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HOLUNDERBLÜTE

HOLUNDERBLÜTE

Regie Volker Koepp
Kinostart 24.01.2008

Kritiken • HOLUNDERBLÜTE

26. Januar 2008 | HOLUNDERBLÜTE • Kritik • Der Tagesspiegel

Was Christina Tilmann erfahren hat, ist bitter. "'Schlecht ist, dass alle hier Alkoholiker sind', sagt ein Mädchen, und dann sieht man Erwachsene lallend auf dem Fahrrad und begreift, dass es eine verlorene Generation ist, eine verlorene Gesellschaft. Wie ausgestorben wirken die zerfallenen Gehöfte, die Kinder sind auf sich selbst gestellt, letzte Lebende in einer entvölkerten Welt. Da wird auch die überragende Schönheit der Landschaft plötzlich bitter."

24. Januar 2008 | HOLUNDERBLÜTE • Kritik • Berliner Zeitung

Bestürzend schön nennt Anke Westphal den Film. "Das ist ein Anliegen von "Holunderblüte": den Skandal eines vielfältigen Verschwindens zu dokumentieren. Dass sich hier alles Zivilisatorische zurückbildet, dass Häuser, Dinge, Umgangsformen verwahrlosen in so lieblicher Umgebung, fällt ein Urteil auch über die Zurückbleibenden. Die Natur erobert sich die Herrschaft zurück, seit die Menschen das Territorium aufgegeben haben. Das Land verkarstet und versumpft nach dem Ende der sowjetischen Landwirtschaft. ... Dieser Film schafft ihm einen Platz in der Erinnerung. Er gehört zu Volker Koepps schönsten Filmen."

24. Januar 2008 | HOLUNDERBLÜTE • Kritik • Die Tageszeitung

Andreas Resch ist immer wieder überrascht angesichts dieser so glücklich anmutenden Märchenwelt, die sich da auftut. "Wunderschön ist das alles, beinahe zu schön - und deshalb unter Vorbehalt zu genießen. Denn natürlich weiß Volker Koepp, dass selbst die Bilder baufälliger Ruinen oder heruntergewirtschafteter Dörfer großen Charme entfalten. Für das Auge desjenigen, der das entbehrungsreiche Leben in der Region nicht kennt, kann all das romantisch sein, was für die dort beheimateten Menschen einfach nur deprimierend ist. Glücklicherweise hat diese Erkenntnis Einfluss auf die Gesamtkomposition des Films gehabt. Denn den Bildern ist immer auch etwas Anderes, Abwesendes eingeschrieben, etwas, das diese Schönheit überlagert und von einer sehr viel traurigeren Lebenswelt erzählt."

24. Januar 2008 | HOLUNDERBLÜTE • Kritik • Frankfurter Rundschau

Heike Kühn ist begeistert: "Volker Koepps Stimme begleitet diesen Film, den er als Abschied von Ostpreußen versteht, mit sparsamen Kommentaren aus dem Off: Ohne falsche Töne hält er den Zerfall einer Kulturlandschaft fest. Die Menschen des sowjetischen Vielvölkerstaats, die unter Stalin ihrerseits aus ihrer Heimat vertrieben und in Ostpreußen angesiedelt wurden, haben der aufgezwungenen Erde wenig Verständnis entgegengebracht. Bewässerungssysteme wurden umgepflügt, Bauernhöfe dem unfruchtbaren Größenwahn der Kolchosen geopfert, Kirchen geschleift."

16. Januar 2008 | HOLUNDERBLÜTE • Kritik • kino-zeit.de

Die Kinder und ihre Schicksale haben Joachim Kurz nicht mehr losgelassen. "Sie sind ein eindrücklicher Beweis dafür, dass Stille, eine grandiose Landschaft und wunderbare Miniaturen sowie ein unverstellter, aber dennoch zärtlicher Blick auf die tristen Realitäten manchmal alles sind, was man für einen guten Dokumentarfilm braucht, der lange nachwirkt. Volker Koepp ist ohne Zweifel einer der Meister dieser leider viel zu selten gewordenen Kunst des Erzählens."

10. Januar 2008 | HOLUNDERBLÜTE • Kritik • programmkino.de

Volker Mazassek lobt besonders den Kameramann Thomas Plenert. "In Plenerts Bildern schimmert immer ein Glanz, selbst wenn er alltägliche Verrichtungen festhält. Die stumpfen Realitäten werden optisch überhöht in HOLUNDERBLÜTE, keine Frage. Aber so wird der emotionale Raum geschaffen, in dem die Geschehnisse und Erzählungen ihren Platz finden. Der Alltag ist grauer als belichtetes Filmmaterial, und so wollen die meisten Kinder weg aus ihrem Dorf, wenn sie groß sind. Davonfliegen wie die turmhohen Wolken, die über ihre Köpfe ziehen."

01. Juli 2007 | HOLUNDERBLÜTE • Kritik • Der Tagesspiegel

Laut Julian Hanisch findet der Regisseur "vor allem verwaiste Kinder vor, die er ausführlich zu Wort kommen lässt. Koepps Dokumentation bleibt ungewöhnlich luftig – die Bilder des landschaftsmalenden Kameramanns Thomas Plenert entschädigen dafür."

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