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EIN MUTIGER WEG

EIN MUTIGER WEG

Regie Michael Winterbottom
Kinostart 13.09.2007

Kritiken • EIN MUTIGER WEG

14. September 2007 | EIN MUTIGER WEG • Kritik • Die Zeit

Für Elisabeth Knoblauch gelingt dem Regisseur eine rasante Dokumentation über die Wirrungen und Hoffnungen dieser intensiven Tage. "Zudem ist der Film ein großartiges Stadtporträt. ... Die chaotische, laute, unübersichtliche Atmosphäre Karatschis hat er mit großenteils durch Handkamera eingespielte Szenen eingefangen. Das intensive Gefühl der Nähe, der auf- und zur gleichen Zeit undurchdringlichen Stadt ist teilweise so real, dass man das Gefühl hat, dort zu sein. Und sich gleichzeitig wünscht, man wäre es nicht. Wer sich auf Karatschi einlässt muss an mehr interessiert sein als an einer schnellen Geschichte."

13. September 2007 | EIN MUTIGER WEG • Kritik • Der Tagesspiegel

Für Jan Schulz-Ojala beschreitet der Regisseur völlig neue Wege - ohne vom alten abzukommen. "Sichtbar wird dabei, dass ein paar Monate nach 9/11 die pure US-Staatsbürgerschaft Pearls den Entführern als Mordmotiv genügte; sichtbar aber auch, dass die pakistanischen Behörden vor Folter nicht zurückschrecken. Längst wird hier ein Krieg geführt – von allen Seiten. Darüber hinaus aber bietet EIN MUTIGER WEG ... wenig Erkenntnisgewinn. Im Gegenteil: Eher peitscht er sein Publikum dazu auf, Folter für die gute Sache gutzuheißen. Und darf man den beruhigenden Hinweis, der Mörder Pearls sitze inzwischen in Guantanamo ein, als politische Kehrtwendung verstehen?"

13. September 2007 | EIN MUTIGER WEG • Kritik • Neue Züricher Zeitung

Für Susanne Ostwald krankt der Film an den gleichen Gebrechen wie sein Vorgänger ROAD TO GUATANAMO: zu viel hehre Absicht, zu wenig Erkenntnisgewinn. "Dabei hat EIN MUTIGER WEG durchaus gestalterische Stärken, insbesondere in der Art, wie er die pakistanische Metropole Karachi als undurchdringlichen und bedrohlichen Moloch darstellt, in dem die Ermittler nach dem entführten Daniel Pearl fahnden wie nach der Nadel im Heuhaufen. Unruhige Aufnahmen mit der Handkamera, in unruhiger Folge aneinandergeschnitten, resultieren tatsächlich in einem Gefühl der Beunruhigung darüber, dass im Untergrund dieser Stadt unkontrollierbare Mächte wirken."

13. September 2007 | EIN MUTIGER WEG • Kritik • Der Spiegel

Dass Angelina Jolie nun die Rolle der Marianne Pearl übernommen hat, zeugt verstärkt vom Willen, aus der synthetischen Welt Hollywoods auszubrechen, meint Bert Rebhandl. "EIN MUTIGER WEG handelt in erster Linie von Kommunikation - zwischen den vielen zuständigen Stellen, zwischen Angehörigen und Geiselnehmern, zwischen Pakistan und den USA - und von der Präsenz eines weiblichen Megastars. Bei all dem bleibt der Film doch unbefriedigend ... EIN MUTIGER WEG bleibt in seiner indirekten Erzählform dann in erster Linie ein Starvehikel mit positivem Schlussakkord: Trost und Trauerarbeit lassen in den Hintergrund treten, was mit Daniel Pearl tatsächlich geschah."

12. September 2007 | EIN MUTIGER WEG • Kritik • Berliner Zeitung

Sachlich und ohne Sensationsvoyeurismus erzählt EIN MUTIGER WEG die Geschichte von Mariane Pearl, schreibt Sabine Vogel. "Dennoch hätte man sich etwas differenziertere Einblicke von einem so politisch engagierten Filmemacher wie Michael Winterbottom gewünscht. Aber nun hat Jolies Gatte Brad Pitt den Film mitproduziert und die Erforschung von Motiven und Hintergründen der Terroristen ist sein Anliegen offenbar nicht. So bleibt die Perspektive eindimensional aus amerikanischer Sicht und ungebrochen auf Mariane/Angelina Jolie beschränkt. Das ist, da man den Ausgang der Geschichte ja kennt, dann trotz speediger Schnittfolgen und Winterbottom'scher Unmittelbarkeitstricks doch irgendwie langweilig."

12. September 2007 | EIN MUTIGER WEG • Kritik • Die Tageszeitung

Tobias Rapp sah einen Angelina Jolie-Film. "Jolies Idee des Stars als Weltstar ist ja nicht nur, überall auf der Welt ein Star zu sein, sondern auch eine Familie zu haben, die sich aus Kindern aus allen Kontinenten zusammensetzt. Für EIN MUTIGER WEG geht sie noch einen Schritt weiter: Auch sie selbst, als weiße Amerikanerin, kann die ganze Welt sein. In diesem Fall eine halbkubanische, leicht dunkelhäutige Französin. Inklusive Dialekt. ... Als wäre das nicht schon larger than life genug, sind die großen Szenen natürlich die Mutter-Szenen, wenn sie scheinbar nebenbei über ihren Bauch streichelt oder mit vollem Körpereinsatz ihren Sohn zur Welt bringt."

08. August 2007 | EIN MUTIGER WEG • Kritik • programmkino.de

Ein nüchternes, ungemein faktenorientiertes Nachrichtendrama sah Marcus Wessel. "Auch wenn EIN MUTIGER WEG im Gegensatz zu dem gleichsam sachlichen und im Tonfall ähnlich ausweglosen Polit-Thriller SYRIANA lediglich eine und nicht gleich vier Geschichten zu erzählen hat, kommt Winterbottoms Film nicht weniger komplex daher. Das von den Ermittlern in Form einer überdimensionalen Wandzeichnung festgehaltene Geflecht aus ständig neuen Spuren, Namen und Hinweisen wuchert wie ein außer Kontrolle geratener Tumor, bei dem jede Übersicht fast selbstverständlich früher oder später verloren gehen muss."

24. Mai 2007 | EIN MUTIGER WEG • Kritik • artechock.de

Rüdiger Suchsland fand den Filmüberaus anstrengend. Ästhetisch gesehen. Er "mag die Art wie Winterbottom Tempo macht, wie er schneidet, und der Film hat wunderbar dichte Momente, tolle Szenen. ... Aber alles dies wird überlagert von der Hauptdarstellerin. Wenn sie - nicht ein- oder zwei- sondern dreimal - ein Schaumbad nimmt, und sich den schwangeren Bauch streichelt, wenn sie mehrfach beim buddhistischen Gebet gezeigt wird, verschmelzen Charakter und Star, erleben wir die Invasion des Boulevard-Glamour-Stars in den Film und über dessen Anliegen."

23. Mai 2007 | EIN MUTIGER WEG • Kritik • Neue Züricher Zeitung

Martin Walder schreibt über die Hauptdarstellerin: Angelina Jolie. Sie ist "stark, präsent, voller Energie, aber halt immer Angelina Jolie mit ihrem einen Angelina-Jolie-Gesicht, herausgeputzt, effektvoll im Licht. Eine Gratwanderung zwischen Starvehikel und Dokudrama ist dieser Film - sagen wir: mit Anstand gemeistert.

21. Mai 2007 | EIN MUTIGER WEG • Kritik • Der Spiegel

Der Film erzählt die Horrorstory im Stil eines Dokudramas, schreibt Wolfgang Höbel. "In Winterbottoms Film wuseln dauernd Autos und Busse durch die pakistanische Großstadt, es werden Verdächtige verhaftet und gefoltert und Verschwörungs-Diagramme gezeichnet, dazwischen umarmt sich das Reporterpaar in kurzen Erinnerungs-Flashbacks. Doch die mit Abstand erschütterndste Szene ist jene, in der die von Jolie als tapfere Kämpferin gespielte Frau erfährt, dass "Danny es nicht geschafft hat", wie es der Überbringer der Todesnachricht ausdrückt. Jolie brüllt aus vollem Hals, dass einem das Blut in den Adern gefriert, und wenn am Ende des Films das Baby geboren wird, ist nahezu der gleiche Schrei noch einmal zu hören."

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