Inhalt • HOLUNDERBLÜTE
Der Regisseur reist zu Kindern in das Gebiet um Kaliningrad, einer Gegend, die geprägt ist von entvölkerten Dörfern und brachliegenden Feldern. Kinder, die häufig ohne die Eltern aufwachsen, die die Verantwortung für sich und ihre Geschwister übernehmen, die von Alkoholismus und Gewalt ebenso selbstverständlich erzählen wie von Freundschaft und Liebe. Kinder, die sich die Natur spielerisch und kreativ aneignen, die mit Lebenslust und Witz eine kindliche Gegenwelt entwerfen, in der ihre Hoffnungen und Sehnsüchte aufgehoben sind.
Kritik • HOLUNDERBLÜTE • 24. Januar 2008 • Die Tageszeitung
Andreas Resch ist immer wieder überrascht angesichts dieser so glücklich anmutenden Märchenwelt, die sich da auftut. "Wunderschön ist das alles, beinahe zu schön - und deshalb unter Vorbehalt zu genießen. Denn natürlich weiß Volker Koepp, dass selbst die Bilder baufälliger Ruinen oder heruntergewirtschafteter Dörfer großen Charme entfalten. Für das Auge desjenigen, der das entbehrungsreiche Leben in der Region nicht kennt, kann all das romantisch sein, was für die dort beheimateten Menschen einfach nur deprimierend ist. Glücklicherweise hat diese Erkenntnis Einfluss auf die Gesamtkomposition des Films gehabt. Denn den Bildern ist immer auch etwas Anderes, Abwesendes eingeschrieben, etwas, das diese Schönheit überlagert und von einer sehr viel traurigeren Lebenswelt erzählt."