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ZIZEK!

ZIZEK!

Regie Astra Taylor
Kinostart 28.06.2007

Kritiken • ZIZEK!

29. Juni 2007 | ZIZEK! • Kritik • Der Freitag

Intellektuell ist für Barbara Schweizerhof monströs. "Man sieht den faszinierenden Denker bei seiner Arbeit, man sieht aber auch ein paar seiner Beschränktheiten. Der 28-jährigen Regisseurin gelingt das Kunststück des Mittelwegs zwischen Verehrung und Entlarvung. ... Mit viel Geschick setzt Astra Taylor die diskreten Mittel des Dokfilms gleichzeitig dazu ein, etwas von der Person hinter diesem Denken sichtbar zu machen. Es reicht, die Kamera schon laufen zu lassen, bevor er dessen gewahr ist und man sieht den souveränen Dirigenten einer Selbstinszenierung, der auf Knopfdruck loslegen kann."

28. Juni 2007 | ZIZEK! • Kritik • Berliner Zeitung

Offenbar hört die Welt einem Philosophen erst dann zu, wenn er sich für sie auszieht, meint Philipp Bühler. "ZIZEK! setzt auf Zizek - in 71 Minuten konzentrierter Kurzweil, für Laien in etwa so vergnüglich wie für Fortgeschrittene. Pop, Politik, Psychoanalyse und Philosophie bündeln sich in einer Person. Und wenn hier jemand Zizek widerspricht, dann nur er selbst. Einmal immerhin erlaubt er sich Zweifel an seiner Rolle des ewigen Witzbolds und Star-Philosophen. Nimmt ihn überhaupt irgendjemand ernst?"

28. Juni 2007 | ZIZEK! • Kritik • Die Tageszeitung

Die obligate Einstellung auf den denkenden Menschen bleibt Ines Kappert erspart. "Das Gute an Taylors Dokumentation ist, dass sie Zizek ernst nimmt, aber auch zeigt, wie höllenanstrengend dieser ausschließlich im Modus des Monologs kommunizierende Mann ist. ZIZEK! bietet tatsächlich ein Porträt und huldigt keinem Personenkult. Am Ende liegt der Philosoph platt und mit geschlossenen Augen auf dem Fußboden. Vielleicht ist er ebenso erschlagen von seinen Wortkaskaden wie der Zuschauer. Aber das ist o.k. Kritik ist ohne ein bisschen Anstrengung nun mal nicht zu haben. Und schön ist auch, dass eine bei Philosophen so selten anzutreffende Selbstironie bei Zizeks offensichtlich fest zum Repertoire gehört."

28. Juni 2007 | ZIZEK! • Kritik • Der Tagesspiegel

Schön respektlos findet Dennis Bertrams einige Sequenzen. "Nicht nur hier reflektiert Astra Taylors Porträt des Philosophen auch die eigenen Bedingungen des Filmemachens. Der Zuschauer sieht auf der Leinwand Zizek, wie der auf dem Bildschirm Lacan zusieht und sich dabei über Rollen ergeht. Und der Film stellt implizit die Frage, wie man schwierige philosophische Diskurse angemessen umsetzen kann, wenn das Thema sich ausschließlich auf die eine aberwitzig-illustre Person Zizek als Objekt der Betrachtung konzentriert."

28. Juni 2007 | ZIZEK! • Kritik • Frankfurter Rundschau

Höchst unterhaltsam nennt Michael Kohler das Porträt. "Spielend lüftet [die Regisserin] das Geheimnis seiner immensen Produktivität, indem sie Zizek nicht nur auf der akademischen Bühne philosophieren lässt, sondern auch in einer Videothek, seiner zum Kleiderschrank umfunktionierten Küche, unter der Bettdecke oder im Spielzimmer seines kleinen Sohns. Nichts und niemand ist vor der Deutungslust des Porträtierten sicher, wo er geht und steht sprudelt es aus ihm heraus."

28. Juni 2007 | ZIZEK! • Kritik • epd-Film 07/2007

Manfred Riepe "möchte diesem nervösen Catweazle der Dialektik – der sich wahrscheinlich nur deswegen nicht den Bart schert, weil er in dieser Zeit noch schnell ein Buch schreiben könnte – zurufen: Halt doch mal die Klappe! Genau diese filmische Geste, Zizek einmal nicht als talking head zu zeigen, gelingt der Regisseurin nicht. ... ZIZEK!, der Film, arbeitet sich am Oberflächenphänomen ab. Es gibt keinen intimeren Moment, in dem wir einen Zizek sehen würden, der nichts für die Öffentlichkeit produziert. Zizek ist der Mann ohne Alltag."

28. Juni 2007 | ZIZEK! • Kritik • critic.de

Für Rochus Wolff redet der Mensch viel zu schnell und viel zu viel: "Der Film erlaubt sich gelegentlich eine etwas distanziertere, ganz konsequent also postmodern-ironische Haltung zu seinem eigentlich so geliebten Subjekt/Objekt Žižek: Wenn er ihn etwa über Psychoanalyse nachdenken lässt, während er zwischen zwei Toilettenschüsseln sitzt. Oder wenn die Kamera ganz nah seine wild gestikulierenden Hände in den Blick nimmt, nachdem er sich kurz vorher leicht despektierlich über Lacans Gestik ausgelassen hat."

27. Juni 2007 | ZIZEK! • Kritik • Jungle World

Für Lars Quadfasel entwirft der Dokumentarfilm die perfekte Ikonografie des philosophierenden Hofnarren. "Die Regisseurin Astra Taylor enthält sich dabei wohlweislich jeder Widerworte. Ehrfurchtsvoll lauschend, tritt sie höchstens als Stichwortgeberin auf. Statt ZIZEK! könnte der Film auch ZIZEK! heißen. Er entwirft die perfekte Ikonographie seines Helden und wird ihm gerade dadurch gerecht. Alles an ZIZEK! ist schließlich ein Markenzeichen: vom markanten, zwischen Rasputin und einem versoffenen Nick Nolte changierenden Antlitz über die unnachahmlich harte Aussprache bis zu dem einmalig exklusiven Namen."

19. Juni 2007 | ZIZEK! • Kritik • film-dienst 13/2007

Es geht weniger um eine filmische Einführung in Zizeks Denken als vielmehr um eine Annäherung an den intellektuellen Habitus des Denkers, stellt Ulrich Kriest fest. "Der Film ist so atemlos wie sein faszinierender, mitunter herrlich selbstironischer, sympathisch schlitzohriger Protagonist, der in einer gut sortierten Videothek erfährt, dass ihm die ausgesuchten Filme von seiner Gastgeberin spendiert werden – und dann gleich noch drei Filme mehr ordert. Kurz vor Schluss vermutet Zizek dann (und hier wird Taylors Film doppelbödig), dass seine weltweite Popularität als lustiger Clown der Gegenwartsphilosophie der Preis dafür ist, dass man das, was er zu sagen hat, nicht ernst nehmen muss."

03. Mai 2007 | ZIZEK! • Kritik • Die Tageszeitung

Für Wilfried Hippen entpuppt sich die Dokumentation als eine Soloperformance des Kulturkritikers Slavoj Zizek. "Wegen seiner schnellen und verschrobenen Intelligenz sind diese Monologe zugleich faszinierend und amüsant, aber mit der Zeit gewinnt man auch den Eindruck, dass die Filmemacherin ihm zu sehr auf den Leim gekrochen ist. Etwas Abstand, auch etwas Ruhe, um über das Gesagte zu reflektieren, wären da hilfreich gewesen. Aber so hechelt der Film ähnlich hyperaktiv wie sein Protagonist, und man bekommt kein Gefühl dafür, ob Zizek nun ein rhetorisch brillanter Clown oder doch ein origineller Denker ist."

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