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BLACK SNAKE MOAN

BLACK SNAKE MOAN

Regie Craig Brewer
Kinostart 05.07.2007

Kritiken • BLACK SNAKE MOAN

06. Juli 2007 | BLACK SNAKE MOAN • Kritik • critic.de

Das ist mal ein Plot, jubelt Thorsten Funke. Aber "das Schockierende an BLACK SNAKE MOAN ist nun nicht so sehr diese Bondage-Fantasie, auch nicht das freizügige Auftreten Christina Riccis. Das Schockierende ist vielmehr, dass der Film aus seinen Exploitation-Elementen eine krude spirituelle Botschaft bastelt. ... Wäre da nicht die fast nackte Christina Ricci, BLACK SNAKE MOAN könnte als Lehrfilm für christlich Erweckte verwendet werden. Irgendwie ist es also immer das weibliche Geschlecht, das schuld ist an den Schlachtfeldern der Liebe, über die Son House zu Beginn so überzeugend gesprochen hatte. Die Klage über die Verruchtheit der Frauen mag für einen bitteren Song ein ausreichender Topos sein. Für einen Film aber braucht es ein paar Zwischentöne mehr."

05. Juli 2007 | BLACK SNAKE MOAN • Kritik • Berliner Zeitung

Markus Schneider ist erstaunt: Der Film ist ausgesprochen stilsicher gedreht, die Bilder schwer vor feuchter Hitze und verwaschen flirrenden Farben, durch die Slide-Gitarren wimmern oder Gospel-Titel jubeln. "Und wie er schon in HUSTLE & FLOW Terrence Howard zur Oscarnominierung führte, stachelt Brewer diesmal Samuel L. Jackson und Christina Ricci zu souveränen Leistungen an. Jackson meinte gar, der knurrende Lazarus sei seine bisher beste Rolle. Ricci wiederum geht sichtlich lustvoll in der Rolle der aggressiven White-Trash-Heroine auf und windet sich vor jedem erotischen Anfall stöhnend unter blitzenden Erinnerungen an den väterlichen Missbrauch."

05. Juli 2007 | BLACK SNAKE MOAN • Kritik • Die Tageszeitung

Besser als das Plakat zum Film soll es nicht kommen, stellt Andreas Busche fest. Der Kritiker ist enttäuscht, dass der Film im letzten Drittel "bruchlos in eine pathetische Heilsgeschichte kippt, ohne dass Brewer die prekäre Prämisse seines Films wenigstens ansatzweise bedacht hätte. Brewers Filme haben einen entscheidenden Haken: Man muss ihm vorhalten, dass er entweder Exploitation am Exploitation-Genre betreibt oder sich mit fragwürdigen Mitteln an dramatischen Stoffen versucht. Weder das eine noch das andere glückt."

05. Juli 2007 | BLACK SNAKE MOAN • Kritik • Der Tagesspiegel

Jan Schulz-Ojala entdeckt das Religiöse in BLACK SNAKE MOAN. "Eine Teufelsaustreibung. Ein Gleichnis. Ein Wunder. Genau so ist Craig Brewers BLACK SNAKE MOAN erzählt, diese feierliche Parabel aus der Mottenkiste des Patriarchats und der Sonntagsschule. In der Übertreibung des Pulp und des Camp, des B-Pictures, mit den Gewürzen der Blaxploitation, der Sexploitation, des visuellen und des narrativen Trash. Nun könnte man vermuten, diese Mittel dienten dem distanziert ironischen Genuss, aber nein, der Film meint sein Kanzelwort bitterernst, vom brodelnden Triebtiegel seiner ersten Bilder bis zum moralischen Doppel-Happyend."

05. Juli 2007 | BLACK SNAKE MOAN • Kritik • Junge Welt

BLACK SNAKE MOAN ist ein unglaublicher Film, zumindest unglaublich bescheuert, meint Tina Heldt. "Man kann es auch höflich ins Interessante wenden und sagen: Der Film ist bizarr, sehr bizarr, absolut bizarr. ... Vielleicht war die Intention des Films ja auch nicht grundsätzlich die weiche Birne, sondern ursprünglich sogar Ernst, Tiefe und Erschütterung. Eine Art William-Faulkner-Sexpanik mit Blues-Soundtrack. Unsterbliche Mythen etc. ... Doch der Film wirkt eher wie eines der zahlreichen Relikte aus den 1970ern, den goldenen Zeiten von Trash und Sexploitation, als Frauen noch Frauen waren und gezähmt werden mußten wie Wildpferde."

04. Juli 2007 | BLACK SNAKE MOAN • Kritik • Frankfurter Rundschau

Für Daniel Kothenschulte macht nur Christina Ricci den Film unvergesslich. "Wie sie von einer viele Meter langen Eisenkette mit reichlich Auslauf in ihre Grenzen gewiesen wird. Um dieses eine Bild herum, das freilich viele Szenen lang ist, wurde ein ganzer Film entworfen, und zwar ein seriöser: Ein Gesellschaftspanorama des amerikanischen Südens, äußerst beziehungsreich unterlegt mit allerfeinsten Blues-Klassikern und Bibelworten aller Art, gesungen und gesprochen. Zu den weiteren Mitwirkenden, die links und rechts Spalier stehen neben dem Bondage-Spektakel, zählen Sozialkritik und der Irak-Krieg."

01. Juli 2007 | BLACK SNAKE MOAN • Kritik • br-online.de

Mutig ist der Film für Gunnar Mergner. Er orientiert sich "an den drastischen Rezitaten alter Delta-Blues-Songs, an den unverbrämten, archaischen Erzählungen von Lust, Schmerz und Tod. Dementsprechend hat Brewers Film auch nichts mit zahmen Hollywood-Geschichten zu tun, sondern ist ein Wagnis, ein dreckiges, schweißiges, manchmal schockierendes Stück Kino. So lobenswert so ein mutiger Ausbruch aus der Konvention ist – uneingeschränkt gelungen ist "Black Snake Moan" nicht. Zu dünn ist dafür die Geschichte, zu platt der Kontrast zwischen den haltlosen, kopfkranken Weißen und den bodenständig-bibelfesten Afroamerikanern..."

03. Juni 2007 | BLACK SNAKE MOAN • Kritik • Der Spiegel

Regisseur Craig Brewer braucht bei BLACK SNAKE MOAN lediglich zwei Figuren für ein furioses Kinodrama um Lust, Leid und Erlösung, lobt Daniel Haas. Der Film ist so ganz anders "als erwartet: keine simple Schwarzweiß-Logik, keine lüsternen Schauwerte, keine Sexploitation-Ironie. BLACK SNAKE MOAN hintertreibt unsere Seherwartungen, die immer auch von Klischees bestimmt sind, mit einer moralischen und ästhetischen Wucht, wie es sie lange nicht gegeben hat im US-Kino."

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