Film-Zeit auf  Film-Zeit bei Facebook   Film-Zeit auf Twitter

HALF MOON

HALF MOON

Regie Bahman Ghobadi
Kinostart 09.08.2007

Kritiken • HALF MOON

11. August 2007 | HALF MOON • Kritik • Die Tageszeitung

Laut Susanne Messmer geht es dem Regisseur "nicht nur darum, die Leiden der Kurden anzuklagen. Es geht um die Suche nach unverbrauchten Metaphern für einen Schmerz, der so groß ist, dass er sich kaum abbilden lässt. Diese Metaphern sind der viele Schnee, die berauschenden Bilder voller Licht, Wind und Landschaft des neuseeländischen Kameramanns Nigel Bluck - vor allem aber die Musik, die keine Rücksicht auf Grenzen nimmt und sich nur mit Mühe wegsperren lässt. ... Neben surrealen Traumbildern wie diesen ist es vor allem der schlagende Humor, der HALF MOON wie alle Filme Bahman Ghobadis so mitreißend macht. Meist geht es um den Zusammenprall der modernen mit der alten Welt."

11. August 2007 | HALF MOON • Kritik • Der Tagesspiegel

Eine Art kurdischen Romantizismus hat der Regisseur für Silvia Hallensleben entwickelt. "Sein nationales Anliegen betreibt er mittels massiver metaphorischer Überhöhung ... Problematisch daran ist nur, dass Ghobadis Filme derzeit das westliche Bild der kurdischen Kultur monopolisieren. Dem europäischen Publikum mag das folkloristische, wilde Kurdistan passen – ein paar Patriarchen und darbende Kinder weniger und ein paar wirklichkeitsnahe Frauenfiguren mehr dagegen täten der kurdischen Sache im Kino besser."

10. August 2007 | HALF MOON • Kritik • critic.de

Thorsten Funke lobt die neue, unverkennbare Ausdrucksform des Regisdeurs, in der magischer Realismus an die Stelle des Dokumentarischen tritt. "Dieser Film ist voller Hindernisse, voller unüberwindlicher Hürden. Ein Road-Movie, das kaum von der Stelle kommt, ein Musikfilm, in dem die Instrumente zerstört werden, bevor das Konzert beginnen kann. Bahman Ghobadi legt der Handlung immer wieder Steine in den Weg. Von Durchbruch keine Spur, statt von Erfolg und Erlösung erzählen die Lieder (und die Bilder) Geschichten von Verlust und Tod."

10. August 2007 | HALF MOON • Kritik • Der Freitag

Für Matthias Dell federt der Regisseur die deprimierende Ausweglosigkeit seiner Reisegesellschaft durch Humor ab. "Mühelos mischt HALF MOON Witz mit frustrierendem Realismus, so wie er die traditionelle kurdische Musik und den aktuellen Stand westlicher Technik zusammenbringt. ... HALF MOON ist nicht zuletzt ein sehenswerter Film ob seiner Schauspieler, die zumeist Laien sind. Aus dem Ensemble heraus ragt schon kraft seiner beeindruckend tannenartigen Physiognomie, seines voluminösen Schnauzbartes und eines Lockenkopfes, den er wie eine Mütze trägt, Allah Morad Rashtinai."

09. August 2007 | HALF MOON • Kritik • Berliner Zeitung

Im HALF MOON entwickelt der Regisseur laut Catherine Newmark "aus sozialrealistischen und komödiantischen Elementen nach und nach eine surreale Parabel, die in berückenden Bildern Ausweglosigkeit vermittelt. ... Mehr und mehr gleicht HALF MOON einem jener wiederkehrenden archetypischen Albträume, in denen man versucht, irgendwo anzukommen, obwohl man um die Unmöglichkeit weiß. Ghobadi lässt seinen Film dabei nicht aggressive Verzweiflung münden, sondern in bildschöne Resignation. Noch ist der Preis für Freiheit viel zu hoch. Im Iran wurde der Film kurz nach seiner Uraufführung verboten."

09. August 2007 | HALF MOON • Kritik • Junge Welt

Ein tragisch-komisches Road Movie durch das wilde Kurdistan sah Nick Brauns. "Als Hommage an alle iranischen Sängerinnen im Exil will Ghobadi die 'himmlische Stimme' der Sängerin Hesho verstanden wissen. Zwar existiert das Bergdorf, in dem Hesho als eine von 1334 verbannten Sängerinnen lebt, nicht wirklich. Aber es gibt ein Gesetz, daß es Frauen im Iran verbietet, in Gegenwart von Männern zu singen. Dort wurde der Film von der Realität eingeholt und deswegen kurz nach der Premiere verboten."

09. August 2007 | HALF MOON • Kritik • Jungle World

Tilman Vogt nennt HALF MOON eine Art kurdischer BUENA VISTA SOCIAL CLUB. Der Regisseur präsentiert "dem Zuschauer nicht einfach nur eine Dokumentation der scheinbaren Vormoderne des Orients. Buch und Kameraführung kokettieren mit großem Pathos und irritieren so das westliche, an Reduktion gewöhnte Auge. Der Inszenierung erhabener Bergzüge und mystischer Basare wird ebenso viel Platz eingeräumt wie den teilweise doch recht kitschigen Liedern voller Seufzer. ... Auch wenn HALF MOON immer wieder komödiantische Elemente enthält, die gerade dann auftauchen, wenn die Grenzen von Orient und Okzident verwischt werden, zieht sich doch eine düstere Tragik durch die Erzählung. Das zentrale Motiv ist hier das durch die Unterdrückung der Kurden verursachte Erlöschen der Erinnerung."

09. August 2007 | HALF MOON • Kritik • schnitt.de

Alle Bestandteile des Ethnofilms sind in HALF MOON enthalten, meint Carsten Tritt. "Und doch schafft es Ghobadi, seine Figuren sofort zu Vertrauten des Zuschauers zu machen, unabhängig davon, ob es sich um ein iranisch-kurdisches oder mitteleuropäisches Publikum handelt. Das ist dann nicht kulturelle Beliebigkeit, vielmehr gelingt es Ghobadi und seinem Team - insbesondere mit einer intelligenten Kameraarbeit und einem äußerst präzisen Schnitt - das, was als Alltäglichkeit, Besonderheit oder Absurdität gemeint ist, auf den ersten Blick als solches erfahrbar zu machen."

09. August 2007 | HALF MOON • Kritik • artechock.de

Als Plädoyer für die Freiheit der Kunst bezeichnet Rüdiger Suchsland den Film. Er ist "im Grunde nichts anderes, als eine poetisch verbrämte Reflexion über das Dasein als Künstler im Iran der Gegenwart. ... HALF MOON ist ein trickreiches Spiel, das von seinen eindrucksvollen, fremdartig-faszinierenden Bildern bestimmt wird, und dem westlichen Zuschauer viel Ungesehenes zeigt. Im Iran wurde HALF MOON kaum überraschend kurz nach seiner Uraufführung verboten."

28. Juni 2007 | HALF MOON • Kritik • programmkino.de

Als Hommage und Requiem für die Zähigkeit der kurdischen Kultur bezeichnet Hendrike Bake den Film. "Auf der Bildebene überwiegt das Dokumentarische: liebevoll und präzise porträtiert der Film die kurdische Berglandschaft, die verwitterten Gesichter der Männer, die bunten Kleider der Frauen und die Details des alten Reisebuses. Die Geschichte dagegen oszilliert beständig zwischen Realiät und Traum, Groteske und Tragödie. Halluzinationen tauchen auf einmal als reale Personen auf, Situationen eskalieren bis zur Absurdität und immer wieder gönnt Ghobadi sich und seinen robusten, streitsüchtigen Charakteren ein paar derbe Scherze."

Weitere Filme, die euch interessieren könnten

Aktueller Stand der Datenbank:
18738 Filme,
72604 Personen,
6594 Trailer,
873 Biographien,
54 Themen & Listen
all: 0,31733