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CONTROL

CONTROL

Regie Anton Corbijn
Kinostart 10.01.2008

Kritiken • CONTROL

10. Januar 2008 | CONTROL • Kritik • Der Spiegel

Christian Buß sah ein bildmächtiges Rätsel in Schwarzweiß - mit vielen raffinierten Zwischentönen. "Chaos und Kontrolle, das waren die beiden Pole, zwischen denen sich Ian Curtis bewegte. Corbijn verzichtet für seinen Film glücklicherweise die meiste Zeit darauf, Drogenexzesse, Groupie-Eskapaden und andere Rockstarklischees mit wackelnder Handkamera einen quasi-authentischen Anstrich zu geben. Stattdessen fängt er mit nüchterner Stilisierung das karge, kleinbürgerliche Ambiente zwischen Macclesfield und Manchester ein, in dem sich der Künstler bewegte."

10. Januar 2008 | CONTROL • Kritik • Berliner Zeitung

Jens Balzer sieht nach Sichtung des Films keinen Grund zur Melancholie. "Akribisch, manchmal ermüdend, zeichnet [der Regisseur] das Hin und Her seines Helden zwischen Musik und Familie, Frau und Geliebter nach ... Ian selbst (unerhärt intensiv, insbesondere in den live eingespielten Konzertszenen geradezu beklemmend naturgetreu gespielt von dem jungen Sam Riley) bleibt dem Betrachter dabei ebenso fremd, wie er es auch seiner Frau damals wohl gewesen ist. Warum man sich für diese Fremdheit interessieren soll, wird durch den Film aber leider nicht klar. Dazu bleiben Curtis' Konturen als Künstler zu unscharf: Bei aller Detailversessenheit, die Corbijn an den Tag legt, ist es ausgerechnet der ästhetische Kontext, in dem die Musik von Joy Division entstand, der in "Control" nicht vorkommt."

10. Januar 2008 | CONTROL • Kritik • Berliner Zeitung

Knut Elstermann spricht mit Regisseur Anton Corbijn über sein Regiedebüt und den Sänger Ian Curtis.

10. Januar 2008 | CONTROL • Kritik • Der Tagesspiegel

Für Nadine Lange demonstriert der Regisseur seine Meisterschaft im Umgang mit Schwarz-Weiß-Ästhetik. "So sind die Bandaufnahmen mit klassischer Präzision kadriert, und die Tristesse von Ian Curtis’ Backsteinreihenhaus-Heimatstadt Macclesfield wird in wenigen Einstellungen fühlbar. Ebenso überzeugend ist die Porträtierung des Sängers gelungen, dessen letzte Lebensjahre der Film, basierend auf den Erinnerungen seiner Frau Debbie, nachzeichnet. Curtis verdüstert sich immer mehr. Sieht man ihn zu Beginn mit freiem Oberkörper rauchend in seinem Jugendzimmer David- Bowie-Platten hören, werden Kleidung und Blick im Verlauf der zwei Stunden immer finsterer."

10. Januar 2008 | CONTROL • Kritik • Frankfurter Rundschau

Schwarzweiß wie deren Musik, viel Schattenspiel, Grautonmagie sah Udo Feist. "Corbijn erzählt Curtis kurzes Leben in seinem Spielfilmdebut über volle zwei Stunden, die trotz so viel Seelenqual verstörend kurzweilig sind, kurzum: fesseln. Ohne Videoclip-Fisimatenten, auch auf Expressionismen verzichtet er, wiewohl er sie meisterlich beherrscht (man schaue sich Nirvanas "Heart-Shaped Box" oder sein Joy Division-Video "Atmosphere" von 1988 an). Er vertraut der Dynamik der Geschichte, die er nüchtern, geradezu minimalistisch in wunderbare Bilder fasst als Folge zwingender Stillleben, deren Notwendigkeit in den Bann zieht wie Joy-Division-Songs."

10. Januar 2008 | CONTROL • Kritik • Neues Deutschland

Michael Saager könnte sich "hervorragend verlieren im abgründigen Sound von Joy Division – in diesen fragmentarischen Erzählungen mal kantig klaustrophobischer, mal stark verräumlichter, jedoch stets lebensfeindlich schlaffer Schönheit. Ein bisschen mystisch ist es schon: Beinahe alle Songs scheinen tatsächlich geradewegs in die Erde oder den Himmel zu führen."

10. Januar 2008 | CONTROL • Kritik • Jungle World

Johannes Bonke erzählt der Regisseur einiges über den Anfang seiner Karriere als Dokumentarist des Pop.

09. Januar 2008 | CONTROL • Kritik • Die Tageszeitung

Für Andreas Busche ist der Film eine zwiespältige Angelegenheit. "So schön Corbijn mit seinen Bildern auch das "Joy-Division-Gefühl" der Platten zu emulieren versteht, man vermisst in CONTROL das Spezifische, das die Geschichte Ian Curtis erzählenswert macht - ganz abgesehen von so etwas wie einer künstlerischen Vision, die über die bedrückende Traurigkeit in Curtis Leben hinausweist. Wenigstens gibt Corbijn nicht dem Impuls nach, das Leben seiner Hauptfigur nach herkömmlichen Mustern zu psychologisieren. Curtis bleibt dem Zuschauer bis zum Ende so fremd, wie er auch seiner Frau (gespielt von Samantha Morton) zeitlebens fremd geblieben ist."

06. Januar 2008 | CONTROL • Kritik • telepolis.de

Post-Punk a la Carte hat Rüdiger Suchsland gesehen. "Die Ästhetik ist streng und auf ihre Weise einzigartig. Äußerst wirkungsvoll wird das grobkörnige Schwarzweiß. Es wirkt wie direkt aus den Spätsiebzigern genommen - David Lynchs ERASERHEAD ist eine offenkundige Referenz - und ruft doch die Schönheit älterer Filme ins Gedächtnis, zeigt, dass man solche eleganten Kinobilder auch heute machen kann und weckt damit die Hoffnung, dass man sie auch öfters machen wird. Es erinnert an alte Fotografien, noch mehr vielleicht an Bilder der 40er, 50er und 60er Jahre als an jene der späten 70er. Es erinnert auch an die Filme des sozialrealistischen britischen "Free Cinema" der 60er. Großartig fängt Corbijn die Atmosphäre des Alltags der britischen Unterschicht ein - ohne Nostalgie, voller Tristesse, und gerade darin schön."

06. Dezember 2007 | CONTROL • Kritik • critic.de

Birte Lüdeking ist begeistert von den mitreißend gefilmten Konzertsequenzen, die dem Original erstaunlich nah kommen. "Größter Schwachpunkt von CONTROL sind manche Dialogpassagen. Sobald Curtis mit seiner Geliebten plaudert, rosamunde-pilchert es schon mal ... Die Stärke von Anton Corbijns Kinodebüt liegt in seiner kargen und dennoch feinfühligen Nüchternheit, die auf den ersten Blick den ausschweifenden Drogenexzessen der abgelichteten Ära gar nicht angemessen scheint. Man könnte ihn als Cold-Wave-Film bezeichnen."

07. November 2007 | CONTROL • Kritik • programmkino.de

Einen bemerkenswert subtilen, zurückgenommenen Film sah Michael Meyns.
"Über weite Strecken gelingt es Corbijn ausschließlich über die Bilder zu erzählen, die gleichzeitig von großer Perfektion sind, ihre Qualität aber nie ausstellen. Die Zerrissenheit von Curtis Charakter, der unter Epilepsie litt, ein oft unangenehmer Kontrollfreak war und zwischen konservativem Leben in der Kleinstadt und Rock 'n' Roll Exzessen hin und her gerissen war, erschließt sich auf subtile Weise. Erst mit der von Alexandra Maria Lara gespielten belgischen Journalistin Annik Honoré, die Curtis Geliebte war, verfällt der Film in die plakativen Dialoge, die er bis dahin vermieden hat."

04. Oktober 2007 | CONTROL • Kritik • kino-zeit.de

Monika Sandmann bezeichnet den Film als ein von Mythen befreites, alle Brüche aufnehmendes Portrait eines Ausnahmetalents der 70er Jahre. "Die energiegeladene, kraftvolle Musik mit ihren depressiv-melancholischen Texten, die schwarz-weiß Ästhetik, die das Lebensgefühl des Auf- und Umbruchs im tristen Manchester einfängt und die hinreißenden Darsteller machen CONTROL zu einem coolen Meisterwerk."

24. Mai 2007 | CONTROL • Kritik • artechock.de

Überaus stilbewußt und -sicher in grobkörnigen, ausgeblichenen Schwarzweißbildern wird die Geschichte laut Rüdiger Suchsland erzählt. "Nichts wissen muss man aber um die Genauigkeit dieses Zeitgeist-Portraits wahrzunehmen, um zu fühlen, wie traurig diese Geschichte ist, und zugleich wie zwingend erzählt. Schlechthin umwerfend ist dabei die Leistung von Sam Riley, der als Debütant in der Titelrolle gleich wie ein geborener Rockstar wirkt, charismatisch und voll lodernder Intensität."

19. Mai 2007 | CONTROL • Kritik • Der Spiegel

Viele prachtvoll eitle Bilder sammelt der Regisseur, meint Wolfgang Höbel. "Angeblich geht es in CONTROL um das Leben des Musikers Ian Curtis, der in Manchester aufwuchs, mit der Band Joy Division ein paar großartige Lieder aufnahm und sich 1980 mit 23 Jahren umbrachte. In Wahrheit geht es in diesem Film um nichts. Man sieht nur typische, total erwartbare Corbijn-Bilder. ... Der Film ist ein einziges (nicht mal echt musikbegeistertes) Gepose."

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