| Regie | Curtis Hanson |
| Kinostart | 28.06.2007 |
Bert Rebhandl hat sich von den Film überzeugen lassen, "vor allem durch seine fast ethnografische Präzision in der Darstellung dieser fremden und seltsamen Welt, in der Huck Cheever lebt. Die Gesten mit der Hand, die unterschiedlichen Pokerfaces, die unterdrückten Reaktionen auf Gewinn oder Verlust - all das registriert Hanson mit diskreten Kamerabewegungen, mit denen er sich aber doch deutlich von der Fernsehübertragung des Pokerspiels abhebt. GLÜCK IM SPIEL ist ein Charakterdrama, das vielleicht ein wenig zu konventionell all jenes zu Ende bringt, was das Drehbuch als Aufgabe entwickelt hat."
Daniela Sannwald hat viel erfahren über Pokerspieler. Der Regisseur "zeigt die Banalität einer solchen Existenz, ihre erschütternde Eintönigkeit und Tristesse, die zu Halbsätzen verkümmerten Kommunikationsmechanismen, die Flüchtigkeit von Beziehungen, die schleichende Verwahrlosung durch ständige Geldnot, die Hilflosigkeit der Gesten.
Laut Daniela Sannwald gelingen den Filmemachern "in der klugen Ausleuchtung eines überschaubaren Forschungsgegenstands erhellende Einsichten über die Mechanismen der Globalisierung."
Eine Menge Pokerrunden für einen einzigen Film hat Daniel Kothenschulte gesehen. "GLÜCK IM SPIEL ist ein Film wie aus einer anderen Zeit, bedächtig im Tempo und geradezu rührend darauf bedacht, sein bescheidenes Kapital bestmöglich einzusetzen. ... Curtis Hansons Film ist eine ideale Einführung in die Sucht. Die Sucht der Liebe natürlich."
Überraschend charmant und gelassen kommen die Binsenwahrheiten des Films für Peter Gutting daher. "Regisseur Curtis Hanson spielt routiniert mit den Parallelen und Gegensätzen zwischen Poker und Leben. ... Hoch gepokert hat er dabei nicht. Es ist kein stilbildendes oder epochemachendes Werk herausgekommen, wie bei Hansons Noir-Thriller L.A. CONFIDENTIAL (1997). Aber Glück im Spiel bietet solides Handwerk und intelligente Unterhaltung. Das Spielerdrama verbindet die Gelassenheit von In den Schuhen meiner Schwester mit der Stehaufmännchen-Energie von 8 MILE. Er setzt sich dadurch ab von anderen Spielerfilmen, die mehr das Obsessive dieser Leidenschaft und den tragischen Fall des Helden in den Mittelpunkt stellen."
Für Birgit Glombitza hat der Film dann verloren, als die Liebesgeschichte beginnt. "GLÜCK IM SPIEL, der so stilvoll und elegant beginnt, hat schon bald keine Trümpfe mehr im Ärmel und wird so romantisch und simpel, dass ihm etwas Kühle gut getan hätte. Und irgendwann in der Mitte bringt der Film es sogar fertig, seine wenigen tiefergehenden Wahrheiten über das Leben, die Unfähigkeit geliebt zu werden oder den Vater zu besiegen an einen Glückskeks zu delegieren."
Christian Aust porträtiert den Schauspieler Robert Duvall: Er "arbeitet diskret und präzise wie ein Auftragskiller, der keine Spuren hinterlässt. Seine schillernden Rollen bleiben unvergessen, der Schauspieler verschwindet wieder im banalen Alltag."
Laut Ulrich Kriest will der Film sehr viel gleichzeitig sein: "Hommage an die Szene der professionellen Spieler (offenbar haben allerlei prominente Spieler in dem Film Cameo-Auftritte) und ihr Spiel, Vater-Sohn-Geschichte, die ein verzögertes Coming-of-Age ist, Liebesgeschichte, die zugleich ein Lehrstück über moralische Prinzipien ist – und dann auch noch Americana reinsten Wassers. ... Wer sich (wie der Verfasser) mit den Spielregeln des Pokerns nicht auskennt, wird gewiss einige fein ziselierte Pointen verpassen; andererseits ist der Film selbst sich nicht so sicher, wie bekannt die Spielregeln und die Choreografie des Pokerspiels beim Publikum sind, weshalb die Dramaturgie in zwei Richtungen driftet."