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BUONGIORNO, NOTTE - DER FALL ALDO MORO

BUONGIORNO, NOTTE - DER FALL ALDO MORO

Regie Marco Bellocchio
Kinostart 14.06.2007

Kritiken • BUONGIORNO, NOTTE - DER FALL ALDO MORO

15. Juni 2007 | BUONGIORNO, NOTTE - DER FALL ALDO MORO • Kritik • Der Freitag

Für Gerhard Midding gelingt hier das Kunststück einer verständnisvollen Neutralität gegenüber dem, wie es gewesen sein könnte. "Als BUONGIORNO, NOTTE 2003 in die italienischen Kinos kam, löste er heftige Kontroversen aus. Marco Bellocchios Verweigerung von eindeutiger Parteinahmen und Schuldzuweisungen irritierte viele Kommentatoren. Die Zurückhaltung, mit der er sich der traumatischen Episode näherte, schien ihnen unangemessen. Er zeigt weder die Entführung Moros noch seine spätere Hinrichtung; die aufgebahrten Leichen seiner Leibwächter sind nur als Fernsehbilder zu sehen. Mancher war verstört, wie viel Mitgefühl der einst militante Politfilmer Bellocchio für einen konservativen Politiker aufbrachte, der im eigenen Land offenkundig nicht wirklich geschätzt wurde."

14. Juni 2007 | BUONGIORNO, NOTTE - DER FALL ALDO MORO • Kritik • Die Tageszeitung

Das Thema wird ernst, aber mit leichter Hand erzählt, lobt Diedrich Diedrichsen. "Die politischen und historischen Kategorien, die sich hier kreuzen und verwirren, müssen nicht groß entwickelt werden, sie werden als allen Zuschauern hinlänglich bekannt vorausgesetzt: Faschismus, Kommunismus, Bourgeoisie, Proletariat, Widerstand, Geiselerschießung. Die Gewissensqualen der Hauptfigur fließen unmoderiert und leicht verständlich. Sie sind keine Reflexionen, sondern Gefühle. Aber wie alle Gefühle basieren sie auf etwas, was irgendwann mal gedacht wurde und sich wie "verstanden" angefühlt hat."

14. Juni 2007 | BUONGIORNO, NOTTE - DER FALL ALDO MORO • Kritik • Der Tagesspiegel

Für Jan Schulz-Ojala liest sich der Film wie ein melancholisches, zuweilen fast meditatives Epitaph auf die Sinnlosigkeit jener ins Mörderische entglittenen linken Träume. "Eher als Ersatzreligion, ja, als Orden deutet Bellocchio das terroristische Quartett und seine unsichtbaren Unterstützer; und liefert damit, tief in der Ikonografie des Katholizismus wurzelnd, eine verblüffend triftige Metapher für jene Gespensterarmeen der siebziger Jahre."

14. Juni 2007 | BUONGIORNO, NOTTE - DER FALL ALDO MORO • Kritik • Frankfurter Rundschau

Es ist tatsächlich ein Ruck durch die Gesellschaft gegangen, so wie es die Terroristen geplant hatten, meint Sascha Westphal. Der Kritiker gibt eine Inhaltsbeschreibung des Films.

14. Juni 2007 | BUONGIORNO, NOTTE - DER FALL ALDO MORO • Kritik • critic.de

Relativ sachlich ist der Film für Michael Kienzl gehalten. "Über die weit verbreitete Vorgehensweise, politische Ereignisse zu personalisieren, geht Bellocchio hinaus, indem er nicht nur die Wahrnehmung seiner Protagonistin mit einbezieht, sondern sich auch der Unmöglichkeit bewusst ist, Geschichte in ihrer Komplexität einzufangen und sie konsequenterweise abstrahiert. Während dieser Ansatz eindeutig zu den Stärken des Films zählt, führt neben der christlichen Symbolik vor allem die Zitierwut filmischen und musikalischen Materials häufig zu bemüht bedeutungsschweren Szenen, in denen das Archivmaterial von einer pathetischen Aura umgeben wird."

13. Juni 2007 | BUONGIORNO, NOTTE - DER FALL ALDO MORO • Kritik • Berliner Zeitung

Laut Marli Feldvoss verwendet der Regisseur keine im strengen Sinne politische, schon gar keine historisch-korrekte, sondern eine beinahe persönliche fiktionale Erzählform. "Bellocchio führt mit leisen Zwischentönen einen menschlichen Feldzug gegen die Macht der Ideen, sammelt Beweise für die fundamentalistische Verblendung und stellt damit - zwischen den Zeilen - auch erneut die Gewaltfrage. ... Bellocchio versucht hingegen, die pechschwarzen italienischen Nächte wenigstens mit einem psychologischen Zugriff zu erhellen, vernachlässigt dabei aber weiter die brisante Frage, warum in der Wirklichkeit nicht alles Menschenmögliche getan wurde, um Aldo Moros Leben zu retten."

07. Juni 2007 | BUONGIORNO, NOTTE - DER FALL ALDO MORO • Kritik • film-dienst 12/2007

Für Esther Buss verwandelt sich die politische Tragödie zunehmend in ein persönliches Drama. "Die Figur Chiaras kippt schließlich ins Unhistorische, wenn sie einen anderen Ausgang der Entführung imaginiert. Während sie schläft, sitzt Moro zunächst wie ein liebenswürdiger Onkel im Sessel. Später kann er mit ihrer Hilfe sein Versteck verlassen und im Morgengrauen entspannt durch die leere Stadt spazieren. Dass Bellocchio mit dieser privaten und kitschigen Vision in die Falle der Menschlichkeit tappt, lässt die Brisanz seines Themas endgültig in sich zusammenfallen."

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