| Regie | Srdan Golubovic |
| Kinostart | 11.10.2007 |
Einen Film über die Auswüchse des jungen Kapitalismus sah Barbara Schweizerhof. "Die alltägliche Härte der Verhältnisse, das groteske Gefälle von Arm und Reich im noch sehr jungen Kapitalismus Serbiens inszeniert Regisseur Srdjan Golubovic gleichsam nebenbei und doch sehr eindrücklich. Die Beklemmung angesichts einer Szene, in der ein Kind in einem Mittelklassewagen seine Eltern anbettelt, endlich ein Handy besitzen zu dürfen, während ein anderes mit aufgezwungener Scheibenreinigung versucht, an ein bisschen Geld zu kommen, ist ungleich größer als die über das moralische Dilemma des Vaters, der seinen Sohn retten will."
Ein Drama von existentieller Wucht sah Martin Schwickert. "Mit dramaturgischer Präzision treibt Golubovic seinen Helden in die Ausweglosigkeit. Dabei lädt er ihm nicht nur individuelle Gewissenskonflikte, sondern auch das Dilemma der serbischen Nachkriegsgesellschaft auf die Schultern, in der das gelähmte Bürgertum am Abgrund steht und die kriminelle Oligarchie die Fäden zieht. Auch wenn mit keiner Einstellung auf die zurückliegenden Kriege Bezug genommen wird: In fast jedem Bild ist zu erkennen, wie müde die Menschen von den Anstrengungen der unsichtbaren Vergangenheit und der kompromisslosen Gegenwart sind."
Nadine Lange spricht mit Regisseur Srdan Golubovic über die Sorgen Serbiens und Hoffnung fürs heimische Kino.
Peter Uehling bescheinigt dem Film, hohe Kunst zu sein. "KLOPKA ist, obgleich sehr spannend, von einer erstaunlichen expressiven Zurückhaltung, Härte und Klarheit geprägt. Srdan Golubovics Inszenierung ist überaus ruhig und distanziert; auch von den Thriller-Elementen lässt er sich nicht dazu hinreißen, den Zuschauer mitten ins Geschehen zu stellen. Souverän verschmäht er die emotionalen Drücker, die das todkranke Kind einbringen könnte. Die Gegebenheiten selbst nehmen den Zuschauer stärker in die Zange, als es Sentiment je könnte."
Dem Regisseur ist ein präzise inszenierter Thriller gelungen, der die Metaphrase auf die Gesellschaft mit dem universellen Handwerkszeug des Psychodramas angeht, lobt Bernd Buder. "Mit der differenzierten Bildsprache, die ihren ureigenen Stil zwischen Close-Ups und Inszenierung der stadträumlichen Architektur findet, beweist KLOPKA - DIE FALLE einen filmkünstlerischen Umgang mit dem Thema, der jenseits platter Metaphorik auf das Persönliche der Geschichte verweist. Auch wenn der Protagonist vom sorgenden Vater zum Monster mutiert – eine moralische Verurteilung gibt es nicht."
Laut Joachim Kurz bietet der Film einen pessimistischen und ernüchternden Blick auf die Mechanismen der postkommunistischen serbischen Gesellschaft wirft. "Manchen Klischees zum Trotz spiegelt sich in KLOPKA - DIE FALLE in eindrucksvoller Weise auch die serbische postkommunistische Gesellschaft wider. Immer wieder zeigt der Film im Lauf der Geschichte quasi im Vorübergehen, wie sehr Serbien immer noch unter dem Eindruck des Krieges und der Herrschaft Slobodan Milosevics steht: Wer es in diesem Land zu Reichtum und Ansehen bringen will, dem bleibt nur der Weg des Verbrechens – ehrliche Arbeit, Fleiß und Engagement hingegen haben keine Aussicht auf Erfolg."
Für Welf Lindner tappt der Regiseur "ab und an in die kommerzielle Falle, wenn er altbekannte Genremuster übernimmt und damit eine berechnete und berechenbare Dramaturgie an den Tag legt. ... KLOPKA - DIE FALLE hinterlässt einen zwiespältigen Eindruck, weil er einerseits zwar eine durchaus spannende Grundsituation entwickelt, die fundamentale Fragen und Probleme menschlichen Daseins aufwirft, andererseits aber durch den wiederholten Rückgriff auf geläufige Erzählformen und einen gelegentlich rührseligen Ton (Stichwort: Hauptfigur mit Hundeblick) allzu leicht konsumierbar wird. Vielleicht hätte das schwergewichtige Thema eine gewisse Unverdaulichkeit verdient."