| Regie | Mikael Hafstrom |
| Kinostart | 13.09.2007 |
Mike Enslin hat zwei erfolgreiche Bücher über Hotels, in denen es angeblich spukt, veröffentlicht. Nach dem Tod seiner Tochter stürzt er sich noch kompromissloser in die Arbeit. Derzeit fasziniert ihn ein besonders mysteriöser Fall: Im Zimmer 1408 des New Yorker Dolphin Hotel sind unter seltsamen Umständen bereits 56 Gäste gestorben. Um der Wahrheit auf den Grund zu gehen, schlägt Mike alle Warnungen des Hotelmanagers in den Wind und übernachtet in Nr. 1408 – ein kafkaesker Alptraum beginnt.
Nach Folterpornos wie HOSTEL oder SAW tut Sebastian Handke altmodischer Psycho-Horror aus Hollywood richtig gut. "Doch die Vorlage, eine Kurzgeschichte aus dem Jahre 1999, bietet Stoff höchstens für eine einstündige TV-Episode. In der ersten Hälfte des Films fühlt man sich oft wie Enslin, als er sich erstmals im Zimmer umsieht: "Ist das etwa schon alles?" Zwar geben ein, zwei Twists der Sache Fahrt; auch zeigt sich John Cusack in glänzender Form. Dennoch: ZIMMER 1408 ist nicht mehr als eine liebevoll-ironische Fußnote zu Stephen Kings bekanntem Horror-Universum."
Daniel Kothenschulte ist enttäuscht von dieser Steven King-Verfilmung. "Der schwedische Regisseur Mikael Håfström hat sich alle Mühe gegeben, die Katze, bevor er sie herauslässt, in einem wunderhübschen Sack zu verschnüren. Tatsächlich erweist sich das Tier auch bei Lichte besehen als ausgesprochen grau. Die Exposition ist so ambitioniert, dass man von allem, was das Zimmer hernach veranstaltet, nur enttäuscht sein kann. Man wartet auf das Unvorstellbare, dem selbst Meisterautor King nur mit Formulierungen wie "das Irgendetwas" beikommen konnte, und es dennoch weit wirkungsvoller evozierte."
ZIMMER 1408 ist laut Birte Lüdeking sicherlich kein innovativer, aber dennoch ein erstaunlich effektiver Gruselthriller der alten Schule. "Regisseur Mikael Håfström begeht mit einem gekonnt langsamen Spannungsaufbau nicht wie viele andere Horrorfilme den Fehler, die Aufmerksamkeit des Zuschauers mittels früher drastischer Schockeffekte zu wecken, die im Verlauf der Handlung dann aber irgendwann nicht mehr zu toppen sind und somit über kurz oder lang zu Monotonie und Langeweile führen. Seine Inszenierung baut zunächst nur anhand der Dialoge ein Mysterium um das vermeintlich verfluchte Zimmer auf, lässt dem Zuschauer Raum für persönliche Projektionen und setzt auch später in erster Linie auf psychologischen, weniger auf physischen Horror."
ZIMMER 1408 hat Philipp Bühler gefallen "als wohltuend effektfreie Ein-Mann-Show des sympathischen, aber immer auch etwas rätselhaften John Cusack ... Stephen King ist schuld, der gern mal eine visuell großartige Idee aus dem Ärmel schüttelt wie die vom bösen Zimmer - der hinterhergeschobene Sinn ist dann Glückssache. Dennoch hat man hier immer noch soliden Horror, von Regisseur Mikael Håfström dargeboten mit dem beschwörenden Suspense toter Vorväter, ohne umherfliegende Gliedmaßen. Aber so böse wie das, was einem Samuel L. Jackson am Anfang versprochen hat, ist es auch nicht."
Mit Marco Stahlhut spricht der Hauptdarsteller John Cusack über seine Einstellung zu Horrorfilmen, den Irakkrieg und die Bush-Regierung.
Was ZIMMER 1408 auszeichnet, ist seine eigentümliche Melancholie, mit der er den subtilen Grusel eines Films wie SHINING, DER MIETER oder auch den verstörenden Surrealismus eines ERASERHEAD herbeisehnt, schreibt Birgit Glombitza. "Der Film vertraut in all dem Spuk voll und ganz auf seinen Hauptdarsteller, der die Kapriolen der Vorstellungskraft in einer Art One-Man-Show aus eigenen Kräften vorführen muss. Die Special-Effects-Abteilung belässt es derweil bei simplen Irritationen ... Ob am Ende alles nur die Vison eines Ohnmächtigen war oder doch eine Begegnung mit dem Übernatürlichen bleibt offen. Aber das ist auch nur noch halb so interessant wie all die kleinen, unspektakulären Tücken der Objekte."
Ein Hotelzimmer, einen Schauspieler wie John Cusack und eine ganz einfache Geschichte – mehr braucht es nicht für einen guten Horrorfilm, stellt Joachim Kurz fest. "Bemerkenswert hierbei vor allem, dass sich Regisseur Mikael Håfström nach all dem Gemetzel der letzten Zeit weitgehend blutrünstigen Details verschließt und stattdessen mit seinen Bildern und Szenen weitgehend auf den Horror im Kopf des Zuschauers, auf seine Interpretationen, seine Konnotationen und seine Phantasie setzt und mit diesen Elementen spielt. ... Genussvoll nimmt sich der Film zudem vieler Klischees und Stereotypen aus anderen Horrorfilmen an und wendet sie ins Ironisch-Absurde. Ein Meta-Horrorfilm der Extraklasse, im wahrsten Sinne des Wortes."
Matthias Heine lobt besonders den Hauptdarsteller Daniel Brühl. "Er spielt den Salvador mit der Verführungskraft eines sanften Jungen ... Nie berauscht er sich an der Ballerei, wie es seine Mitkämpfer bei einem als wilder Peckinpah-Alptraum mit Millionen fliegenden Kugeln inszenierten Banküberfall tun. Brühl, der in Barcelona geboren wurde und Spanisch sowie Katalanisch spricht, liefert mit der Darstellung des ruhigen, widersprüchlichen Mannes, in dem doch ein unlöschbares Feuer brennt, seine beste Leistung seit DAS WEIßE RAUSCHEN."
Gary Rohweder sah einen anspruchsvollen und durchaus intelligenten Gruselstreifen, der ohne plumpe Effekthascherei und aufdringliche Foltergewalt auskommt. "Kein Meisterwerk, vielmehr solides Horrorkino, das jedoch vollkommen ohne billige Splattereffekte auskommt. Allein dadurch hebt sich Mikael Håfströms Film in angenehmer Weise von dem genregängigen Schund ab, der durch plumpe Effekthascherei und aufdringliche Foltergewalt um die Gunst der Kinobesucher buhlt. Ein anspruchsvoller und durchaus intelligenter Gruselstreifen, dem es gelingt, die langsam aufgebaute Spannung zu halten und überdies die Phantasie des Zuschauers anzuregen."