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SICKO

SICKO

Regie Michael Moore
Kinostart 11.10.2007

Kritiken • SICKO

11. Oktober 2007 | SICKO • Kritik • Der Spiegel

Der Berserker des Dokumentarfilms schwächelt, findet Birgit Glombitza. "Anders als sonst begleitet keine Kontroverse den Film, kein Verleih bekommt hier kalte Füße. Und der Wind, der Moore ins Gesicht bläst, ist nur jener vor der Küste Guantanamos, wo er mit einem Trupp Kranker um kostenlose Behandlung bittet. Schließlich werbe die Führung des Lagers damit, dass hier alle Gefangenen ärztlich versorgt würden."

11. Oktober 2007 | SICKO • Kritik • Berliner Zeitung

Für Anke Westphal ist SICKO "ein bitterer Film und weniger hysterisch als seine Vorgänger, sensibler im Ton - die Einzelschicksale erfordern das auch. Dass Michael Moore seit einiger Zeit wegen seiner Eitelkeit und Effektbesessenheit in der Kritik steht, ändert nichts an den Tatsachen, die er geißelt. Aber auch in SICKO produziert Moore sich fragwürdig, wenn er Donna, Larry und ein paar Leute, die in Folge der Anschläge vom 11. September 2001 chronisch erkrankten und von den Versicherungen geprellt werden, auf ein Boot lädt und nach Guantanamo Bay bringt."

11. Oktober 2007 | SICKO • Kritik • Die Tageszeitung

Wieder ist das Dokumentarische bloß Nebenprodukt der Polemik, stellt Bert Rebhandl fest. "SICKO kümmert sich nicht um die Unterschiede zwischen Selbstironie und kalkulierter Naivität, zwischen "dumm sein" und "sich dumm stellen". Das liegt ganz einfach daran, dass der Kalauer das Genre dieses Films ist. Was an Dokumentarischem noch mitgeliefert wird, stellt den USA kein gutes Zeugnis aus, die Polemik drumherum verfestigt aber eher die ideologischen Fronten, auch wenn Michael Moore sicher das Gegenteil im Sinn hatte: eine paradoxe Intervention."

11. Oktober 2007 | SICKO • Kritik • Frankfurter Rundschau

Die Dokumentation hat laut Daniel Kothenschulte viel von einem Spielfilm. "Mit einer klaren Akt-Einteilung und einem ausgeprägten Sinn fürs Melodram ist er sogar der italienischen Oper näher verwandt als einem typischen Stück "cinema verité". Wie Puccini in "La Bohème" orchestriert er in vollen Tönen den Zusammenhang zwischen Armut und verkürzter Lebenserwartung. Tränen vor der Kamera sind ein Tabu im seriösen Dokumentarfilm - Moore jedoch bricht es früh, denn was er zu sagen hat, ist in der Tat zum Heulen. ... Ästhetisch erwacht mit dieser Kritik eine schöne Filmform zu neuem Leben, die mit ihr auch einmal ausgestorben schien: Die emphatisch-humanistische Filmpropaganda."

11. Oktober 2007 | SICKO • Kritik • Neue Züricher Zeitung

Für Susanne Ostwald krankt SICKO an Michael Moores chronischem Robin-Hood-Syndrom. " Moore zielt, und das ist freilich sein gutes Recht, wiederum auf maximale Wirkung ab, und dazu ist ihm, wie bereits in seinen früheren propagandistischen Dokutainment-Filmen, jedes Mittel recht. Er setzt ganz auf die Emotionalisierung seines Themas, das sich hierfür besonders gut anbietet, doch fühlt man sich angesichts der in Strömen über die Leinwand fliessenden Tränen der Betroffenen bald sehr unangenehm berührt ... Da Moore seinem aufklärerischen Impetus zum Trotz in erster Linie unterhalten will, mangelt es auch in diesem Film nicht an klamaukigen Einlagen."

11. Oktober 2007 | SICKO • Kritik • artechock.de

Eine klassische Michael-Moore-Dokuentation sah Rüdiger Suchsland. "Hart am Rande des Agitprop bietet Moore wieder ein Stück Gegenpropaganda gegen den Mainstream, der mitunter in Gefahr ist, selbst Mainstream zu werden, der in seiner tendenziösen, plumpen, offen pamphletistischen Form selbst ein Kind des Zeitgeists der Epoche des "Trash-TV" ist. Vor allem Moores Sendungsbewusstsein macht misstrauisch, seine Aufspaltung der Welt in Gut und Böse, die ihn seinem Intimfeind George W. Bush manchmal erschreckend ähnlich werden lassen."

11. Oktober 2007 | SICKO • Kritik • Die Zeit

Für Inge Kutter krankt der Film an seiner Polemik. "Moores Engagement ist löblich und sein Regietalent steht außer Frage. Leider aber walzt er sogar jede im Ansatz witzige Anspielung breit, und selbst seine Ironie kommt durchs Megaphon. SICKO ist intelligent gemacht – geistreich ist er nicht."

09. Oktober 2007 | SICKO • Kritik • Der Tagesspiegel

Wie viel Eitelkeit verträgt die Moral, fragt Christiane Peitz. "SICKO kommt weit weniger egomanisch daher als FAHRENHEIT 9/11. Moore wirbt für die schlichte Wahrheit, dass ein staatliches Gesundheitssystem besser ist als ein privates, nennt marode Verhältnisse beim Namen und setzt auf das Staunen als erste Bürgerpflicht. ... In SICKO geht er auf Reisen und bewundert das staatliche Gesundheits-, Sozial- und Bildungssystem in Kanada, Großbritannien oder Frankreich. Okay, er beschönigt. Aber er tut es, um den 80 Prozent der Amerikaner, die nicht mal einen Pass haben, zu bedeuten: Macht euch selbst ein Bild, schaut euch um, ihr habt die Wahl! Geht nach Kanada zum Arzt!"

08. Oktober 2007 | SICKO • Kritik • kino-zeit.de

Einen typischen Michael Moore-Film sah Joachim Kurz. "Bissig, sarkastisch und gnadenlos subjektiv. Auch sein neuestes Werk ist nur dem äußeren Schein nach Dokumentarfilm, wieder einmal nutzt Moore das Medium viel eher dazu, das amerikanische System in all seinen Ausprägungen zu hinterfragen und der Stachel im Fleisch der großen Nation zu sein ... Man mag die Fakten bezweifeln, mag sich an der polemischen, oft satirisch zugespitzten Darstellungsweise, an den Lobliedern auf das französische und englische Gesundheitssystem stören und an der Selbstverliebtheit des beleibten Filmemachers stoßen. ... Doch das alles ändert nichts daran, dass man Michael Moore einfach nicht mehr ignorieren kann."

04. Oktober 2007 | SICKO • Kritik • Die Zeit

Bei Thomas Assheuer bleibt trotz allem ein Zweifel an der Wahrheitsliebe des Regisseurs. "Man weiß nicht, wie repräsentativ die Fälle sind, die Moore bei der Vivisektion des US-Gesundheitssystems präsentiert. Doch was der Zuschauer zu sehen bekommt, ist unendlich traurig und verweist auf einen Überlebenskampf, dessen Erbarmungslosigkeit einer so reichen Nation unwürdig ist. ... Kurzum, SICKO ist eine große Anklage gegen unterlassene Hilfeleistung, gegen all die pathologischen Schändlichkeiten, die entstehen, wenn öffentliche Güter für ein Geschäft auf Leben und Tod schamlos privatisiert werden."

10. August 2007 | SICKO • Kritik • critic.de

Populist, der er ist, holt sich Moore grundsätzlich Themen vor die Linse, die seinen Landsleuten laut Umfragen am akutesten unter den Nägeln brennen, meint Birte Lüdeking. "Als Zuschauer von Sicko tut man sich deshalb vermutlich einen Gefallen, das Gezeigte mehr als kurzweiliges Vergnügen denn als verlässlichen Tatsachenbericht zu betrachten. Trotz trauernder Angehöriger, die wie in COLUMBINE und FAHRENHEIT dazu gebracht werden, Tränen in Nahaufnahmen zu vergießen, ist Moores Keule gegen das US-Gesundheitssystem in erster Linie unterhaltsam und weniger aufrüttelnd oder aufklärend. Komplexe Hintergründe oder differenzierte Zusammenhänge blendet er fast vollkommen aus."

03. August 2007 | SICKO • Kritik • programmkino.de

Trotz aller Kritik ist der Regisseur für Sascha Rettig "auch hier immer noch ein verdammt pointierter Erzähler, ein Entertainer, dessen Filme die Zuschauer schneller am Haken haben, als sie "Krankenkasse" sagen können. "Der satirische Propagandist Moore zielt dahin, wo es auch der sehr patriotischen amerikanischen Seele weh tut – und trifft auch mit SICKO ganz empfindlich."

06. Juli 2007 | SICKO • Kritik • Neue Züricher Zeitung

Laut Andrea Köhler mögen (fast) alle SICKO. "In SICKO hat sich Moore jenem System gewidmet, in dem der amerikanische Raubtierkapitalismus seine unbarmherzigste Seite zeigt. Wohl weil über den desaströsen Zustand des Gesundheitssystems weitgehend Einigkeit herrscht, ist der Film in den Medien fast einhellig wohlwollend aufgenommen worden. Sogar der rechtspopulistische Sender Fox-News bescheinigte Moore, ein "brillantes und reifes Werk" abgeliefert zu haben."

02. Juli 2007 | SICKO • Kritik • Die Tageszeitung

Für A. Woltersdorf ist SICKO "eine verstörende und aufwühlende Reise durch das Gesundheitssystem der USA. ... Damit es schön kracht und klotzt, hat Moore, jeglicher Subtilitäten unverdächtig, ein erfahrenes Team politischer Strategen aus den Wahlkämpfen von John Kerry und Al Gore angeheuert. Deren Job ist es, PR-Aktionen zu erfinden - und Moore für die zu erwartenden Attacken seitens der Pharma- und Gesundheitsindustrie zu wappnen."

29. Juni 2007 | SICKO • Kritik • Neue Züricher Zeitung

Laut Alexandra Stäheli sind Michael Moores Dokumentarfilme ein sehr amerikanisches Phänomen. "Es mag vielleicht daran liegen, dass der auf Überreden (und nicht auf Überzeugen) zielende Thesenjournalismus in den USA eine längere Tradition hat als bei uns. Jedenfalls setzt sich Michael Moore in seinen Filmen über das umständliche und jegliche Dramatik nur behindernde journalistische Handwerk amüsiert hinweg, um seine Zuschauer in zuweilen fast surrealen Montagen und mit ganz ähnlichen propagandistischen Mitteln wie die von den frühen bolschewistisch-russischen Filmemachern verwendeten zu traktieren."

25. Mai 2007 | SICKO • Kritik • Der Freitag

Mehr Entertainment als Information, mehr Polemik als Diskussion und das Ganze durch grobe Vereinfachung komplexer Zusammenhänge ist SICKO für Barbara Schweizerhof. "Wie gehabt benutzt er Menschenschicksale als bloße Stichwortlieferanten, schneidet unkonzentriert, aber immer um den Witz bemüht zwischen dem Demokratie-Experten und einer weinenden Mutter hin und her, garniert seine eigenen Aussagen dumm-illustrativ mit dem endlosen Füllstoff amerikanischer Archivbilder aus den Fünfzigern und stellt nie eine Frage, die seiner Argumentation widersprechen könnte. ... So populistisch, dass von diesem Film sogar tatsächlich die Gefahr ausgehen könnte, dass er etwas bewirkt."

25. Mai 2007 | SICKO • Kritik • Der Freitag

Sein Unbehagen formuliert Georg Seeßlen: Der politische Dokumentarfilm muss sich nach Michael Moore neu erfinden, um seine Würde zu bewahren. "Der Moorismus funktioniert zunächst nach sehr einfachen Prinzipien: Es hilft nur Entertainment wo Entertainment herrscht. Auf grobe Verhältnisse muss mit groben Mitteln reagiert werden. Und die satirische Polemik darf mehr oder weniger alles. Eine Zeit lang konnte man sich das durchaus gefallen lassen ... Langsam aber wird es Zeit, sich Gedanken darüber zu machen, welcher Preis dafür entrichtet wurde."

23. Mai 2007 | SICKO • Kritik • Neue Züricher Zeitung

Für Martin Walder ist SICKO ein "hundertprozentiger Michael Moore, lustig und pathetisch, brisant und ironisch clownesk. Aufrüttelnd und manipulativ jongliert er als Erzählonkel zwischen abstrakten Facts and Figures und konkreten Tränen von Betroffenen."

22. Mai 2007 | SICKO • Kritik • Frankfurter Rundschau

Der Mittelteil des Films enthält einige wenige Moore-typische Montagen von furiosem Agitprop, schreibt Daniel Kothenschulte. "Wieder sind viele Szenen sichtbar nachgedreht, Dialoge eingefügt - meist um Späße einzufügen, die Moore erst im Nachhinein eingefallen sind. Wie das im Leben ja meistens so ist. Und wieder macht das die Sache, für die er kämpft, dadurch kein bisschen weniger berechtigt. Aber was ihr deutlich schadet, ist die hemmungslose Schwarzweißmalerei."

22. Mai 2007 | SICKO • Kritik • Neues Deutschland

Was zunächst als sehr amerikanisches Problem erscheint, weitet sich zu einem Bild der neo-liberalen Entsolidarisierung der ganzen Gesellschaft, schreibt Knut Elstermann. "Michael Moore, der sich diesmal eher zurücknimmt, idealisiert aus Vergleichsgründen hemmungslos das Gesundheitswesen in Frankreich und England. Wenn er aber am Ende mit selbstlosen, kranken Veteranen des 11. September, denen in den USA niemand hilft, nach Kuba fährt und sie dort von freundlichen Ärzten kostenfrei behandeln lässt, gelingt ihm eine großartige Provokation."

21. Mai 2007 | SICKO • Kritik • Berliner Zeitung

Das alles ist schrecklich, aber was soll dieses originär amerikanische Problem unzureichend geregelter Gesundheitsversorgung die Zuschauer anderswo angehen, fragt sich Anke Westphal. Der Regisseur kommt zu "einer grundsätzlichen Diagnose: der des Zustands der US- Demokratie. Moore hat weiträumig Fakten analysiert für seinen Befund, der lautet: Es ist eine Krankheit zum Tode. ... Pointenreich, ist es doch ein erwachsener Film. Angesichts des Ausmaßes von Zynismus und Korruption vergeht hier selbst Moore das Scherzen."

21. Mai 2007 | SICKO • Kritik • Die Tageszeitung

Moore rechnet ab und redet mit Betroffenen, schreibt Cristina Nord. "SICKO opfert dabei Akkuratesse, Faktensicherheit und den neugierigen Blick der Zuspitzung, der inszenierten Realität und oft auch der Rührseligkeit - wo immer es ernst wird, stellt Moore eine Frau vor die Kamera. ... Naivität ist eine von Moores liebsten Waffen, und tatsächlich zeitigt ihr Einsatz verblüffende Effekte ... Doch spätestens in Havanna wird klar, dass Moores Naivität und sein schelmisches Auftreten umso weniger Erkenntnis hervorbringen und umso eher an Grenzen stoßen, je größer das Interesse Dritter ist, sie für ihre eigenen Zwecke zu nutzen."

20. Mai 2007 | SICKO • Kritik • Der Spiegel

Nun mag man Moore für seine Art und Weise zu Recht verteufeln, aber am Ende muss man doch akzeptieren, dass seine Filme - und er selbst - als Gesamtkunstwerk ganz prächtig funktionieren, schreibt Andreas Borcholte."SICKO heißt das natürlich wieder schamlos aufrüttelnde Werk, in dem sich Moore tief in den Morast des amerikanischen Gesundheitssystems wühlt. Seine Botschaft: Die Privatisierung der Krankenversicherungen ist übel, weil die Kassen sich nicht um die Gesundheit ihrer Patienten scheren, sondern sich nur um ihren Profit und das Wohlergehen ihrer Shareholder kümmern. Mit launigen Ausflügen nach Kanada, England und Frankreich deckt Moore auf, dass die in den USA von Politikern so geschmähte Staats-Versorgung gar kein kommunistisches Teufelswerk ist."

20. Mai 2007 | SICKO • Kritik • Der Tagesspiegel

Als Gesundheits-Pamphlet bezeichnet Jan Schulz-Ojala die Dokumentation. "SICKO ist ein typisches MichaelMoore-Pamphlet: Das Elend bekämpft der Film vor allem mit Entertainment, ein Schuss moralische Rhetorik inklusive. ... Um die Zuschauer aufzurütteln – und es gehört wenig Prophetie zu der Vermutung, dass SICKO sein Publikum dieses Mal ganz überwiegend in Amerika wird suchen müssen –, verzichtet Moore weitgehend auf drastische Fälle und ganz auf Konfrontationsversuche mit Verantwortlichen, sondern setzt verblüffend ausführlich auf Tourismus."

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