exaltierten Charaktere zumindest mit ihren Spleens und Manierismen, den einen oder anderen Lacher zu produzieren."

15. Juli 2007 | Kritik • programmkino.de

Einen Wohlfühlfilm voller Schwung, Humor und Phantasie sah Dorothee Tackmann. "Der Jakobsweg wird mit seinen idyllischen Stationen und stimmungsvollen Wegabschnitten zur Projektionsfläche und zum Prüfstand für Produkte und Verhaltensweisen der Zivilisation. Normale Menschen suchen den Ausnahmezustand, geben ihre Hektik der Lächerlichkeit preis, kommen aus dem Tritt und Trott, um dann ihr Leben umkrempeln. Wie BROT UND TULPEN liefert ST. JACQUES insbesondere für die Midlife-Crisis-Gebeutelten ein Feel-Good-Movie." Die Regisseurin beweist wieder ihren Sinn für Nachdenklichkeit, Skurrilität, Ästhetik und Harmonie.

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