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DIE TÖCHTER DES CHINESISCHEN GÄRTNERS

DIE TÖCHTER DES CHINESISCHEN GÄRTNERS

Regie Dai Sijie
Kinostart 28.06.2007

Kritiken • DIE TÖCHTER DES CHINESISCHEN GÄRTNERS

28. Juni 2007 | DIE TÖCHTER DES CHINESISCHEN GÄRTNERS • Kritik • Berliner Zeitung

Laut Jan Brachmann will der Film "aufklären und Anteilnahme wecken. Seine Mittel sind jene der Didaktik und der Einfühlung. ... Etwas zu vorhersehbar und steif sind die Szenen hier aneinander gereiht. Nun mag das Statuarische ein Merkmal östlicher Erzählweisen sein. Doch Daï Sijie verfährt hier längst nicht so konsequent wie sein taiwanesischer Kollege Tsai Ming-liang, der 2001 in WHAT TIME IS IT THERE jede Szene mit völlig unbewegter Kamera aufnahm und dadurch Stil bewies. Bei Daï Sijie geht die Kunstanstrengung dieses Mal nicht über das Anliegen der Menschenfreundlichkeit hinaus."

28. Juni 2007 | DIE TÖCHTER DES CHINESISCHEN GÄRTNERS • Kritik • Die Tageszeitung

Dietrich Kuhlbrodt folgt dem Film nur bis zu einem gewissen Grad: "Was er abfeiert - die Zeremonien des Alltags, die Schönheit der Landschaft, die Vitalität der Natur -, entleert seinen Sinn. Der Film wird zum Dekor, vor dem die beiden Frauen nicht minder zeremoniell ihren Körper entdecken, pflegen und einander Liebesdienste erweisen. ... Nein, bei allem guten Willen, ich komme mit der Ästhetik des Films nicht zurecht. Dai Sijie (Buch und Regie) hat vor fünf Jahren in Cannes mit BALZAC UND DIE KLEINE CHINESISCHE SCHNEIDERIN Aufsehen erregt. Doch jetzt reimen sich plakative Sprache und gefühlige Stimmungen nicht. Was bleibt, ist das Zusammenspiel der Frauen."

28. Juni 2007 | DIE TÖCHTER DES CHINESISCHEN GÄRTNERS • Kritik • Der Tagesspiegel

Nadine Lange ist enttäuscht: "Die überschaubare Handlung entfaltet sich in behäbigem Tempo, das dem floralen Gedeihen nachempfunden scheint. Für europäische Augen arg nah am Kitsch siedeln die erotischen Szenen zwischen An und Li. Relevanz erlangt DIE TÖCHTER DES CHINESISCHEN GÄRTNERS vor allem, indem er ein Tabu beleuchtet, das in China nach wie vor gilt – und auch die Produktion des Films beeinflusste."

28. Juni 2007 | DIE TÖCHTER DES CHINESISCHEN GÄRTNERS • Kritik • Frankfurter Rundschau

Die Softcore-Phantasie für Schöngeister bietet laut Sascha Westphal viel Betroffenheitskitsch. "Das klingt nicht nur simpel und schwülstig, das ist es auch. Dai Sijies DIE TÖCHTER DES CHINESISCHEN GÄRTNERS ist zu Film gewordener Poesiealbumskitsch. Daran kann auch das tragische Ende der Geschichte nichts ändern. Im Gegenteil, wenn das Liebespaar schließlich wegen ihrer "krankhaften sexuellen Neigungen" vor Gericht steht, wirkt die Szenerie genauso abgeschmackt wie alles andere zuvor. Ihr drohendes Todesurteil ist auch das des Films."

21. Juni 2007 | DIE TÖCHTER DES CHINESISCHEN GÄRTNERS • Kritik • film-dienst 13/2007

Wie Kathrin Häger bei bei näherem Hinsehen entdeckt, entpuppt sich der Film als Geschichte des paradiesischen Sündenfalls aufgrund weiblich-sexueller Emanzipation. "So stimmig und bildgewaltig die romantische Liebesgeschichte, zu der Sijie durch eine kurze Zeitungsnotiz über die Todesstrafe eines lesbischen Paars inspiriert wurde, in all seiner farbigen Blütenpracht auch sein mag, kann sich die politische Dimension des Films nicht dem Vorwurf einer gewissen Schwarz-Weiß-Malerei entziehen. Zu drastisch und unmittelbar sind die Einbrüche häuslicher und staatlicher Gewalt geraten, sodass der angestrebte Eindruck von Authentizität durch den zwiespältigen Blick auf die ursprüngliche Heimat getrübt wird."

08. Juni 2007 | DIE TÖCHTER DES CHINESISCHEN GÄRTNERS • Kritik • critic.de

Welf Lindner ist unerbittlich: "DIE TÖCHTER DES CHINESISCHEN GÄRTNERS ist ein Film, der Werte wie Natürlichkeit, Freiheit und Individualismus gegenüber den festgefahrenen Bahnen einer rigiden Kulturordnung verteidigt, selbst jedoch nur den ausgetretenen Pfaden der (Film-)Kultur folgt, anstatt eigene Schneisen zu schlagen. Bildinszenierungen, die zu Formel- und Klischeehaftigkeit neigen, durchziehen das Werk – sehr zum Leidwesen des Zuschauers, der sich, trotz aller Opulenz der Bilder, des Eindrucks nicht erwehren kann, all dies irgendwie schon mal gesehen zu haben."

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