| Regie | Kevin Smith |
| Kinostart | 12.07.2007 |
Der Film überzeugt Martin Schwickert "mit schlagfertigen Dialogen und derbem Humor, der die Grenzen des guten Geschmacks gezielt aus den Augen verliert. Weniger gelungen wirkt jedoch die Rahmenhandlung, in der die Etablierungsängste der Mittdreißiger und die Konflikte um Freundschaft, Loyalität und Erwachsenwerden allzu konventionell verhandelt werden. Dass die beiden am Ende den "Quick-Stop"-Laden wiedereröffnen, ist ein fauler Kompromiss, der das nostalgische Regressionsbedürfnis bedient und gleichzeitig die Integration der selbst ernannten Vorstadt-Outlaws besiegelt."
CLERKS 2 enthält alle Smith-Zutaten, stellt Thomas Klein fest: "Die ausladenden Popkultur-Diskussionen, die Anzüglichkeiten (Randal will seinem Freund zum Abschied eine professionelle Tiersex-Show schenken), und auch Jay und Silent Bob, die netten Dealer vor der Tür. Aber Kevin Smith ist inzwischen verheiratet und Vater; er ist reifer geworden - im Kern geht es in diesem Film um die Sinn- und Identitätskrisen alt gewordener Slacker. ... Damit gelingt Smith, trotz eher statischer Kamera und langer Dialoge, ein erstaunlich erwachsener Film. Lebenshilfe für die Nische."
Der Film ist lustig, auch wenn er den Kultstatus des ersten Teil nicht erreicht, meint Bert Rebhandl. "Das Sequel zu CLERKS kommt vielleicht ein wenig unvermutet, es entwickelt seinen Charme aber gerade daraus, dass es sich um einen in jeder Hinsicht deplatzierten Film handelt: Unter der produzierenden Aufsicht der Weinstein Company wird strikt an der Low-Budget-Ästhetik von damals festgehalten, diese wirkt nun aber aufgesetzt und führt zu einer surrealen Stimmung. Sie wird verstärkt durch Kurzauftritte von Stars wie Ben Affleck, und eine sehr abgefahrene Erotik-Show, die eigentlich jeder Zweisamkeit abträglich sein sollte."
Witz und Hinterlist hat Michael Kohler ausgemacht. "Wie seine beiden Tunichtgute hat auch Kevin Smith, der wieder als stiller Teil von Jay und Silent Bob auftritt, allen Verlockungen widerstanden und seinen Stil im Wesentlichen beibehalten. CLERKS 2 enthält allenfalls Spurenelemente einer klassischen Geschichte, dafür aber umso mehr schmutzige Witze und hinterlistige Freveleien. Wieder einmal werden sexuelle Vorlieben erörtert, Kriege zwischen verschiedenen Fangruppen angezettelt, und es wird gegen den Stachel des politisch Korrekten gelöckt, dass es eine Freude ist."
Zoten und Idioten sah Andreas Borcholte: Der Film wurde vom Zeitgeist überholt. "Viel mehr als halbwegs gewitzte Dialoge an der Ladentheke in einem tristen Vorort irgendwo in New Jersey inklusive derselben Charaktere wie damals sind Smith nicht eingefallen. ... Scheint, als hätte sich Smith ganz gut eingerichtet im Provinz-Mief von New Jersey und in seiner Rolle als ehemaliges Wunderkind des Independent-Kinos, das genug Geld verdient, um damit zu machen, was ihm gefällt."
Als wesentlich erwachsenerer schätzt Michael Meyns diesen Nachfolger-Film ein. "Diese bisweilen vorhandene erwachsenere Haltung sorgt letztlich dafür, dass CLERKS 2 mehr ist als nur ein platter Aufguss eines alten Konzepts. Die extrem unverblümte, oft vulgäre Sprache wird Smith zwar keine neuen Fans zuführen, alle die, die mit Clerks und anderen Smith-Filmen aufgewachsen und eben auch älter geworden sind, werden an der Fortsetzung viel (auch nostalgischen) Spaß haben."
Hauptsächlich lebt der Film vom Dialog, dem nichts, absolut nichts heilig ist, meint Thomas Engel. "Er ist plapperhaft, umgangssprachlich, entfesselt, rassistisch, provokativ – alles absichtlich ironisch, grell. Es geht um Freundschaft, Liebe, Sex ... Es gibt eine Fan-Gemeinde – diejenigen, die das Clerks-Sequel unbedingt sehen und die Fortentwicklung beurteilen wollen, sowie diejenigen, die sich an dieser Form von Humor verlustieren. Für sie hat der Film einen Sinn."
Schien der erste Teil erfrischend improvisiert, wirkt der zweite unstimmig inszeniert, kritisiert Birte Lüdeking. "CLERKS II verfügt über eine Reihe von witzigen Schlagabtauschen und Szenen, es mangelt ihm aber insgesamt an Tempo. Während im Original das Lebensmittelgeschäft und die Videothek fast ununterbrochen von schrägen und nervtötenden Kunden heimgesucht wurden, herrscht in dem zentralen Schauplatz der Burger-Bude dagegen eine verhältnismäßig geringe Besucher- und somit Humorfrequenz. Da bildet das eher putzige als anstößige "Interspecies Erotica" eine willkommene Ausnahme und setzt erstaunlicherweise eins der raren komödiantischen Highlights."