| Regie | Eli Roth |
| Kinostart | 14.06.2007 |
Die drei Freundinnen Beth, Lorna und Whitney denken, ein Wochenendtrip sei eine gute Idee: Ein wenig ausspannen vom Trubel in der Weltstadt Rom ... Das Angebot ihrer neuen Bekannten Axelle klingt verlockend. Also setzen sie sich in den Zug nach Bratislava. Im Hostel finden sie eine wahre Oase vor. Aber bald stellen sie fest, dass dies nur die Fassade einer Todesfabrik ist, in der eine Kundschaft von Elite Hunting ihre düstersten Fantasien wahr werden lässt: Die dekadenten Klienten des Unternehmens zahlen absurde Summen, um Menschen ungestraft foltern und auf möglichst bestialische Weise töten zu können...
Lukas Foerster wusste es schon vorher: Fortsetzungen von Horrorfilmen zeichnen sich selten durch wirklich originelle Abwandlungen der Originalstory aus. "Der Nachfolger gibt sich noch weniger Mühe, psycho- oder handlungslogisch kohärent vorzugehen, endet mit dieser Strategie hier jedoch binnen kurzem in der absoluten Beliebigkeit, da bis zum Schluss nie ganz klar ist, was Eli Roths Protagonistinnen in der Slowakei eigentlich zu finden hoffen. So radikal hedonistisch wie die Jungs aus dem Vorgänger lässt Roth seine Mädchen nicht agieren, allerdings fehlt ihnen auf ihrem Eurotrip eindeutig ein alternatives Projekt."
Peter Uehling entdeckt, dass sich trotz der ähnlichen Anlage die Perspektive des Filmes entscheidend gedreht hat. "Es kommt dann anders, als man denkt - aber interessant ist schon, dass es HOSTEL 2 nicht mehr der ominöse Osten ist, der die Amerikaner abschlachtet, sondern es sind andere Amerikaner, die als Konsumenten den Auftrag geben und zum Henker ihrer Landsleute werden. In Umkehrung gängiger Sequel-Bräuche bleiben die Schauwerte von HOSTEL 2 eher unter denen des ersten Teils."
Daniel Kothenschulte ist über die Zensur der FSK erbost. Der Film kommt in einer 5 Minuten kürzeren Version in die Kinos. "Wenn man explizit die Szene schneidet, in der die Überlebende ihrem Peiniger am Ende die Genitalien abschneidet, dann kastriert man auch den bescheidenen Versuch des Films, sich aus der frauenfeindlichen Grundstimmung des eigenen Genres zu befreien. Auch in der zensierten Fassung ist der Film ab 18 Jahren freigegeben, der Jugendschutz spielt also bei der FSK-Entscheidung keine Rolle (zur Erinnerung: Mel Gibsons nicht weniger voyeuristische PASSION CHRISTI wurde ungeschnitten für 16-Jährige freigegeben). HOSTEL 2 ist wirklich kein Film, für den es sich zu kämpfen lohnt. Gerade deshalb sollte er Anlass sein, die Praxis der FSK in Frage zu stellen."
Die Gesetze des Marktes machten eine Fortsetzung unvermeidlicn, behauptet Hanns-Georg Rodek. "HOSTEL 1 hatte das Zwanzigfache seiner Produktionskosten eingespielt. Auch die Kulturkritik fand Interesse an dem Horrorschocker, erzählte er subkutan doch viel über die Angst der Amerikaner davor, die Festung USA zu verlassen, sowie über die Reduzierung unserer Körper auf ein Objekt, dem man zu Leibe rücken darf, mit dem Messer des Schönheitschirurgen - oder dem des Schlachters."
Einen zum Schreien öden Film sah David Kleingers. "In dem Moment, da Roth in vulgärfreudianischer Manier die Motive der Täter und - im buchstäblichen wie übertragenden Sinne - das Innenleben der Opfer ausbreitet, verrät er die schlichte Stringenz seiner Schauermär. Was bleibt ist eine mühsam als Systemkritik verkleidete Selbstjustiz-Apologie, die ihren Mangel an Spannung durch mal pubertär-alberne, mal schlicht willkürliche und ideologisch fragwürdige Schock- und Ekeleffekte kaschiert."
Laut Thomas Willmann hat es der Regisseur nicht mit dem Mitgefühl, wenn es denn ans Foltern geht. "Eli Roth ist auch in seinem dritten Spielfilm anscheinend immer noch nicht aus der Pubertät raus. Er hat - diese Ferndiagnose erlaube ich mir - nach wie vor ein massiv gestörtes Verhältnis zu Körpern, Leiblichkeit, Sexualität, eine ziemliche Angst vor Frauen; in seinen Folterszenen ist ein ungesunder, schaulustiger Sadismus am Werk. ... In dieser Figurenzeichnung wird zugleich aber auch Roths wohl größtes Problem offensichtlich: Er scheint bisher unfähig, anders zu denken als in Film-Klischees. Sein Universum besteht nur aus Bildern aus zweiter Hand."