Film-Zeit auf  Film-Zeit bei Facebook   Film-Zeit auf Twitter

ALS DER WIND DEN SAND BERÜHRTE

ALS DER WIND DEN SAND BERÜHRTE

Regie Marion Hänsel
Kinostart 26.07.2007

Kritiken • ALS DER WIND DEN SAND BERÜHRTE

26. Juli 2007 | ALS DER WIND DEN SAND BERÜHRTE • Kritik • Berliner Zeitung

Ein trauriges Märchen sah Claus Löser. "Schöne Kinobilder von Armut und Entbehrung hinterlassen stets ein zwiespältiges Gefühl. Zumal sie ans Wissen um die Tatsache großer Geldausgaben gekoppelt sind, die nun einmal für einen Spielfilm nötig sind. Andererseits wäre es absurd, Filme vom Elend dieser Welt deshalb nicht zu drehen oder ihnen absichtlich einen elendigen Look zu verleihen. Hänsels Film gerät so zum traurigen Märchen, in dem private und globale Katastrophen zu einem medialen Amalgam eingeschmolzen werden. ALS DER WIND DEN SAND BERÜHRTE hinterlässt ein doppeltes Gefühl der Hilflosigkeit."

26. Juli 2007 | ALS DER WIND DEN SAND BERÜHRTE • Kritik • Die Tageszeitung

Mal beeindruckend abstrakt, mal naiv und beliebig findet Anke Leweke den Film. Im "ersten Teil der Reise gelingen Marion Hänsel Bilder eines existenziellen Ausgeliefertseins. Ihre zurückhaltende, auf dramatisierende Effekte verzichtende Inszenierung hat weder biografischen noch psychologischen Ballast. Ganz unaufdringlich bekommt ihr Film etwas Exemplarisches. So als seien im Überlebenskampf dieser einen Familie viele Familien und namenlose Schicksale eingeschlossen. Dieser Versuch einer Parabel stößt jedoch an seine Grenzen, wenn der Film diesen fast abstrakten Raum verlässt."

26. Juli 2007 | ALS DER WIND DEN SAND BERÜHRTE • Kritik • Der Tagesspiegel

Der Film ist von den besten Absichten durchdrungen, stellt Jan Schulz-Ojala fest. "Jede Einstellung, jeder Set, jeder Takt Filmmusik dient einer sensibel gemeinten Parabel auf das nach Wasser dürstende, zum Nomadenleben gezwungene Afrika. Dafür wird gelitten und gestorben, Sippen verlieren Haus und Hof und Kinder und Tiere. Erst Exodus, dann Exitus: schon schrecklich, aber – und das ist die Hauptsache – stets wunderschön anzusehen. ... Gravitätisch, elegisch, mit unbeugsamem Stilwillen inszeniert Hänsel ihr bewegtes Coffeetable-Book dekorativen Elends und verzichtet dabei auf jedweden konkreten geopolitischen Bezug: jeder Felsen wie aus Styropor geformt, jede aufgeplatzte Lippe mit Liebe aufgetragen, jeder Dialogsatz wie auf Büttenpapier."

26. Juli 2007 | ALS DER WIND DEN SAND BERÜHRTE • Kritik • Frankfurter Rundschau

Der Schönheit der Menschen in diesem Film steht die deprimierende Hässlichkeit der allzu oft ausweglos erscheinenden afrikanischen Realität entgegen, schreibt Katja Lüthge. "Trotz des beklemmenden Schicksals der Protagonisten entwickelt sich eine gewisse Spannung zwischen der bisweilen dokumentarisch anmutenden Ästhetik der Bilder und der artifiziellen Erscheinung der Figuren. Dabei verzichtet Marion Hänsel auf jede konkrete geopolitische Festlegung. Es ist nicht nur die Anmutung der als "schön" geltenden Charaktere, vielmehr ist es ihre Würde und Integrität, die sie zu Vertretern weltweit schuldlos aus ihrer Heimat vertriebener Menschen erhebt."

25. Juli 2007 | ALS DER WIND DEN SAND BERÜHRTE • Kritik • Der Spiegel

Bildgewaltig erzählt der Film vom Existenzkampf einer Nomaden-Familie, schreibt Birgit Glombitza. "Dazu diese Hitze, in der die Konturen zu flirren und die Zeit zu flocken beginnen. In der sich die Wahrnehmung verselbständigt und die heiße Luft ihre eigenen Bilder von der Welt malt. Doch bei allen prächtigen Totalen von der ostafrikanischen Wüste kommt der Film keinesfalls als eine ästhetizistische Meditation über Zeit, Raum und Kino daher. Dafür hat die belgische Filmregisseurin Marion Hänsel ... einfach viel zuviel zu erzählen. Vom Auszug eines kompletten Dorfes auf der Suche nach Wasser, von dem Drama zerrissener Familien, von Migration und Fremde."

25. Juli 2007 | ALS DER WIND DEN SAND BERÜHRTE • Kritik • Der Schnitt

Wenn es nur gilt zu überleben, sind große Gefühle wie Stolz, Rache und sogar Liebe Luxus, schreibt Mary Keiser. "Kommentare sind überflüssig, wo viel Dialog künstliche Distanz schaffen würde, nimmt man stattdessen das Geschehen in sich auf. Die Bilder erläutern sich selbst - wenn Shasha ihre Lieblingsziege umarmt und tröstet, ahnt man schon das traurige Ende des Tieres, und auch der langsam steigende Respekt ihres Vaters für sie kommt ohne Worte aus. Regisseurin Marion Hänsel läßt uns durch aussagekräftige Bilder die Ohnmacht der Wandernden nachvollziehen, sei es gegenüber den Naturgewalten oder der Willkür der Stärkeren. Ein Road Movie der kleinen Ansprüche."

20. Juli 2007 | ALS DER WIND DEN SAND BERÜHRTE • Kritik • programmkino.de

Zuweilen erinnert ALS DER WIND DEN SAND BERÜHRTE Marcus Wessel an einen Dokumentarfilm. "Nicht nur das authentische Spiel der Darsteller legt diesen Eindruck nahe, auch Hänsels reduktionistische Ausgestaltung des ebenfalls minimalistischen, bewusst monotonen Plots lässt eine solche Analogie zu. Nur äußerst selten greift sie auf Musik zurück. Ihre Kamera bleibt stets ein unsichtbarer, stiller Beobachter, die den harten Kontrast zwischen der kargen und dennoch faszinierend-schönen Landschaft und den Strapazen der familiären Odyssee einfängt. So fügen sich die einzelnen Teile schließlich zu einem ausgewogenen Afrika-Porträt zusammen, das sich einer Instrumentalisierung als Postkartenmotiv und Katastrophenreportage verweigert."

20. Juli 2007 | ALS DER WIND DEN SAND BERÜHRTE • Kritik • programmkino.de

Thomas Engel sah einen stilistisch radikal reduzierten, auf einem Roman von Marc Durin-Valois basierenden Film, ein Gleichnis für das, was in Afrika geschieht. "Jede Show, alles Nebensächliche ist weggelassen, es wird nur das Wesentliche direkt oder indirekt suggeriert ... Ein ruhiger, leidvoller, aufrüttelnder Film, eine Parabel, die niemand ungerührt lassen kann. Ein formal absichtlich einfach gehaltenes Dokument, jedoch beachtenswert gefilmt und ebenso gespielt."

19. Juni 2007 | ALS DER WIND DEN SAND BERÜHRTE • Kritik • critic.de

Schon kurz nach Beginn des Films hatte Peter Gutting eine Ahnung davon, was diesen Leuten ein paar Jahre nach der Geburt der Tochter blühen wird. Die Filmemacherin "inszeniert Gewalt und Sterben nicht im Stil einer Sozialreportage. Sie zeigt die Verhältnisse, wie sie sind. Aber sie gönnt ihren Figuren einen Tick mehr an Mut und Menschenwürde, als reale Menschen in dieser Situation aufbringen würden. Und sie zeigt die Wüste in all ihren Gegensätzen, als betörend schöne Landschaft und als tödliche Falle. ... Dabei geht die Regisseurin hart an die Grenze der Rührseligkeit, aber nie darüber hinaus. Denn die Charaktere bleiben widersprüchlich."

Weitere Filme, die euch interessieren könnten

Aktueller Stand der Datenbank:
18738 Filme,
72604 Personen,
6594 Trailer,
873 Biographien,
54 Themen & Listen
all: 0,35437